Inklusion soll und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben soll Normalität werden - Unterstützer gesucht

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Die studentische Projektgruppe Farbenfroh setzt auf ehrenamtliches Engagement. (Foto: Katrin Reinders)

Kleve. Die Studenten-Projektgruppe „Farbenfroh“ erstellte für die Lebenshilfe gGmbH - Leben und Wohnen in Kleve einen Leitfaden zur Gewinnung von Ehrenamtlichen. „Helfende Hände“ ist das Konzept überschrieben.

Die Eins-Zu-Eins-Betreuung ist der Optimalfall. „Sie ist jedoch nicht realistisch“, erklärtJacqueline Rösen, „denn sowohl der Personalschlüssel als auch die Kosten lassen das bei der Betreuung von Menschen mit Handicap nicht zu. Deshalb sind Ehrenamtliche unabdingbar.“ Die Xantenerin gehört zu der Projektgruppe „Farbenfroh“, welche aus sechs Studentinnen der Sozialpädagogik an der Hogeschool van Arnhem en Nijmegen, kurz HAN, besteht. Sie haben in den
letzten Wochen das Konzept „Helfende Hände“ im Rahmen ihres Bachelorprojektes zur Gewinnung von Ehrenamtlichen für das Wohnhaus der Lebenshilfe gGmbH - Leben und Wohnen in der Wagnerstraße in Kleve entwickelt und nun abgeschlossen.

Auf der Suche nach Menschen, die sich in ihrer Freizeit engagieren wollen

„Jetzt geht’s in die Praxis und somit auf die Suche nach interessierten Menschen, die Spaß daran haben, sich als Freizeitpartner zu engagieren“, erläutert Manfred Tönnihsen als Leiter des Wohnhauses der Lebenshilfe, „ob zum Spaziergang, für den Kinobesuch oder auf eine Tasse Kaffee - Hauptsache die Bewohner erleben
Teilhabe auch in ihrer Freizeit.“

Auf rund 70 Seiten findet sich die Theorie dessen, was die Studentinnen seit September gemeinsam in Kleve analysiert und entwickelt haben. Das Handbuch ist ein praktischer Leitfaden - für Verantwortliche, hauptamtliche Mitarbeiter wie auch Ehrenamtliche. Der Name „Farbenfroh“ sowie das Motto „Das Leben zeigt viele Farben“ sind Programm: Inklusion und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für Menschen mit Handicap sollten endlich zur Selbstverständlichkeit werden, auch im Freizeitbereich. Denn das können angestellte Pfleger oder Betreuer nicht leisten,
„vor allem nicht so individuell, dass jeder seinen Vorlieben entsprechend Freizeitgestaltung erfahren könnte“, erläutert Studentin Elif Özcan. Entstanden war der Kontakt der angehenden Sozialpädagoginnen, die sich erst Mitte Mai auf dem Weg zu ihrer Bachelorarbeit kennen gelernt haben, über Maria Schnug. Sie ist als studentische Hilfskraft im Wohnhaus an der Wagnerstraße tätig und brachte „ihre“ Einrichtung als Projektbasis ein.

Und so starteten Nina Köhn, Justine Frangenberg-Marciniak, Jacqueline Rösen, Maria Schnug, Tabea Wasels und Elif Özcan ihr gemeinsames Projekt mit Interviews, Beobachtungen, Mitarbeiterbesprechungen und etlichen Stunden der Auswertung im September in Kleve. Unter anderem nahmen sie Kontakt auf zum Freiwilligenzentrum des Caritasverbandes. „Es geht darum, Zeiträume für und mit Menschen zu schaffen und sie in ihrer Freizeit zu begleiten. Das ist etwas sehr Wertvolles für uns“, unterstreicht Hermann Emmers, Geschäftsführer der Klever Lebenshilfe. „Langfristig wäre das Ineinandergreifen von professioneller Arbeit und ehrenamtlichen Diensten
mehr als wünschenswert“, ergänzt Manfred Tönnihsen. So kommt man der Eins-Zu-Eins-Betreuung näher.

Interessierte können sich bei der Lebenshilfe gGmbH - Leben und Wohnen unter Tel. 02821/75 80 11 melden.
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