Theising: „Sie haben gesehen, wo Not ist und sich da eingesetzt!“

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Weihbischof Theising predigte beim Dankgottesdienst zum 90. Gründungstag der Franziskusschwestern in Kleve
Zur Feier des 90. Gründungstags der Niederlassung der Franziskusschwestern in Kleve hat Weihbischof Wilfried Theising am Donnerstag einen Dankgottesdienst in der Kapelle des Mutterhauses in der Kreisstadt an der Spyckstraße zelebriert.
„Jesus sieht die Not des Menschen, es ist für ihn selbstverständlich, ihm seine ganze Liebe und Heilungskraft zuzuwenden“, predigte Weihbischof Theising mit Blick auf das Evangelium, in dem von der Heilung eines Aussätzigen die Rede war. Im Grunde sei das Handeln der Franziskusschwestern ähnlich, sagte der Regionalbischof: „Sie haben gesehen, wo Not ist und sich da eingesetzt. Im sozialen und caritativen Bereich sind Sie in Kleve und am Niederrhein sehr wirksam gewesen“. Theising versprach: „Wir werden alles tun, um die Einrichtungen in Ihrem Sinne weiter zu führen“. Die Schwestern seien zudem auch als Beterinnen unterwegs gewesen und hätten mit ihrem Gebet die Arbeit und die Menschen begleitet, mit denen sie verbunden gewesen seien, stellte der Weihbischof heraus.
Im Rahmen der Messfeier wurden auch das 25-jährige Ordensjubiläum von Schwester Regin und das 65-jährige von Mutter Hedwig gefeiert. „Das ist das bislang höchste Jubiläum, das überhaupt eine Schwester in dieser Gemeinschaft feiern konnte“, sagte der Weihbischof, „wir sagen Danke mit Blick auf das Wirken, das alle Schwestern, besonders Schwester Hedwig, in den 90 Jahren entfaltet haben“.

Im Jahr 1925 waren auch am Niederrhein viele Familien in Not und brauchten Hilfe. Deshalb hatte Gründungsschwester Clara, die als erste Franziskusschwester am 15. Januar 1925 auf Bitten von Pater Suitbert vom Kapuzinerkloster im Spyck nach Kleve gekommen war, mit sozial-caritativer Arbeit angefangen.
Bis 1933 wuchs die Anzahl der Schwestern stetig, aber der Nationalsozialismus erschwerte dem Orden die Arbeit. So verlagerte die Gemeinschaft den Schwerpunkt ihrer Arbeit am Niederrhein auf die Unterhaltung von Alten- und Kinderheimen. 1933 entstand auf der Josefshöhe in Schneppenbaum das Kinderdorf St. Josef. Die heute 85-jährige Ordensjubilarin Schwester Hedwig leitete diese Einrichtung, bis sie 1983 geschlossen worden war. 1938 wurde in Xanten das St. Elisabeth-Haus gegründet, 1950 in Kevelaer das Altenheim ‚Regina Pacis‘.

Bereits 1926 erhielten die Franziskusschwestern durch einen Verpflegungsvertrag das Haus in der Spyckstraße, das bis heute als Mutterhaus der Mittelpunkt der Gemeinschaft ist. Am 1. Mai 1967 wurde hier das Fachseminar für Altenpflege eröffnet, um weltliche Fachkräfte für die Zukunft auszubilden. Lange Jahre war Schwester Hedwig hier als Dozentin tätig. Die Seniorenheime und das Fachseminar werden seit 2014 als ‚Franziskus GmbH‘ geführt.

Heute verbringen drei Schwestern ihren Lebensabend im Franziskus-Haus: Mutter Hedwig, die letzte Oberin, Schwester Cäcilia und Schwester Antonetta. Seit August 2006 sind Anbetungsschwestern aus Kerala in Indien dort tätig. Sie pflegen das geistliche Erbe der Franziskusschwestern. Zu ihnen gehört Schwester Regin, die vor 25 Jahren ihr Ordensgelübde ablegte.
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