Public Viewing: Wer macht es jetzt?

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Besonders in diesem Jahr gibt es zahlreiche Veranstalter, die an einem Public Viewing Event in der Kleve, aber auch im benachbarten Bedburg-Hau und in Goch interessiert sind. Eine Option für einen Veranstalter ist auch das Stadion des 1. FC Kleve am Klever Bresserberg. Foto: Tim Tripp
Kleve: Innenstadt |

Noch nie seit Aufkommen der Public-Viewing-Events am Niederrhein war das Interesse bei möglichen Veranstaltern so groß. Gleich drei Unternehmen haben ihr Interesse am Public-Viewing an verschiedenen Standorten in Kleve, Bedburg-Hau oder Goch bekundet.

Fakt ist: Eine solche Veranstaltung birgt ein finanzielles Risiko mit sich, das vom Veranstalter getragen werden muss. Das letzte öffentliche "Rudelgucken" im Kleverland, damals zur Weltmeisterschaft 2014, führte den Veranstalter, gordion managment, mit Prokurist Georg van den Höövel, in den Ruin.
Ein klares Ja zum Standort Kleve sendet Tim Verfondern von der Soundbox Music & Entertainment GmbH. Sein Konzept sieht eine Veranstaltung rund um die Konzertmuschel im Klever Forstgarten vor. Dabei wird die Fläche überdacht, sodass die Zuschauer auch bei schlechtem Wetter dem Sportereignis folgen können. Derzeit steht er in Verhandlungen mit der Stadt Kleve. "Wir haben Mitte April mit der Stadt einen Termin bei dem dann auch entschieden wird, ob die Veranstaltung durchgeführt werden darf", so Verfondern.

Unweit des Forstgartens wollte auch Heinz-Theo Biermann, Veranstaltungstechnik Biermann GmbH, eine Veranstaltung realisieren. Auf der Wiese, dort, wo früher das alte Schützenhaus stand, sah der Bedburg-Hauer eine Möglichkeit, das Sommermärchen wieder aufleben zu lassen. "Wir machen uns jedoch Sorgen aufgrund der aktuellen Baustellensituation sowie der wenigen vorhandenen Parkmöglichkeiten," so Biermann. Er hat auch über weitere Standorte nachgedacht. "Wir hätten uns auch eine Veranstaltung im Park des Museum Schloss Moyland vorstellen können. Da im Zeitraum der Europameisterschaft auch das Courage-Festival stattfindet, hätte man Ressourcen teilen können," so Biermann weiter. Diese Möglichkeit wurde von Verantwortlichen im Museum Schloss Moyland abgelehnt. Grund dafür, so Karsten Müller als Veranstaltungskoordinator, ist die zu kurze Vorlaufzeit für das Schloss-Team. "In weiteren Gesprächen wurde auch die Fläche des Wohnmobilplatzes vor dem Museum Schloss Moyland ins Auge gefasst. In Kleve wäre ebenso das Stadion des 1. FC Kleve eine sehr gute Lösung," erklärt Heinz-Theo Biermann. Stefan Schneiders, Mitglied im Vorstand und für die Pressearbeit zuständig, bestätigt die Anfrage und steht der Idee sehr offen gegenüber.

Für Ute Marks, Geschäftsführerin Klever Stadtmarketing, ist ein Public Viewing keine touristische Bereicherung, aber eine nette Abwechslung für die Bürger. "Die Erfahrungen aus der Weltmeisterschaft haben gezeigt, dass alle Bedingungen optimal sein müssen, damit der Fußballfreund sich vom heimischen Sofa erhebt. Ich bin immer wieder erstaunt mit welchem Mut die Veranstalter die Sache angehen. Schließlich sind die Erfahrungen mit diesem Thema nicht eben freudvoll," so Marks.
Auf Nachfrage der Klever Wochenblatt Redaktion bestätigt Stadtsprecher Jörg Boltersdorf, dass es derzeit eine aktuelle Anfrage zur Durchführung eines Public Viewings in Kleve gibt. "Die Möglichkeit einer Durchführung wird derzeit geprüft. Nach Ostern soll hierzu ein Gespräch mit dem Antragssteller stattfinden," so Boltersdorf. Vorbehaltlich der aktuellen Prüfung steht auch Bürgermeisterin Sonja Northing einer solchen Veranstaltung interessiert und aufgeschlossen gegenüber, schließlich hat sie während des Sommermärchens 2006 geheiratet. In der Nachbarstadt Goch verhandelt derzeit die Abaculus International mit Sitz in London, vertreten durch das Boardmitglied Georg van den Höövel, über eine Rückkehr der Veranstaltung in den Gocher Stadtpark. 2006 entstand dort die Idee des Public-Viewing am Niederrhein. Verantwortlich zeichnete sich damals auch Georg van den Höövel. Auch die Biermann-Brüder hatten Interesse an dem Gocher Stadtpark, erhielten jedoch eine Absage. Torsten Maternaers, Pressesprecher der Stadt Goch, begründete die Absage damit, dass die Stadt den politischen Auftrag erhalten habe, mit Abaculus zu verhandeln. 2012 war es Georg van den Höövel, der als Prokurist der Gordion Management GmbH die Stadt Goch vor dem Verwaltungsgericht wegen einer Spielabsage - es drohte ein Unwetter - verklagte, die Klage später aber zurückzog. Spannend bleibt, wer für welchen Ort den Zuschlag erhalten wird.
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