Vierklässler Henry aus Kleve rappt für Toleranz und gegen Gewalt

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So sehen Sieger aus: Der neunjährige Henry aus Kleve hat den Video-Contest zum Jugendfestival Courage des Kreises Kleve gewonnen. (Foto: Kreis Kleve / Thomas Binn)

"Wir sind für Toleranz und gegen Gewalt“ war der Video-Contest überschrieben, den der Kreis Kleve zum Jugendfestival Courage ausgeschrieben hat. Gesucht wurden Beiträge von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren aus dem Schulalltag, dem Freundeskreis und dem Sportverein.

Insgesamt 18 Beiträge wurden aus dem ganzen Kreisgebiet eingereicht. Drei Filme kamen in die letzte Jurierungsphase. Auf der großen Bühne im Museumspark Schloss Moyland wurde nun beim Jugendfestival Courage der Sieger ausgezeichnet: Der neunjährige Henry aus Kleve konnte aus den Händen von Moderatorin Clarissa neben der Gratulation auch eine Outdoor-Action-Cam entgegennehmen. In seinem selbst geschriebenen Rap-Song beschreibt Henry, wie es ist, wenn ein einziges Kind eine ganze Klasse terrorisiert. „Es gibt da jemanden in der Schule. Er denkt, er wäre der Coole. Ist zweimal sitzen geblieben. In Benehmen keine sechs, sondern ne sieben“, beschreibt Henry die Situation in seiner Klasse. „Doch wir Viertklässler sind gegen Gewalt!“ Landrat Wolfgang Spreen war beeindruckt von dem eingereichten Sieger-Beitrag. „Ein eindrucksvoller Appell auch an uns Erwachsene, genau hinzuschauen und sich einzumischen, um Intoleranz und Gewalt gegenüber Kindern zu verhindern.“

Beiträge aus dem ganzen Kreisgebiet

Ob aus Emmerich am Rhein oder Kranenburg, ob aus Kleve oder Goch, ob aus Kerken oder Straelen – viele Kinder und Jugendliche hatten zur Kamera gegriffen und ihre Gedanken zum Courage-Motto „Für Toleranz – gegen Gewalt“ in Bilder umgewandelt. Sehr häufig ging es dabei um Mobbing in der Schule, um Ausgrenzung oder um Gewalt. Deutlich wurde in den Filmen auch, dass die Kinder und Jugendlichen ein friedliches Miteinander wollen und eine Vision haben, wie sich unsere Welt entwickeln sollte. Eine andere Hautfarbe, Körpergröße oder Gewicht sollten keine Rolle spielen. Bei den eingereichten Filmen gab es stets einen guten Ausgang. Da schlichtete ein Mädchen die gewaltsame Auseinandersetzung, ging dazwischen und half beim Versöhnen. Oder der gemobbte Junge erhielt Trost und Hilfe von anderen Jugendlichen. Spreen: „Das Helfen und Schlichten war den jungen Filmern sehr wichtig. Die Gruppen haben das Thema toll anpackt und aus ihrer jugendlichen Sicht mit Leben gefüllt. Super!“

Drei Finalisten

Die Juroren, Kreissprecherin Ruth Keuken und Filmemacher Thomas Binn, hatten nach der Sichtung des Filmmaterials die Qual der Wahl. Insgesamt drei Filmbeiträge schafften es in die letzte Jurierungsphase und wurden deshalb von einem Drehteam besucht. Binn besuchte die Kinder der Klasse 4 der St.-Georg-Grundschule in Goch, die Jugendlichen der Leni-Valk-Realschule in Goch und den jungen Henry aus Kleve. Sie wurden befragt, was sie zu ihrem Film motiviert hat und was für sie „Für Toleranz – gegen Gewalt“ im Alltag bedeutet. Ein Zusammenschnitt der Interviews mit den Finalisten und vieler eingereichter Clips wurde beim Jugendfestival Courage in einem gut sechsminütigen Filmbeitrag gezeigt und ist nun auf der Internetseite www.jugendforum-courage.de abrufbar. Dort werden in den kommenden Wochen auch nacheinander die eingereichten Beiträge zu sehen sein.

Die Schülerinnen und Schüler der St.-Georg-Grundschule in Goch zeigen in ihrem eingereichten Video, wie sehr ein Viertklässler unter der Last der täglichen Beleidigungen leidet und schließlich zu Boden geht. „Man sollte friedlich miteinander umgehen, sonst wird das Leben auch nicht mehr so funktionieren, wie es funktionieren soll“, bringen es die jungen Gocher auf den Punkt. Auch im Filmbeitrag der Leni-Valk-Realschule geht es um Mobbing in der Schule. „Läufst du noch mit – oder denkst du schon selber“, haben sie ihren Videoclip überschrieben. Die harten Bilder stehen dabei in krassem Widerspruch zum gesungenen Lied. „Ich träum‘ von einer besseren Welt, wo man sich gerne sieht. Wo jeder freundlich, hilfsbereit und menschlich reagiert, denn Gewalt ist keine Lösung.“ Auch Henry hat eine Vision für eine bessere Schule: „Ich würde mir wünschen, dass alle in der Schule fair sind.“ Die Kinder sind sich einig: Sie wollen eine Welt mit mehr Toleranz und weniger Gewalt.
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