20 Jahre Aidshilfe Kleve: "Wir brauchen eine offene Gesellschaft"

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Vor wenigen Tagen wurde bei der Aidshilfe 20-jähriges Betsehen gefeiert. Vertreter aus dem bereich der Politik und der sozialen Arbeit waren zum Café Hope gekommen, um hier gemeinsam an die Arbeit der zurückliegenden 20 Jahre zu erinnern. (Foto: Aidshilfe Kleve)

Kleve. Viel Dank und eine Menge Anerkennung gab es vor wenigen Tagen in den Räumen des Café Hope am Regenbogen. Von hier aus wird die Arbeit der Aidshilfe koordiniert. Der Verein wurde vor ziemlich genau 20 Jahren gegründet.

Paul Zigan, Vereinsvorsitzender, erinnerte an die Gründung vor 20 Jahren, vor allem aber an die Verunsicherung, die durch die Immunschwächeerkrankung damals in der Bevölkerung umging.

„Wir haben uns der Betreuung und der Beratung Aidskranker gewidmet“, so Zigan. Die Patienten würden sowohl Zuhause als auch im Krankenhaus unterstützt. Sei Aids zu Beginn noch mit einer geringen Lebenserwartung verknüpft gewesen, sei die Lebenserwartung bis heute doch stetig gestiegen. Im Rahmen dieser positiven Veränderung änderte sich auch die Arbeit der Aidshilfe. „Ein großer Teil unserer Arbeit liegt heute in der Beratung“, so Paul Zigan. Dank der medizinischen Forschung konnte Zigan auch eine Erfolgsmeldung verkünden: Erst vor wenigen Tagen kam das Kind einer an AIDS erkrankten Mutter gesund zur Welt. „Wir betreuen und beraten auch in sozialen Fragen - von uns wurden auch Menschen ohne Krankenversicherung unterstützt.“

Umweltministerin Barbara Hendricks richtete ein Grußwort an die Vereinsmitglieder. Sie betonte, dass die Aidshilfe dort unterstütze, wo es noch immer um ein tabu gehe. Aber Vieles habe sich in den vergangenen 20 Jahren zum Besseren gewendet: „Heute sind im Gegensatz zu früheren Zeiten mehr als 60 Prozent der Infizierten berufstätig.“

Schirmherr Landrat Wolfgang Spreen wurde von Hubertina Croonenbroek vertreten. Sie unterstrich, wie wichtig Integration und Unterstützung sei -eine wichtige Aufgabe, der sich der Verein ehrenamtlich widme.

Nicht zuletzt dankte Ina Spanier-Oppermann, Aidshilfe Krefeld, den Vereinsmitgliedern für das große Engagement. „Ich möchte meinen Dank aussprechen. Ich weiß, wer wir ohne das Ehrenamt wären. Nämlich gar nichts.“ Die Vereinsmitglieder gäben neue Hoffnung und Mut, genau das, was die an Aids Erkrankten dringend bräuchten. „Die Zahlen zeigen deutlich, dass Aids noch lange nicht besiegt ist.“ Der gesellschaftliche Aspekt war Spanier-Oppermann besonders wichtig: „Wir müssen uns gegen die Stigmatisierung einsetzen. Wir brauchen eine offene und tolerante Gesellschaft, die sich auch gegen jede Form der Homophobie ausspricht.“ Einen solchen Begriff dürfe es in einer menschlichen Gesellschaft nicht geben. „Jeder Mensch ist einzigartig.“ Sie forderte Aufklärung in Sachen Aids, denn: „ Die Normalität in Sachen Aids muss täglich aufs Neue erkämpft werden.“
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