Kleve - Emmerich - Goch: Warten auf Weihnachten - Kennt Ihr die Geschichte des Bischof Nikolaus

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Unser Nikolaus
Kleve: Emmerich/Kleve | Ich bin ein wenig zu früh dran. Habe am heutigen Mittwoch ein längeres Gespräch mit einer Kundin (einer Niederländerin) die ich erst am 10. Dezember wieder besuchen werde. Wir unterhielten uns über den ,,Sinterklaas'' , dem heiligen Nikolaus. Das ist Mann mit dem roten Mantel und einem weissen Bart. Wir nennen ihn Nikolaus
Mit ihm kommt auch sein Gehilfe der ,,schwatte Piet'', der sogar die Kinder schlug und in den Sack steckt. Aber das war natürlich nur ein Trick der Eltern, die wollten, dass ihre Kinder Angst hatten und darum immer schön lieb waren. Heute macht er das nicht mehr. Und das ist gut so, denn der heilige Nikolaus hat wirklich gelebt. Und er hätte bestimmt nie ein Kind in den Sack gesteckt ... Deshalb erzähle ich Eujch heute seine Geschichte.
Tja, oft wird er ja mit dem Weihnachtsmann verwechselt, der eigentlich nur so etwas wie ein Geschenkebringer ist und über den man keine Legenden erzählen kann. Über den heiligen Nikolaus aber kann man viel erzählen:
Er hat wirklich gelebt - vor langer, langer Zeit in Lykien. Das war ein Landstrich in Kleinasien, der heute zur Türkei gehört. Seine Eltern waren sehr reich. Als sie starben, war Nikolaus erst 16 Jahre alt, also noch nicht ganz erwachsen. Einige Jahre wohnte er allein in dem wunderschönen großen Haus und wenn hungrige Kinder oder arme alte Menschen an seine Türe klopften, gab er ihnen immer gern von seinem Reichtum ab.
Eines Tages verkaufte er das Haus und zog in eine andere Stadt, in der auch sein Vetter lebte. Die Stadt hieß Myra und hatte einen großen Hafen.
Zu dieser Zeit wurde ein neuer Kaiser gekrönt, er hieß Konstantin. Dieser Kaiser erlaubte es den Menschen, die gern Christen sein wollten, Kirchen zu bauen und sich dort zu treffen. Das hatte der Kaiser, der vor ihm regierte, nämlich verboten. Nikolaus wurde bald zum Priester geweiht und später als Bischof ausgewählt.
Er war ein guter Bischof und er half den Leuten, wo er nur konnte. Von dem Geld, das er für sein großes Haus bekommen hatte, ließ er Armenhäuser für die armen Menschen bauen, die keine Wohnung hatten. Er richtete Waisenhäuser ein, für Kinder, die keine Eltern hatten oder um die sich niemand kümmerte.
Und im Hafen baute er ein Haus für alle alten Seeleute, die nicht mehr aufs Meer hinaus fahren konnten. Die Menschen in Myra erlebten also wie hilfsbereit und gut ihr Bischof war. Nikolaus schenkte gern und er selbst war für andere ein Geschenk.
Als eine große Hungersnot ins Land zog, weil es eine viel zu lange Zeit nicht geregnet hatte und die Ernte vertrocknete, war auch der Bischof Nikolaus ziemlich verzweifelt.
Eines Abends lief ein großes Kornschiff in den Hafen ein. Es kam aus Ägypten. Die Menschen in Myra freuten sich, sie hofften so sehr, dass sie nun Korn bekämen, um daraus Brot zu backen.
Aber der Kapitän wollte keinen einzigen Sack abgeben. Die hungernden und traurigen Menschen taten ihm leid. Er hatte aber auch Angst vor seinem Herrn, der mit ihm schimpfen würde, wenn nicht alle Kornsäcke abgeliefert würden. Bischof Nikolaus versprach dem Kapitän, dass nichts passieren würde, sie redeten sehr lange. Nikolaus sagte: „Vertrau'' mir, du wirst bestimmt keinen Ärger bekommen.“ Und schließlich gab ihm der Kapitän zwölf Säcke Korn für die Hungernden in Myra, die damit nun endlich wieder Brot backen konnten.
Später erzählte man sich, dass der Handelsherr des Kapitäns die Säcke nachgezählt und das Getreide gewogen hätte und alles wäre in Ordnung gewesen, nicht ein winziges Körnchen hätte gefehlt... Ein Wunder war geschehen, weil der Kapitän dem Bischof Nikolaus geglaubt hatte!
Es gibt noch viele andere Geschichten und Legenden, die vom heiligen Nikolaus erzählen.
Einmal fuhr ein großes Segelschiff übers Meer, als ein leichter Nordostwind aufkam, der sich aber schnell zu einen Sturm, ja, dann sogar zu einem heftigen Orkan entwickelte. Den Männer an Bord gelang es nicht, den Kurs zu ändern, sie hatten große Angst. Der Orkan zerfetzte bald die Segel, warf das Schiff hoch und wieder runter, hin und her, kreuz und quer...
Da stand plötzlich ein Mann hinter dem Steuer und lenkte das Schiff ganz sicher und ruhig durch den Sturm bis in den Hafen von Myra hinein.
Am nächsten Tag gingen die Matrosen in die Kirche, sie wollten Gott für ihre Rettung danken. Bischof Nikolaus stand dort hinter dem Altar und die Seemänner erkannten in ihm ihren Retter in der Not ...
Als Nikolaus alt war und starb, waren die Menschen sehr traurig. Auch aus anderen Ländern eilten sie nach Myra, um den toten Bischof noch einmal sehen zu können. Seeleute, die in viele ferne Länder fuhren, hatten dort oft von ihm erzählt - so ist er über alle Grenzen hinaus für seine Liebe zu den Menschen bekannt geworden.
Und sie haben ihn nie vergessen. Viele besuchen noch heute sein Grab in Bari, einer großen Stadt in Süditalien. Dort wird jedes Jahr ein Fest gefeiert und zwar an dem Tag, als seine Gebeine von Myra nach Bari gebracht wurden. Das war am 8. Mai im Jahr 1087. Fremde Menschen hatten Myra überfallen und ausgeraubt und die Bewohner flüchteten ins Gebirge. Kaufleute aus Bari haben das Geschehen miterlebt und ihnen gelang es, die Gebeine des heiligen Nikolaus‘ vor den Plünderen zu retten und in ihre Stadt zu bringen.
Man baute dort eine wunderschöne Kirche für seinen Heiligenschrein und nannte sie „Basilika S. Nicola“. Auch das große Fußballstadion in Bari trägt jetzt den Namen des Bischofs.
Nikolaus wird heute als Schutzpatron der Kinder, Bäcker und Seeleute verehrt und am 6. Dezember feiern Kinder in vielen Ländern Jahr für Jahr seinen Namenstag ...
Quelle: teilweise Wikipedia
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15 Kommentare
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Anja Schmitz aus Essen-Süd | 26.11.2014 | 22:03  
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Günther Gramer aus Duisburg | 26.11.2014 | 22:06  
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Christiane Bienemann aus Kleve | 26.11.2014 | 22:16  
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