Jetzt zu Klever und Kranenburger Windkraftplanungen im Reichswald Stellung nehmen

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Planungen Kleve: ca. 180 Hektar für Windkraft im Reichswald
 
Planungen Kranenburg: ca. 200 Hektar für Windkraft im Reichswald
Kleve: Reichswald |

Kranenburg/ Kleve, 10. August 2015 – Seit dem Beginn der zweiten Auslegung des neuen Flächennutzungsplans der Stadt Kleve ist bekannt, dass neben der Gemeinde Kranenburg nun auch die Stadt Kleve an der Ausweisung von Konzentrationszonen für den Bau von Windkraftanlagen im Reichswald arbeitet. Bis zum 31.08.2015 haben Bürger die Möglichkeit, schriftlich ihre Bedenken hierzu zu äußern. Die Gemeinde Kranenburg nimmt im Rahmen der ersten Auslegung ihres Teilflächennutzungsplans noch bis zum 20.08.2015 Stellungnahmen entgegen. Die Bürgerinitiative „Gegenwind im Reichswald e.V.“ ruft Bürger dazu auf, von ihrem Beteiligungsrecht Gebrauch zu machen und bietet Hilfestellung.

Schon seit dem Jahr 2012 planen die Gemeinde Kranenburg und der Landesbetrieb Wald & Holz NRW, rund 200 Hektar Wald entlang des Kartenspielerwegs für die Ansiedlung von Windkraftindustrie auszuweisen. Dieses Vorhaben stellt bereits eine große Bedrohung für den Reichswald dar. Im Entwurf des neuen Flächennutzungsplans der Stadt Kleve werden nun zusätzlich gut 180 Hektar Wald für den Ausbau von Windkraftindustrie ausgewiesen. Zu beiden Verfahren läuft nur noch kurze Zeit die Unterrichtung bzw. Beteiligung der Öffentlichkeit.

Schaden
Nach Ansicht des Vereins würde eine Weiterverfolgung der Planungen und industrielle Nutzung der Flächen das Ende für den Reichswald in seiner heutigen Form bedeuten. „Durch seinen großen Umfang und die Lage inmitten von Naturschutzgebieten weist der Reichswald einen hohen ökologischen Wert auf. Auch kulturhistorisch ist er bedeutsam, und er stellt ein beliebtes Naherholungsgebiet dar“, sagt Iris Roselie, Sprecherin der Bürgerinitiative. „Ein Zerschnitt dieses empfindlichen Ökosystems würde einen Großteil seines Wertes zunichtemachen.“ Roselie warnt vor einer Beeinträchtigung der nahegelegenen Naturschutzgebiete Geldenberg, De Bruuk, St. Jansberg und des in Entwicklung befindlichen Gebietes Koningsven. Gefährdet seien v.a. verschiedene Vogel- und Fledermausarten. Auch über die Folgen von Lärm, Infraschall und eine Abnahme der Lebensqualität sowie den Wertverlust von Immobilien für Einwohner sowohl der Ortsteile Kessel, Reichswalde und Materborn als auch der Ortschaften auf niederländischer Seite äußert sich Roselie besorgt.

Bürgerbeteiligung
“Es ist wichtig, dass so viele Bürger wie möglich von ihrem Recht Gebrauch machen, ihre Bedenken zu äußern”, sagt Roselie. “Das Baugesetzbuch verpflichtet Gemeinden dazu, Stellungnahmen ernst zu nehmen. Innerhalb und außerhalb der Gemeindegrenzen wohnende Bürger dürfen jetzt Argumente anführen, die gegen den Bau von Windkraftanlagen im Reichswald sprechen. Für den einen mögen das die großflächigen Rodungen, die Störung bzw. Tötung von Wildtieren oder eine mögliche Verschmutzung von Trinkwasservorkommen im Reichswald sein. Für den anderen wirtschaftliche Verluste durch die Schädigung des Reichswalds als Naherholungsgebiet und das Wegbleiben von Touristen. Ganz egal welche Argumente Bürger haben: Wichtig ist nur, dass sie sie fristgemäß schriftlich im Kranenburger bzw. Klever Rathaus einreichen.“

Gemeinde Kranenburg
Der Teilflächennutzungsplan „Windenergie“, der den Bau von 12 Groß-Windkraftanlagen am Kartenspielerweg ermöglichen soll, ist im Rahmen der ersten Auslegung noch bis zum 20. August 2015 einzusehen. Stellungnahmen sind bis zu diesem Tag zu richten an: Gemeinde Kranenburg, Der Bürgermeister, Bauamt, Klever Straße 4, 47559 Kranenburg oder per E-Mail an rathaus@kranenburg.de. Die zweite gesetzlich vorgeschriebene Auslegung erfolgt vermutlich im Herbst.

Stadt Kleve
Die Planungen der Stadt Kleve sind bereits in der zweiten Auslegung. Die Konzentrationszonen für Windkraftanlagen wurden erst nach der ersten Auslegung in den Flächennutzungsplan aufgenommen. Die nun laufende zweite Auslegung ist die einzige und letzte Möglichkeit zur Äußerung von Bedenken! Schriftliche Stellungnahmen müssen spätestens am 31. August 2015 an folgender Adresse eingegangen sein: Stadt Kleve, Fachbereich Planen und Bauen, Abt. Stadtplanung, Landwehr 4-6, 47533 Kleve oder per E-Mail: stadt-kleve@kleve.de.

Hilfestellung
Argumentationshilfen und Musterbriefe stellt die Bürgerinitiative auf ihrer Website zur Verfügung (www.gegenwindreichswald.eu). Hier sind auch weitere Hintergrundinformationen über beide Planungen zu finden. „Für Windkraftanlagen gibt es geeignetere Standorte als den Reichswald. Dazu zählen Gewerbegebiete oder landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen. Mit einer Äußerung zu den Windkraft-Planungen im Wald kann sich jeder einzelne für den Erhalt des Reichswalds stark machen. Trotz der Ferienzeit haben wir hart gearbeitet, um eine Hilfestellung bei der Abgabe von Stellungnahmen zu leisten. Jetzt hoffen wir, dass viele Bürger das auch tun. Denn die Uhr tickt!“, so Roselie.

kleve.gegenwindreichswald.eu

kranenburg.gegenwindreichswald.eu
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