Gesamtschule schreibt offenen Brief an Bürgermeisterin und Ratsmitglieder

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Mit einem offenen Brief hat sich die Gesamtschule Kleve an die Bürgermeisterin und die Stadtverordneten gewandt.

Wir veröffentlichen ihn hier im Wortlaut:

Offener Brief: Verantwortung für alle Schülerinnen und Schüler in Kleve übernehmen
Kleve, 28.02.2017


Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Northing,
sehr geehrte Stadtverordnete,
seit dem Ratsbeschluss aus Dezember 2011 zur Umgestaltung der Schullandschaft in Kleve haben Sie uns als Gesamtschule Kleve bei der Umsetzung dieses Beschlusses als verlässlichen Partner an Ihrer Seite erlebt.
Immer wieder haben Sie Ihre Entscheidungen im Verlauf der zurückliegenden sechs Jahre zurückgenommen und die Umsetzung Ihrer Beschlüsse verzögert – trotzdem sind wir Ihre Wege mitgegangen.
Nun ist der Punkt erreicht, an dem Ihre Entscheidungen die von uns geleistete Arbeit massiv gefährden. Deshalb können wir diese nun nicht mehr mittragen.
Sie haben im Dezember 2011 entschieden, integriert und inklusiv arbeitende Schulen zu errichten.
Für die Gesamtschule Kleve haben wir die Herausforderung angenommen und ein ambitioniertes Schulprofil entwickelt. Dieses leben wir, obwohl uns die von Ihnen zugesagten Räumlichkeiten auch in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung stehen werden. Es ist uns dennoch gelungen, eine in Anzahl und Heterogenität stabile Schülerschaft aufzubauen. Eltern, Politik und Schulaufsicht bescheinigen uns immer wieder eine gute und erfolgreiche Arbeit.
Jahr für Jahr schauen Sie nur auf die Anmeldezahlen und beugen sich stets wiederkehrend dem öffentlichen Druck aus der Tagesaktualität heraus. Wir erleben im Verlauf eines jeden Schuljahres die Kinder und Jugendlichen, die das gegliederte System verlassen wollen oder müssen. Hier zählt Elternwille nicht mehr. Es wäre für alle Beteiligten der wesentlich sinnvollere Weg, wenn wir diese Schülerschaft von Anfang an begleiten könnten. Stattdessen gehen wir in den mühsamen Prozess, diesen Schülerinnen und Schülern nach ihrem Scheitern im gegliederten Schulsystem aufs Neue die Freude am Lernen zu vermitteln.
Mit Anträgen zur Zügigkeitsveränderung, die die Schulträgerberatung der Bezirksregierung in Frage stellen, entziehen Sie sich Ihrer Verantwortung endgültig. Diese Verantwortung besteht darin, die Schullandschaft in Kleve dauerhaft so zu gestalten, dass sich für alle Kinder und Jugendlichen faire Bildungschancen eröffnen. Dazu sind in Kleve zwei integrierte Schulen unabdingbar notwendig. Auch hier gibt es einen Elternwillen, auch wenn sich dieser nicht lautstark und in Teilen unsachlich äußert.
Insgesamt tragen Sie mit Ihren Überlegungen bezüglich dieser Anträge maßgeblich dazu bei, die städtische Gesellschaft zu spalten und denjenigen Vorschub zu leisten, deren Äußerungen Eltern und Schüler unserer Schulgemeinschaft massiv diffamieren. Dies wurde noch einmal besonders in den Medienveröffentlichungen der vergangenen Woche deutlich.
Wir fordern Sie deshalb noch einmal nachdrücklich dazu auf, verantwortliche und zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen und auszuhalten.

Für die Schulgemeinschaft der Gesamtschule Kleve
Jürgen Schmitz
Schulleiter
Sigrid Dautwiz
Schulpflegschaftsvorsitzende
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Jens-Uwe Habedank aus Kleve | 02.03.2017 | 12:51  
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