Einstellung des Schleusenbetriebs in Brienen/Wardhausen - Was zieht noch dahin?

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  Kleve: Spoykanal | Von Kleve war bis vor einem halben Jahr Schifffahrtverkehr zum Rhein möglich. Ich erinnere mich noch den Schulausflug mit einem Schiff mit meinen Schülerinnen nach Kleve. Einmal im Jahr mussten wir als Klassenlehrer einen Schulausflug für unsere Schülerinnen organisieren und mit ihnen ausführen. Die „Opleidingsschool voor kleuterleidsters“ (etwa wie eine Fachschule für Sozialpädagogik) war die Schule im niederländischen Zwolle, in der ich damals lehrte. Zuerst schlug ich eine Tagestour nach Paris vor. Diese hatte ich mal mit dem Bus für umgerechnet € 18,00 gemacht. Einbegriffen war eine Führung im Bus durch die Stadt und zwei Stunden Freizeit.
Meine Schülerinnen waren höchstbegeistert, aber der Schuldirektor lehnte diese Tour ab. Danach schlug ich vor, einen Ausflug mit dem Zug und Boot zu machen. Von Zwolle nach Arnhem mit dem Zug und von dort mit einem Ausflugsschiff nach Kleve. Diese Tour dürfte ich mir meinen Schülerinnen machen.

Es ging von Arnhem über den Rhein zur Landesgrenze und von dort zum Griethauser Altrhein. Dort kamen die deutschen Zöllner für eine Reisepasskontrole auf das Schiff. Nicht alle Schülerinnen besaßen einen Reisepass. Deshalb hatte ich beim niederländischen Zoll für alle einen Kollektivpass beantragt. Man versprach mir, dass die niederländische Marechaussee, die für die Passkontrole bei der Einreise in die Niederlande die Verantwortung hatte, mir diesen Bescheid beim Eintreffen in Deutschland aushändigen würde.
Als u unser Schiff anhielt, schaute ich, ob das Schiff des niederländischen Zolls in Anmarsch war. Aber es war nichts zu sehen. Die deutschen Zöllner kamen an Bord, und fingen mit der Passkontrolle an. Auch mich fragten sie um den Reisepass. Der Beamte wollte wissen, ob die Mädchen, die bei mir saßen, zu mir gehörten. Ich bejahte das, und dieser wollte ihre Pässe kontrollieren. Ich sagte dem Zöllner, dass sie mit einem Kollektivpass unterwegs waren, aber konnte ihn diesen nicht zeigen, weil die Marechaussee mir diesen noch nicht an Bord aushändigt hatte. Darauf rief er seine niederländischen Kollegen an. Es stimmte was ich gesagt hatte, aber das Schiff musste nun warten, bis Marechaussee uns mit ihrem Schiff erreicht hatte. Die übrigen Fahrgäste waren darüber nicht erfreut. Als die Grenzformalitäten ausgeführt waren, fuhren wir über den Griethauser Altrhein nach Wardhausen für die Schleusung, um danach über das Spoykanal weiter nach Kleve zu fahren. Das war ein Erlebnis, und wir genossen von der wunderschönen grünen Landschaft.
Es fiel auf, dass viele Tagesausflüger/Schaulustigen durch den Schleusenbetrieb in Brienen/Wardhausen angezogen wurden, aber auch die malerische Landschaft der Halbinsel Salmorth.

Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin, sagte: „Mein Ziel ist es jetzt, dass die Schleuse 2016 wieder öffnet“. Mit ihr hoffen das viele. Nicht nur die Bootfahrer, weil die Schleuse ihnen ihnen herrliche Ausflüge auf dem Wasser möglich macht. Sie zieht auch die „Landratten“, denn es gibt da in der Hochsaison einiges zu Erleben. Leider nicht in diesem Jahr. Erhalten bleibt jedoch eine wunderschöne Landschaft – ein Magnet für viele.
Ein kleiner Abstecher zum Johanna-Sebus-Denkmal am Deich in Wardhausen lohnt sich auch. Nachdem Johanna Sebus, ein 17jähriges Mädchen, seine Mutter aus den Fluten des 1809 über seine Ufer fließenden Rheins gerettet hatte, stürzte es von neuem in den Fluss, um weitere Personen zu retten. Dabei ertrank sie. Ihre Leiche wurde in der Rinderner Feldmark gefunden und in einem Ehrengrab auf dem Friedhof in Rindern beigesetzt. 1872 dieses in den Kirchenraum der neuen Kirche einbezogen.
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 28.02.2015 | 22:14  
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