Verein Gegenwind im Reichswald ruft Bürger zu Protestaktion auf

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Blick über den Klever Reichswald
 
Die Enercon E126 bei Medemblik (NL) Mit dieser Windkraftanlage sind die für den Reichswald vorgesehenen 12 Anlagen vergleichbar.

Kranenburg-Grafwegen, 15. Juni 2015 – Der deutsch-niederländische Verein „Gegenwind im Reichswald“ ruft sowohl deutsche als auch niederländische Bürger zu einer Protestaktion vor dem Rathaus der Gemeinde Kranenburg am kommenden Donnerstag, 18. Juni um 17:30 Uhr auf.

Ab 18:00 Uhr tagt der Gemeinderat in einer öffentlichen Sitzung über die Änderung des Flächennutzungsplans des Gebietes am Kartenspielerweg im Reichswald. Im Rahmen der Planungen für die Errichtung von 12 Groß-Windkraftanlagen soll der Bereich in eine Eignungsfläche für Windenergie umgewandelt werden. Die Größe der vorgesehenen Fläche beträgt insgesamt rund 206 ha. Der Verein bittet Bürger, auch während er Sitzung anwesend zu sein.

Unter Tagesordnungspunkt 4 werden die Ratsmitglieder über die Aufstellung des Teilflächennutzungsplans „Windkraft“ abstimmen. Hiermit wird die Grundlage für den Bau der Groß-Windkraftanlagen geschaffen. “Wir erwarten, dass der Rat dem Vorschlag des Planungs- und Umweltausschusses vom 28. Mai zustimmt,“ sagt Jeroen Boot, Vorstandsmitglied des Vereins. „In Gesprächen mit Bürgern hören wir immer wieder, dass die Ablehnung des Projektes in der Bevölkerung groß ist. Das gilt auch für Kranenburg. Sollten die Planungen umgesetzt werden, wird unsere Heimat nicht mehr das sein, was sie heute ist. Mit dem Bau der ersten Anlage ist das Schicksal des Reichswalds besiegelt. Deshalb rufen wir alle Bewohner von Kranenburg, Kleve, Goch und den niederländischen Gemeinden auf, am kommenden Donnerstag zum Rathaus von Kranenburg zu kommen. „Wir müssen den Ratsmitgliedern zeigen, dass wir diese Anlagen nicht wollen, nicht im Reichswald!“, so Boot.

12 Groß-Windkraftanlagen
Die zwölf Anlagen, die der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, die Gemeinde Kranenburg und der in Wiesbaden ansässige Projektierer ABO Wind errichten möchten, sind insgesamt 200 m hoch. Sollten die Pläne umgesetzt werden, steht auf einer Strecke von 5 km die Rodung von zwölf Parzellen bevor. Jede größer als ein Fußballfeld – insgesamt rund 10 ha. Hinzu kommen Rodungen für eine Verbreiterung des Kartenspielerwegs, damit er für hunderte Spezial- und Schwerlasttransporte zur Materialanfuhr geeignet ist. Der Bau der Groß-Windkraftanlagen wird dem Reichswald großen Schaden zufügen und bedeutet einen schweren Eingriff in den Lebensraum vieler Tiere. „Von der Beeinträchtigung der einzigartigen Landschaft, Zerstörung kulturhistorisch bedeutsamer Merkmale, negativer Folgen für den Tourismus, der Lärmbelastung für Anwohner und das fragwürdige Verdien-Modell mal ganz zu schweigen,“ erläutert Boot.

Standort
Die zwölf Anlagen, von denen jede fast 50 m höher ist als der Kölner Dom, sollen unweit der Ortschaften Gennep und Ven-Zelderheide nahe der deutsch-niederländischen Grenze errichtet werden. Am und im Reichswald leben Vögel wie der Wespenbussard und der Schwarzspecht. „Windkraftanlagen sind eine große Gefahr für sie,“ erläutert Boot. „Dasselbe gilt für viele Zugvögel und Fledermäuse, die entlang des Waldrandes fliegen oder ihn überqueren. Sie können von den riesigen Rotorblättern erfasst werden, die mit Geschwindigkeiten von bis zu rund 400 km/h durch die Luft sausen. Wir sind auch über die Beeinträchtigung des Gebietes durch Erschütterungen des Bodens durch die Rotorbewegungen und den Lärm der Groß-Windkraftanlagen besorgt.“

Flagge zeigen
Die kommende Ratssitzung ist ein wichtiger Meilenstein in der Anbahnung des Projektes, an dem Bürger deutlich machen können, dass sie gegen den Bau von Windkraftanlagen im Reichswald sind. Boot: „Der Projektentwickler ABO Wind und Bürgermeister Günter Steins haben alles getan, um den Anschein zu erwecken, als seien noch monatelange Vorbereitungen erforderlich. Tatsächlich wird aber schon jetzt, ganz geschickt kurz vor den Sommerferien ein wichtiger Schritt vollzogen. Wenn es nach den Wünschen der Gemeinde geht, wird schon Ende 2016 gerodet und sollen sich die Anlagen im darauffolgenden Jahr im Reichswald drehen. Es ist wichtig, dass viele Menschen zum Rathaus kommen. Sowohl aus Deutschland als auch den Niederlanden. Mit unserer Anwesenheit setzen wir ein Zeichen. Skandieren oder das Hochhalten von Protestschildern ist nicht erforderlich.“ Die Sitzung des Gemeinderates beginnt am Donnerstag, 18. Juni um 18:00 Uhr. Gegner des Projektes treffen sich um 17:30 Uhr vor dem Rathaus der Gemeinde Kranenburg, Klever Straße

Informationen
Wer am Donnerstag, 18. Juni nicht nach Kranenburg kommen kann, aber sich dafür einsetzen möchte, dass keine Windkraftanlagen im Reichswald errichtet werden, kann den Verein „Gegenwind im Reichswald“ unterstützen, spenden oder Mitglied werden. Informationen sind auf der Website http://www.gegenwindreichswald.de zu finden.
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