Die Klever Hang-Rutschen

Anzeige
Kleve: Hang-Rutschen | Wir erinnern uns, am 5. Mai 2017 gab es an der Wasserrutsche (Wasserkaskade unterhalb der Straße Eiserner Mann) einen Hangrutsch. 400 Kubikmeter Erdreich wurden laut der Stadt Kleve wegespült und die Ursache soll ein defekter Kanal gewesen sein.
Defekter Kanal? Wurden nicht zuvor an beiden Seiten der Wasserkaskade die Bäume gefällt? Gut möglich, dass dabei der Kanal beschädigt wurde. Wasser spielte auf jeden Fall eine Rolle.

Nicht der Erste Hangrutsch
Immer wieder kommt es vor, dass auch Bäume im sandigen Steilhang ihren Halt verlieren. Die aus Sand und Geröll bestehende eiszeitliche Endmoräne, angeknabbert durch den frühen Rhein bietet keinen sicheren Halt. Mutig ist m. E. der An-und Neubau der Kreisverwaltung der direkt auf der Hangkante steht.
Hangrutsche haben sich in der Vergangenheit bereits öfter ereignet. Gut erkennbar ein Hangrutsch unterhalb des Prinzenhofs und der gut dokumentierte Hangrutsch von 1756 wodurch der sog. "Enge Hals" entstand.

Bei zunehmenden Starkregenfälle ist durchaus damit zu rechnen, dass mal etwas ins Rutschen gerät.

Der Hangrutsch von 1763
„... sehr breiter Weg, welcher der Sandberg hiess, führte hart an dem haus Belle-Vue vorbei und zwar an der nördlichen Seite desselben, in der Richtung aus der Nassauer-Allee bergabwärts zum Flüsschen Kermesdaal – lag also auf der Scheidung des Stadtgebietes, vom Dorfe Hau – und wurde damals allgemein benutzt, um die Pferde zur Schwemme zu reiten. Dieser so wie der vorgenannte Weg gingen ein, in Folge eines Wolkenbruchs, der sich am 7. August 1763 über Cleve und besonders stark über die zwischen dem Clever-Berg und Belle-Vue gelegene Umgebung ergoss. Die Wassermassen drängten sich in das Flüsschen Kermesdaal, und riss vom Abhange eine solche menge Erde mit sich, dass derselbe dadurch stellenweise ganz ausgehöhlt und das angrenzende Flussbette bis auf die Hälfte seiner früheren Breite zugedämmt und verengt wurde ... Das Haus Belle-Vue selbst kam dabei in die größte Gefahr, mit dieser Erdsenkung einzustürzen...“
Aus "Die Stadt Cleve, ihre nächste und entferntere Umgebung, vormals und jetzt" von Gustav von Velsen, Cleve 1846, S. 163

Haus Bellevue, vormals Conrads-Burg und v. Strünckede´scheHaus wurde am 7. Februar 1945 zerstört. In Teilen des ehem. Gartens wurde die Kreisverwaltung Kleve gebaut.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
1 Kommentar
1.732
Manfred Wittenberg aus Düsseldorf | 29.08.2017 | 22:29  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.