Julia Weber erhielt Verdienstorden in der Staatskanzlei

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Julia Weber aus Kleve (Verdienstkreuz am Bande) mit Ministerin Angelica Schwall-Düren (l.) (Foto: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen / Foto: Ralph Sondermann)

Die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Angelica Schwall-Düren hat heute (06.12.2013) in Vertretung der erkrankten Ministerpräsidentin Hannelore Kraft den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 17 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen überreicht.

In einer Feierstunde in Düsseldorf lobte die Ministerin die herausragenden Verdienste dieser Frauen und Männer für die Gemeinschaft und hob den besonderen Wert des ehrenamtlichen Engagements hervor. „Ihr ehrenamtliches Engagement hält diese Gesellschaft zusammen. Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft wären nur Worte, wenn sie nicht mit Leben gefüllt werden. Und genau das tun Sie. Jede und jeder von Ihnen in seinem und ihrem Bereich.“
An die Ausgezeichneten gewandt sagte Angelica Schwall-Düren: „Für uns alle sind Sie Vorbilder. Wir alle profitieren von der Vielfalt Ihres Engagements, von Ihrer Einsatzbereitschaft und Ihrem Mut, Ihrer Schaffenskraft und Ihrem Einfallsreichtum“, und die Ministerin ergänzte: „Sie machen unser Gemeinwesen ein Stück menschlicher und solidarischer – Sie machen uns auf eine besondere Weise reicher. Sie machen unsere Herzen reicher.“ Damit meine sie, betonte Ministerin Schwall-Düren, dass jede Ordensträgerin und jeder Ordensträger ein Vorbild dafür sei, dass Werte nicht gefordert sondern gelebt werden müssten, damit sie im wahrsten Sinne des Wortes etwas „wert“sind. Werte könnten nicht von „Oben“ verordnet werden.

Das Verdienstkreuz am Bande erhielt die Kleverin Julia Weber. Die Laudatio im Wortlaut:

"„Die Sprache ist das Haus des Seins“, hat der deutsche Philosoph Martin Heidegger formuliert. Julia Weber, gelernte Deutschlehrerin aus Kasachstan, die 1991 mit ihrer Familie nach Deutschland kam, hat diese Erkenntnis früh verinnerlicht und umgesetzt. Sie bemerkte sehr bald, wie mangelnde Sprachkenntnisse für viele ihrer nach Deutschland übergesiedelten Landsleute zu einem großen Problem wurden. Zunächst waren es nur private Treffen beim Tee, man tauschte sich aus und sang gemeinsam russische und deutsche Lieder. Doch schon bald stand für Julia Weber fest, dass Menschen mit ausländischen Wurzeln für ihr „Haus des Seins" Hilfsangebote und einen, wie sie es nennt, „sicheren Hafen“ brauchen.

Darum gehörte sie 1994 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Hafen der Hoffnung e.V. – Förderung der Aussiedler im Kreis Kleve“, dessen Vorsitz sie von Beginn an übernahm. Neben materieller Hilfe, das wusste sie, brauchte es vor allem Aufmunterung und Zuspruch, um sprachliche und kulturelle Barrieren abbauen zu helfen. Julia Weber begrüßt die zu ihr kommenden Menschen zunächst in ihrer Heimatsprache und vermittelt ihnen so ein Stück Vertrautheit. Damit verbunden ist aber zugleich die Empfehlung, so schnell wie möglich Deutsch zu lernen, damit eine zügige Integration gelingt.

Wer sich an den „Hafen der Hoffnung“ wendet, erfährt von Julia Weber und ihrem Team konkrete Hilfe in vielen Bereichen des täglichen Lebens, sei es bei allgemeinen Sprachschwierigkeiten, beim Übersetzen von Briefen, beim Ausfüllen von Formularen, bei Behördengängen oder bei Hausaufgaben. Von Ausbildungs- und Berufsfragen, über Ernährung, Gesundheit bis hin zum Versicherungswesen reichen die Themen, in denen der Verein kompetente Unterstützung bietet.

Julia Weber besucht auch Aussiedler vor Ort in den Übergangsheimen und hilft, wo sie kann. Dem Verein ist das Projekt „Integration jugendlicher Aussiedler im Kreis Kleve“ ein besonderes Anliegen, um möglichst früh sprachliche und kulturelle Barrieren für eine erfolgreiche Ausbildung abzubauen. Mit Sommerfesten, Weihnachtsfeiern und Kulturveranstaltungen spricht der Verein gerade auch junge Aussiedler an.

Julia Weber gehört seit 2010 dem Integrationsausschuss der Stadt Kleve an und ist trotz angeschlagener Gesundheit fast rund um die Uhr im Einsatz, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird.

So viel, so großes Engagement, liebe Frau Weber, verdient heute auch eine große Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande."
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