Freiwillige Feuerwehr: Übungseinsatz im Akzent Hotel

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  Kleve: Akzent Hotel | Freitag Abend, kurz vor 20 Uhr: Der Brandmelder im Akzent Hotel in der Klever Oberstadt schlägt Alarm. Brand im sechsten Stock. Gut, dass an diesem Abend die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kleve zum regulären Übungsabend zusammen gekommen waren. Innerhalb weniger Minuten hatten die ersten Einsatzfahrzeuge die Brandstelle erreicht, schnell war die Drehleiter zur Stelle.

"Wir kennen nicht jedes Gebäude in der Stadt Kleve - deshalb sind wir sehr, sehr dankbar, dass wir hier im Akzent Hotel eine Übung unter realistischen Bedingungen durchführen konnten", waren sich Stadtbrandinspektor Jürgen Buil und Feuerwehrmann Heinz Lippe einig. Üben unter realen Bedingungen, das heißt, von der Erkundung des Brandortes bis hin zur Klärung der Frage, wo die Schlüssel zu finden sind, hatten die Feuerwehrleute hier eine Menge Aufgaben zu erledigen.

Schläuche wurden ausgerollt, der Atemschutz angelegt, während die Gruppenführer die Lage erkundeten. Personen mussten gesucht, Feuer gelöscht, die Drehleiter bedient werden. "Wo ist der Schlüssel für die Schranke", war eines der ersten Hindernisse, das die Feuerwehrkameraden zu lösen hatten. Hotelleiterin Beate Schmidthausen hatte ihn schnell zur Hand - und schon war eine erste Gefahrenquelle benannt. "Wenn es einen zweiten Schlüssel gibt, wäre es gut, wenn der mit im Feuerwehrtresor liegen würde", machte Heinz Lippe aufmerksam. Mit einem Spezialschlüssel kann die Feuerwehr auf einen Tresor zugreifen, in dem der Zentralschlüssel des Hotels zu finden ist.

Inzwischen hatten die Gruppenführer, von ihren Feuerwehrkameraden freundlich "Blaujacken" genannt, ihre Erkundung abgeschlossen, hatten sich ein Lagebild verschafft. Sowohl im dritten als auch im sechsten Stock hielten sich Hotelgäste auf. Mit Atemgeräten und Schlauchkoffern ausgerüstet machten sich zwei Feuerwehrleute auf den Weg nach oben. Bis zum sechsten Stock. Schläuche ausrollen, verbinden, weiterlaufen. Zwischen dem fünften und sechsten Stock ein brennender Sessel. Weiterlaufen. Noch eine Treppe. Dann endlich am Zimmer - nur der Schlüssel passte nicht. "Im Ernstfall würden wir jetzt die Tür gewaltsam öffnen. Einmal mit der Schulter dagegen - und schon ist die Tür offen", so die Einsatzkräfte. Doch die Gesuchten werden erst zwei Zimmer weiter gefunden - ein ohnmächtiger Mann, erste Hilfe, Sauerstoffmaske. Im Bett liegt auch noch ein Kind, inzwischen hat die Drehleiter das Stockwerk erreicht, macht vor dem Zimmerfenster Halt. Die Verletzten werden über die Drehleiter geborgen und in Sicherheit gebracht. Vor dem dunklen Klever Himmel entfaltet sich eine fast unwirklich anmutende Szenerie.

Auch die vermisste Person auf der dritten Etage konnte gerettet werden - und last but not least eine Person, die vor Ausbruch des Feuers den Fahrstuhl bestiegen hatte.

"Wir haben das gerne gemacht", sagt Hotelleiterin Beate Schmidthausen. "Denn auch für uns ist es wichtig zu wissen, wo eventuelle Schwachstellen sind, die wir beseitigen können." Sie erzählt von einem Zimmerbrand, den sie vor Jahren in einem anderen Klever Hotel erlebte. "Das war wirklich furchtbar."

"Für uns ist es wichtig, Gebäude in Kleve kennen zu lernen, zu wissen, wo wir was finden, wie die Wege sind", beschreibt Heinz Lippe eine der Aufgaben, denen sich die Freiwillige Feuerwehr Kleve in Zukunft noch stärker widmen will. "Viele denken, wenn die Feuerwehr kommt, ist irgendetwas nicht richtig. Aber darum geht es nicht. Je besser wir Örtlichkeiten kennen, umso schneller können wir helfen." Deshalb wäre es wichtig, sich bei der Feuerwehr zu melden, um einen Termin abzusprechen.

Für die Mitarbeiter im Akzent Hotel und den ein oder anderen Hotelgast war der Übungsabend eine spannende Sache. Einig waren sich alle: "Das hat uns auf jeden Fall etwas gebracht."

In einer kurzen Nachbesprechung wurde der Übungsablauf unter die Lupe genommen - "es geht nicht um Kritik, wir alle wissen, dass wir nur Menschen sind", so Heinz Lippe. Aber nur dann, wenn Fehlerquellen erkannt würden, könnten Fehler vermieden werden.

"Dass die Feuerwehr in Kleve eine freiwillige ist, wusste ich nicht, ich ging bisher davon aus, dass wir eine Berufsfeuerwehr hätten und dachte, die Freiwillige Feuerwehr macht das aus Spaß - aber dass sie verantwortlich sind, ihre Freizeit hergeben, das finde ich großartig", beschloss eine dankbare Beate Schmidthausen den Abend.

Text/Fotos: A.T.
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