"Es geht um die Wertschätzung des Lebensmittels Fleisch"

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Bruno Jöbkes und NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens, hier am letzten Donnerstag bei einer Veranstaltung in Goch (Foto: Heinz Holzbach)

Zu den besucherstärksten Wochenmärkten zählt der Kalkarer Markt nicht. Und wenn es dann noch wie aus Kübeln regnet, muss Wahlkampf kein Vergnügen bereiten. Präsenz zeigen an diesem Nachmittag zwei Bundestagskanidaten des Kreises Kleve.

Es ist kurz nach 14 Uhr. Zahlenmäßig ist die CDU-Senioren-Union an diesem Nachmittag die stärkste politische Gruppierung. Der Kalkarer Landtagsabgeordnete Dr. Günter Bergmann ist vertreten, während sich Dr. Barbara Hendricks (SPD) ihren "Bauchladen" umschnallt. Der grüne Bundestagskandidat Bruno Jöbkes wird vom Kalkarer Parteifreund Willibald Kunisch begrüßt. Nur, wo bleibt das Kaffee-Mobil des Landesverbandes?

Das Umfragetief für die Grünen erschüttert Jöbkes nicht. Spürt er den Gegenwind? "Nee," sagt der 45-jährige Unternehmer. "Unsere Veranstaltungen sind gut besucht." Und Infostände wie in Kalkar sind für den Grünen-Kandidaten eine willkommene Gelegenheit, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Um was geht es da eigentlicht? "Viele machen die Grünen für die hohen Strompreise verantwortlich. Dann muss ich den Leuten immer erklären, dass die schwarz-gelbe Regierung so viele Unternehmen von der Umlage für erneuerbare Energien befreit und die Verbraucher dafür die Zeche zahlen."

Und der Veggie-Day? Jöbkes ist Gesellschafter und Geschäftsführer einer Großschlachterei in Wachtendonk- allerdings mit 70 Prozent Bioanteil. Und kann mit einem fleischlosen Tag in der Woche trotzdem gut leben. "Es geht um die Wertschätzung des Lebensmittels Fleisch", sagt Jöbkes und kann sich mit dem Slogan "Mehr Klasse statt Masse" anfreunden. Die Massentierhaltung ist für ihn nicht akzeptabel - die Nitratbelastung, die Düngelast. Mit diesen Folgen hat auch der Kreis Kleve zu leben. Und nachdenklich werden seine Gesprächspartner spätestens, wenn er ihnen erzählt, dass der Preis für Kotelett in den letzten 30 bis 40 Jahren nur um 1 Prozent gestiegen ist.

Mit einer Stunde Verspätung gibt es auch den ersten Kaffee am grünen Kaffee-Mobil. Die Regenschirme sind verstaut, aber Bruno Jöbkes freut sich schon auf den nächsten Termin. In Goch wartet NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens ...
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