Sporthalle Kellen bleibt bis Ende Februar Notunterkunft

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Über 60 Interessierte verfolgten die Info-Veranstaltung im KAG
Kleve: Konrad-Adenauer-Gymnasium |

Die Dreifachturnhalle in Kellen soll nach aktuellem Stand nur noch bis zum 29. Februar 2016 als Notunterkunft für Flüchtlinge vorgehalten werden.

Das sagte heute Abend (15. Dezember 2015) Bürgermeisterin Sonja Northing auf einer Informationsveranstaltung der Schülervertretung (SV) des Konrad-Adenauer-Gymnasiums. Die SV hatte die Veranstaltung im Pädagogischen Zentrum eigenständig organisiert, um auch besorgten Eltern Informationen aus erster Hand anbieten zu können.

Schulausschussvorsitzende Petra Tekath kümmert sich ehrenamtlich um die Flüchtinge. „Ich habe Menschen gesehen, die gefoltert wurden. Die Folterspuren waren sichtbar.“, so die SPD-Politikerin, die die Besucher eindringlich aufforderte: „Nehmen Sie Kontakt zu den Flüchtlingen auf. Wer einmal persönlichen Kontakt zu ihnen hat, für den sieht die Welt ganz anders aus.“

Der kommissarische Schulleiter Bernd Westerhoff lobte ausdrücklich das gute Verhalten seiner Schüler gegenüber den Flüchtlingen. „Schon im Jahr 2012 hatten 20 Prozent unserer Schüler einen Migrationshintergrund. Da hat niemand was von gemerkt.“ Westerhoff konnte den Eltern versichern, dass trotz Belegung der Turnhalle durch Flüchtlinge - zur Zeit leben dort 47 Geflüchtete - kein Sportunterricht ausfällt. „Es gibt aber an allen Schulen verkürzten Sportunterricht.“
Bürgermeisterin Sonja Northing lobte die gute Willkommenskultur in Kleve: „Jetzt müssen wir daraus eine Miteinanderkultur schaffen.“ In Kleve gäbe es keine große rechte Szene. „Wir würden als Klever den Rechtsradikalen auch die Stirn bieten.“

Der Internationale Bund, einer der großen freien Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Deutschland, betreut die Flüchtlinge in der Notunterkunft in Kellen. 47 Personen leben zur Zeit in der Halle. Insgesamt 771 Flüchtlinge wurden hier seit August 2014 aufgenommen und dann weiter auf die Kommunen verteilt - auch in Nachbargemeinden. „Viele kommen zu einem Besuch zurück, weil sie sich hier wohl gefühlt haben“, sagte eine Mitarbeiterin des Internationalen Bundes. In der Turnhalle gibt es jeden Tag Deutschunterricht für die Flüchtlinge.
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