"Als sein Abschied am Donnerstag feststand, gab es Tränen, bei Pofalla und bei Merkel"

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Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (l.) und der CDU Kreisvorsitzende Dr. Günther Bergmann (MdL)

Vom Hauptschüler zum Kanzleramtsminister. Diese beeindruckende Karriere des Kreis Klever Bundestagsabgeordneten Ronald Pofalla (CDU) findet zunächst keine Fortsetzung.

In einem Telefonat mit dem CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Günther J. Bergmann (MdL) bestätigte Pofalla am Samstag (14.12.2013) entsprechende Medienberichte, dass er sich aus der großen Politik zurückziehen werde. „Er möchte kürzer treten und eine Familie gründen“, sagte Bergmann dem Klever Wochenblatt. „Dieser Schritt ist ihm nicht leicht gefallen und hat ihm viel Kraft gekostet.“ Pofalla will jedoch Bezirksvorsitzender der CDU Niederrhein und selbstverstänlich auch Bundestagsabgeordneter bleiben.
„Der Kreis Kleve hat damit einen Abgeordneten, der durch seine vielen Kontakte einfach hervorsticht“, so Bergmann.
Pofalla, der seit 1990 dem Bundestag angehört, hatte Freitagabend noch bis 21 Uhr an einer Sitzung des CDU-Kreisvorstandes im Ratskeller in Kalkar teilgenommen. Gegenüber den Führungskräften der CDU hatte der 54-Jährige mit keinem Wort seine Zukunftspläne erwähnt. Zehn Minuten, nachdem Pofalla die Sitzung in Kalkar verlassen hatte, meldeten dann die Medien seinen geplanten Rückzug.

„Das macht natürlich einen unglücklichen Eindruck“, so Bergmann. Aber Pofalla habe der Kanzlerin versprochen, seinen Rückzug bis Sonntagabend nicht zu kommunizieren, auch nicht gegenüber dem CDU-Kreisvorstand in der Heimat. Bergmann: „Er hat sich daran gehalten. Versprochen ist versprochen“

Pofalla selbst ließ am Samstag eine E-Mail an die wichtigsten Funktionsträger der CDU senden:

"Liebe Freundinnen und Freunde,

unsere Bundeskanzlerin hatte mich in den letzten Tagen ausdrücklich gebeten, bis gestern noch keinerlei Aussagen zum Kabinett der neuen Bundesregierung zu treffen.

Heute kann ich Ihnen folgendes mitteilen: Es war für mich eine große Ehre in der abgelaufenen Wahlperiode im Bundeskanzleramt zu arbeiten. Aus persönlichen Gründen habe ich mich entschieden, der neuen Bundesregierung nicht mehr anzugehören. Ich habe insbesondere der Bundeskanzlerin Angela Merkel für das in mich gesetzte Vertrauen persönlich gedankt und Ihr bei der Führung der neuen Bundesregierung von Herzen Glück und Erfolg gewünscht. Meine Arbeit als Bezirksvorsitzender der CDU Niederrhein werde ich in der bewährten Art fortsetzen.

Ich hoffe auf Ihr Verständnis für meine Entscheidung und wünsche Ihnen und Ihren Familien morgen einen gesegneten und fröhlichen dritten Advent.

Ihr

Ronald Pofalla MdB"

Am Sonntag (15.12.2013) sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Vorstellung der neuen Regierung: "Ronald Pofalla war eine wichtige Stütze in einem tollen Team und ich bedauere, dass er die Mannschaft verlässt". Nachfolger von Pofalla als Kanzleramstsminister wird der bisherige Umweltminister Peter Altmaier. Neue Umweltministerin wird dei Kleverin Barbara Hendricks (SPD).

"Als sein Abschied am Donnerstag feststand, gab es Tränen, bei Pofalla und bei Merkel." Ein Hintergrundbericht der Süddeutschen Zeitung
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Ferdinand Schoemaker aus Kalkar | 18.12.2013 | 17:43  
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