Meine Adventsgedanken: Von zuviel Terminen und zuwenig Miteinander, goldene Mitte händeringend gesucht!

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Genau das ist mir in den letzten Wochen und Monaten aufgefallen - dass es vielen Menschen so schwer fällt, im Miteinander im Familien- und Freundeskreis, der Interaktion mit Bekannten, Kollegen und Leuten, die man neu kennenlernt, sozusagen die goldene Mitte zu finden. Wobei ich „goldene Mitte“ jetzt so definiere, dass sich zum einen niemand mit Terminen und Unternehmungen überfordert, aber auch keiner alleine gelassen fühlt mit seinen Problemen und seiner Einsamkeit.

Der Nerv der heutigen Zeit


Diese Gedanken rumoren schon länger in mir, der Auslöser, diese auch einmal aufzuschreiben, war der Werbespot eines bekannten Discounters, der, passend zur Vorweihnachtszeit, gerade durch die virtuelle Welt geistert. Der Opa, der mit seinen Lieben Weihnachten feiern möchte. Eine Absage nach der nächsten trudelt bei ihm ein. Schließlich verstirbt der alte Mann scheinbar, und alle Verwandten treffen sich, oh Wunder, auf dem Friedhof wieder. Doch da ist - nichts und niemand. Bei Opa zu Hause angekommen, empfängt sie eine festlich eingedeckte Tafel und zur allgemeinen Überraschung und Freude - der Opa. Der Spot endet in etwa mit den Worten, er hätte keinen anderen Ausweg mehr gesehen, als seinen Tod vorzutäuschen, um die ganze Familie an Weihnachten zu vereinen.

Und genau das trifft doch den Nerv unserer Zeit, oder? Ich denke, mit Fug und Recht behaupten zu können, weder der Opa noch seine Familie oder auf die Allgemeinheit bezogen, weder diejenigen, die vor Terminen und Unternehmungen nicht mehr wissen, wann sie einfach mal in Ruhe die 1. Kerze am Adventskranz anzünden sollen, als auch Zeitgenossen, die ob des Gefühls „Mir fällt die Decke auf den Kopf, keiner hat mich lieb“ verzweifeln, meinen es böse, wenn sie ihre Lieben mit ihren Wünschen und Bedürfnissen ungewollt unter Druck setzen.

Patchwork-Weihnachten


Ich bin ein recht lösungsorientierter Mensch. Im Gegensatz zu vielen Mitmenschen, denen es genügt, sich einfach mal über diese Problematik „auszukotzen“, möchte ich gerne Wege finden aus dieser Misere und diesem Druck, der sich hieraus für beide Seiten immer mehr aufbaut und auf Dauer nicht gesund sein kann.
Was mir als erstes einfällt, ist die Möglichkeit von „Patchwork-Weihnachten“. Warum muss immer im Familienkreis gefeiert werden, wenn man weiß, der sympathische Nachbar, Freund, Vereinskamerad... sitzt an den Feiertagen allein daheim. Wenn man ihn oder sie :-) dazu einlädt, gewinnen doch beide Seiten dazu - Erfahrungen mit den Weihnachtsritualen des Anderen: Essen an Heiligabend oder wie es mit dem Beschenken gehalten wird. Anfängliches Fremdeln wird so schnell kein Thema mehr sein.

Oder - fernab von Weihnachten - geht man nicht immer mit der gleichen Clique weg, sondern bezieht nette Mitmenschen einfach mit ein. So macht man aus drei Verabredungen eine und kommt auch mal zum Durchschnaufen oder findet Zeit für sein Hobby.
Und von der anderen Seite her betrachtet - offen sein für Neues! Wie oft sehe ich auf dem viel verteufelten Facebook reichhaltige Möglichkeiten, neue Leute kennenzulernen. Vielfältige Gruppen gibt es dort, die auf Hobbys und Interessen maßgeschneidert sind. Daraus entstehen ganz oft Gruppentreffen - auf der Kirmes, dem Weihnachtsmarkt, ja sogar an der Nordsee!

Wie wäre es denn mal mit einem „Verabredungskompass“?


Na, und beim Lokalkompass - sind die Lokalkompass-Treffen ja wohl das beste Beispiel. Auch hier sind schon massig :-) Freundschaften entstanden, vielleicht haben sich auch Paare gefunden? Dieser Ansatz wäre mit einem „Verabredungskompass“ doch bestimmt weiter ausbaubar :-) Was meint Ihr?
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17 Kommentare
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Beate Haack aus Emmerich am Rhein | 29.11.2015 | 13:33  
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Christiane Bienemann aus Kleve | 29.11.2015 | 13:34  
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Thomas Ruszkowski aus Essen-Ruhr | 29.11.2015 | 13:36  
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Christiane Bienemann aus Kleve | 29.11.2015 | 13:46  
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Melanie Busche aus Menden (Sauerland) | 29.11.2015 | 13:53  
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Christiane Bienemann aus Kleve | 29.11.2015 | 14:00  
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Thomas Ruszkowski aus Essen-Ruhr | 29.11.2015 | 15:01  
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Michael Güttler aus Sprockhövel-Haßlinghausen | 23.12.2015 | 20:11  
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