"Ich war sehr beeindruckt"

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Werner Stalder begegnete Papst Johannes Paul II. während einer Audienz am 16. September 1996 zur Danksagung für die Seligsprechung von Karl Leisner nach einer Messe in Castel Gandolfo. (Foto: Archiv: Werner Stalder)
Nein, Werner Stalder wird sich heute nicht unter die vielen Rombesucher mischen, die der Heiligsprechung zweier Päpste beiwohnen werden. Werner Stalder, der Papst Johannes Paul II. immerhin zwölf Mal direkt begegnete, wird die Zeremonie daheim in Nütterden vor dem Fernsehschirm mitverfolgen.

"Nein, ich bedauere das nicht"

„Nein“, sagt Werner Stalder, „nein, ich bedauere das auf keinen Fall. Ich war bei der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. dabei - und das war schon sehr, sehr anstrengend. Wenn wirklich wie erwartet fünf Millionen Besucher in Rom sind, wäre mir das zu anstrengend.“

Werner Stalder ist seiner Kirche immer treu geblieben. Seine Reisen nach Rom sind für ihn nicht nur schöne Erinnerungen, sondern auch tiefe Momente des Glaubens. Dass sich dabei Ernst und Humor nicht ausschließen müssen, ist für Werner Stalder keine Frage. Zum ersten Mal reiste er Ostern 1962 in die italienische Hauptstadt. Mit 700 anderen jungen Männern ging es natürlich auch zum Vatikan. „Damals wurde die internationale Gemeinschaft der katholischen, pfarrlichen Jugend gegründet“, so Stalder. Es habe nämlich bis dahin keinen internationalen Verband gegeben, der Jugendarbeit auf Pfarrebene machte. „Papst Johannes XXIII. trug beim Ostersegen die Tiara, viel Militär war anwesend - dieser Ostersegen hat mich wirklich sehr beeindruckt.“ Dass der Papst während der Audienz im Petersdom Witze machte, die erst von einem deutschen Pfarrer übersetzt werden mussten, tat der Heiterkeit der deutschen Jungmännergruppe keinen Abbruch. „Wir mussten leider immer erst lachen, als die anderen schon wieder aufgehört hatten“, erinnert sich Werner Stalder. Sein Lieblingsbuch zu dieser Zeit? „Ein Papst lacht - über Johannes XXIII.“ Gewohnt hat die deutsche Pilgergruppe bei Schwestern. „Denen mussten wir zu Ostern ‚Stille Nacht‘ vorsingen“, amüsiert sich Werner Stalder noch heute.

Papstbesuch in Kevelaer
Als Papst Johannes Paul II. 1987 nach Kevelaer kam, war auch Werner Stalder mit dabei. „Ich betreute eine Messdienergruppe, mit der ich nach Kevelaer gefahren bin. Auch dieser Besuch war bewegend. Wir saßen auf Pappstühlen links vom Altar.“ Messdienergruppen vom gesamten Niederrhein waren nach Kevelaer gekommen, die Schützen hatten den Ordnungsdienst übernommen, das bunte Fahnenmeer flatterte im Wind. Die vielen Kirchenchöre verschmolzen während dieser Vesper zu einem. „Gewaltig“, so Werner Stalder.

„Johannes XXIII. erinnert mich ungemein an Papst Franziskus. Schon vor dem 2. Vatikanischen Konzil sprach er über Barmherzigkeit, besuchte Kinderkrankenhäuser - das war damals nicht üblich. Er hatte eine sehr menschenzugewandte Art.“

Papst Johannes Paul II. ist der Papst, zu dem der Nütterdener den direktesten Kontakt hatte. Nach der Seligsprechung Karl-Leisners 1996 sprach der Sekretär des Papstes eine Einladung zur Frühmesse in Castel Gandolfo aus. „Da waren höchsten 20 andere Personen - neben den Mitlgiedern des päpstlichen Haushaltes“, so Werner Stalder. Er überreichte dem Papst als Dank für die Seligsprechung eine Silbermünze und ein Bild Karl Leisners. „Der Papst sagte, dass das eine sehr wichtige Seligsprechung gewesen sei.“

Nein, er hätte auch nicht erwartet, die Heiligsprechung zweier Päpste erleben zu dürfen. „Und Benedikt hat sein Kommen auch zugesagt.“
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