Alle zwei Minuten eine Unterschrift für den Erhalt des Reichswalds

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Von der ersten Minute an war der Infostand gut besucht.
 
Die ersten Unterschriftenlisten waren schnell gefüllt…
Kleve: Große Straße |

Die Wahlkampfstände der Bürgermeister- und Landratskandidaten waren schon längst abgebaut, als am vergangenen Samstag in der Klever Innenstadt noch fleißig Unterschriften für den Erhalt des Reichswalds geleistet wurden. Am Elsabrunnen informierte die Bürgerinitiative „Gegenwind im Reichswald e.V.“ über die geplante Ausweisung von Konzentrationszonen im Reichswald unweit von Materborn, Reichswalde und Goch-Nierswalde. Anlass war die noch bis zum 31. August laufende Beteiligung der Öffentlichkeit zum Entwurf des neuen Flächennutzungsplans der Stadt Kleve.

Erst Ende Juni war bekannt geworden, dass neben der Gemeinde Kranenburg nun auch die Stadt Kleve im Rahmen der Aufstellung ihres neuen Flächennutzungsplans die großflächige Ausweisung von Konzentrationszonen für die Ansiedlung von Windkraftindustrie im Reichswald plant. „Die Nachricht kam völlig überraschend“, erklärt Hubert Zillig, erster Vorsitzender des Vereins. „Was das Thema Windkraftindustrie im Reichswald angeht, hatte sich bis dahin alles um die Kranenburger Fläche am Kartenspielerweg gedreht. Auf einmal bekamen wir es mit einem zweiten, für den Reichswald nicht weniger bedrohlichen Schauplatz zu tun.“

Nach der Erstellung von Flyern und Formulierungshilfen für Einwendungen hatte in den vergangenen Wochen vor allem deren Verteilung an die Haushalte v.a. in Reichswalde, Materborn und Teilen der Oberstadt Priorität gehabt. Auch über die sozialen Medien, Aushänge und einige Zeitungsberichte wurde das Vorhaben nach und nach publik. Nach Vereinsangaben waren die Klever Windkraft-Planungen dem Großteil der Einwohner bis dahin vollständig entgangen. Auf dem Infostand vom vergangenen Samstag wollte die Bürgerinitiative Fragen der Bevölkerung beantworten und noch einmal auf die Möglichkeit der Äußerung von Bedenken bei den Stadtplanern hinweisen.

„Wir waren vom Interesse der Bürger überwältigt“, sagt Zillig. „Noch bevor wir überhaupt mit dem Aufstellen des Standes fertig waren, wurden wir angesprochen und zu den Planungen, möglichen Gegenmaßnahmen und Alternativen befragt. Verschiedene Bürger gaben an, extra für einen Besuch des Infostandes in die Stadt gefahren zu sein.“ Neben Ausdrucken vorformulierter Stellungnahmen bot der Verein auch eine Unterschriftenliste an. Auf ihr werden sowohl die Stadt Kleve als auch die Gemeinde Kranenburg dazu aufgefordert, von einer industriellen Nutzung des Reichswalds durch die Ansiedlung von Windkraft-Industrie abzusehen. Durch das Leisten einer Unterschrift konnten Bürger ihre Unterstützung dieser Forderung des Vereins zum Ausdruck bringen. „Nach sechs Stunden hatten wir rund 200 Unterschriften gesammelt. Im Schnitt hat sich also alle zwei Minuten ein Bürger gegen Windkraftindustrie im Reichswald ausgesprochen. Das hat uns in der Überzeugung bestätigt, dass die Klever ihren Wald lieben. Genau wie die Kranenburger Bevölkerung. Wir hätten einen solchen Infostand gerne an mehreren Wochenenden organisiert. Leider war das weder machbar noch sinnvoll, nachdem die Stadtplaner die meisten Wochen der Beteiligung der Öffentlichkeit mit den Sommerferien hatten zusammenfallen lassen“, so Zillig. Der Verein bittet Bürger, die gegen die Planungen sind und sich noch nicht schriftlich bei der Stadt Kleve geäußert haben, das in den verbleibenden letzten Tagen nachzuholen. Argumentationshilfen und Informationen zum Thema Windkraft im Wald sind weiterhin auf der Website der Bürgerinitiative zu finden (www.gegenwindreichswald.eu).
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