Meine Frohe Weihnachten- und Winterspaß-Geschichte für Euch: Bekenntnisse eines Schneefans ;-)

Anzeige
Urlaub in Mittenwald 1980
 
Auch als last-minute-Weihnachtsgeschenk geeignet: Die ganz normale Sitcom namens Leben ;-)
Von klein auf übte Schnee eine ganz besondere Faszination auf mich aus, was sich bis heute nicht geändert hat. Das mag daran liegen, dass Schnee für den Niederrheiner an sich mittlerweile fast so exotisch geworden ist wie ein plötzlicher Wintereinbruch in der Karibik. Anstatt sich an der weißen Pracht zu freuen, wird lamentiert, dass man gerade in diesem Winter noch auf Sommerreifen unterwegs ist. Und Hobbygärtner erleiden Panikattacken, da ihr Garten noch nicht winterfest gemacht worden ist.

Ich hingegen merke schon beim Wachwerden, dass etwas ganz besonders schönes angefangen hat: Morgens um kurz vor Sieben dringt ein weißer Schimmer durch die Ritzen der Jalousien, die Autos rollen in Schrittgeschwindigkeit über die Straße und vom Nachbargrundstück hört man die charakteristischen Geräusche eines Frühaufstehers, der damit begonnen hat, seine Gehwege vom Schnee zu befreien. Jetzt hält mich nichts mehr im Bett: Ein Hechtsprung zum Fenster, die Gardinen zur Seite gerissen und - eine Runde staunen: Eine leichte Puderzuckerschicht liegt auf den Dächern und den Gärten, die Sträucher sind mit dünnen Schneehäubchen geschmückt und die Äste der großen Birke im Nachbargarten weißlich überstäubt. Nun wird auch der noch in süßen Träumen liegende Göttergatte wachgerüttelt - schließlich muss er doch davon in Kenntnis gesetzt werden, dass seine Schnee begeisterte Ehefrau bereits verzweifelt die gefütterten Schneeschuhe gesucht hat und am liebsten schon vor dem Frühstück durch den verschneiten Reichswald stapfen würde.

Was gibt es aufregenderes an einem solchen Tag als das Knirschen des frisch gefallenen Schnees unter den Füßen zu hören, den langsam vor sich hin taumelnden Flocken hinterher zu schauen und den Alltag einfach auszublenden. Niederrheinisches November Einheitsgrau ist Schnee von gestern! Jetzt noch schnell klammheimlich einen dicken Schneeball formen und den Ehemann bewerfen - schon ist die erste Schneeballschlacht des Jahrs in vollem Gange.

In dieser Hinsicht geprägt haben mich die Urlaube, die meine Eltern mit ihrem kleinen Stöpsel jedes Jahr zu Ostern nach Mittenwald ins Allgäu führten. Bergwanderungen im Schneegestöber, Pferdeschlittenfahrten, Schlittschuhlaufen auf zugefrorenen Bergseen, all das haben wir zusammen unternommen. Aber vor allem die Skifahrer hatten es der damals Sechsjährigen angetan. Zu der Zeit wurde dem hoffnungsvollen Nachwuchs aus Flachlandtirol aber nicht gleich ein Paar Skier zur Verfügung gestellt, damit dieser seinen großen Vorbildern Rosi Mittermaier und Christian Neureuther nacheifern konnte. Da war Erfindungsreichtum angesagt - und solange an den Nerven der Eltern herumgesägt, bis diese mit leiser Resignation ihre Spazierstöcke herausrückten. Die dann an den kleinen Füßchen befestigt wurden - und hossa, endlich konnte ich mir spannende Abfahrtsduelle mit meinen beiden Idolen liefern!

Unvergesslich auch der plötzliche Wintereinbruch an einem Neujahrsabend - allerdings schon ein paar Jährchen später! Da wurde zusammen mit dem Freund der alte Holzschlitten aus dem Keller geholt und zum Bundeswehrgelände gefahren, denn dort gab es die besten Abfahrten in der Gegend. Und was gibt es Romantischeres als Rodeln unter dem Sternenhimmel, ganz allein auf weiter Flur? Mondschein über funkelnden Schneefeldern, Hand in Hand den Schlitten nach der Abfahrt wieder hochziehen, sich eng aneinander gekuschelt auf den Schlitten setzen - nur um hinterher zum wiederholten Male in den Schnee zu kugeln …


Mit dieser Geschichte möchte ich den LKlern, den Redaktionen und allen Lesern schöne, entspannte Weihnachtstage wünschen und ein gutes, vor allem gesundes Jahr 2014!

Die Fotos sind abfotografiert, daher leider qualitativ nicht ganz so gut. Aber der Erinnerungswert zählt :-) Die ersten Bilder sind aus einem der Mittenwald-Urlaube 1980. Dann folgen 2 Fotos vom Rodeln am Bundeswehrgelände, das muss 1991 gewesen sein. Leider ist die beste Strecke heute durch Baumbepflanzung nicht mehr nutzbar.

Diese Geschichte und noch viel mehr in meiner vor einem Jahr erschienenen Kurzgeschichtensammlung "Die ganz normale Sitcom namens Leben"
5
Diesen Mitgliedern gefällt das:
9 Kommentare
51.785
Luzie Schröter aus Fröndenberg/Ruhr | 18.12.2013 | 16:21  
9.280
Gerda Bruske aus Goch | 18.12.2013 | 17:20  
51.785
Luzie Schröter aus Fröndenberg/Ruhr | 18.12.2013 | 17:47  
6.412
Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 18.12.2013 | 18:29  
1.858
Wolfgang Torka aus Essen-Steele | 18.12.2013 | 18:53  
5.166
Elke Schumacher aus Heiligenhaus | 19.12.2013 | 01:29  
28.399
Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 20.12.2013 | 13:14  
34.207
Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 20.12.2013 | 15:09  
28.399
Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 21.12.2013 | 10:09  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.