Klever Krankenhaus spendet zu viel gekochtes Essen an Bedürftige

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Bernd Knipper freut sich gemeinsam mit Elke Lehnen und Agnes Hetzel (v.l.), dass das Essen bei den Gästen der Klosterpforte so beliebt ist. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)
(pbm/cb). Rund 6000 Mahlzeiten am Tag kochen Bernd Knipper und sein Team am Tag. Der Küchenchef der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft (KKL) ist in seiner Küche in Kehrum für die Verpflegung in insgesamt 33 Einrichtungen verantwortlich. Eine davon: Das „Café Leib und Seele“ im Klever St.-Antonius-Hospital. Auch dort kommt es immer wieder vor, dass nicht alle vorbereiteten Speisen tatsächlich verkauft werden. Davon profitieren seit rund drei Monaten hilfsbedürftige Klever, die in der Klosterpforte zu Gast sind. Für einen Euro am Tag erhalten sie dort eine warme Mahlzeit.
Als Knipper sich bei einem Besuch in dem gemütlichen Raum neben der Unterstadtkirche davon überzeugen will, dass die Zusammenarbeit klappt, wabern ihm beim Öffnen der Tür Dampfschwaden entgegen. Köchin Agnes Hetzel schöpft großzügig Fleisch, dicke Bohnen und Kartoffeln auf die Porzellanteller, die ihr hingehalten werden. „Kann ich meinen Teller noch für einen Nachschlag stehen lassen?“ fragt ein Gast und lächelt zufrieden, als Agnes Hetzel ihm freundlich zunickt. Auch Knipper lächelt – den Koch freut es, dass sein Essen so gut ankommt.
Früher wurde zu viel gekochtes Essen gesammelt und dann in eine Biogas-Anlage gekippt. „Es ist viel schöner, wenn das Essen bei Menschen ankommt, die es brauchen“, betont er. Dass in dem Café immer mal wieder etwas übrig bleibt, sei nicht zu verhindern. „Wir kalkulieren die Mengen möglichst genau. Aber mal wird eben mehr, mal wird weniger gegessen.“ Alles, was an die Klosterpforte geht, komme hygienisch sicher und frisch aus der Küche, betont er. „Das wurde nicht schon in der Theke oder gar auf den Stationen angeboten“, erklärt Knipper. Die Mahlzeiten werden in Kehrum vorgekocht, bis sie fast fertig sind und dann sehr schnell auf etwa vier Grad Celsius herunter gekühlt. Erst vor Ort werden sie dann nach Bedarf aufgewärmt und fertig gekocht.
Das Team der Klosterpforte kann dann täglich anrufen und fragen, ob Essen übrig geblieben ist. Leiterin Elke Lehnen erläutert: „Dann können wir morgens die Lebensmittel vom Vortag abholen und, je nach Menge, noch mit eigenen Zutaten ergänzen, damit alle unsere Gäste satt werden. Das ist eine echte Herausforderung an unsere Köche, aber es klappt sehr gut.“ Die Spenden seien sehr wichtig, „wir leben davon“. Durchweg bekomme sie von den Gästen der Klosterpforte die Rückmeldung, dass das Essen „super“ sei. Ein Mann vom Nebentisch, der sich als Markus vorstellt, schaltet sich ein: „Es ist richtig lecker. Man merkt nicht, dass das Essen vom Krankenhaus kommt. Ich bin froh, hier essen zu können.“ Worte, die Knipper froh machen. „Mein Herz strahlt, es macht Spaß zu sehen, wie es den Leuten schmeckt. Das werde ich in mein Team nach Kehrum mitnehmen und es dort erzählen.“
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2 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 09.02.2017 | 15:58  
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Christiane Bienemann aus Kleve | 09.02.2017 | 19:30  
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