Ein Leben für den Nächsten

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Wilhelm Hawerkamp und Gerlinde Bofenschen, Freundeskreis humanitäre Hilfe in Indien und Ghana, freuten sich gestern über die gelungene Eröffnung des Geschäftslokals an der Kavariner Straße. Hier wird nicht nur fair gehandelt, hier kann künftig auch gespendet werden. Außerdem wird über die laufenden Projekte in Indien und Ghana informiert. (Foto: Heinz Holzbach)
Das war ein großer Tag: Als Wilhelm Hawerkamp gestern den Schlüssel umdrehte, das Geschäft zum ersten Mal öffnete, ging nicht nur für ihn ein Traum in Erfüllung: An der Kavariner Straße, direkt gegenüber der Geschäftsstelle des ADAC, kann künftig Kunsthandwerk aus fernen Ländern gekauft, aber auch gespendet werden.

Wilhelm Hawerkamp, Gründer des Vereins „Freundeskreis humanitäre Hilfe in Indien und Ghana“, erklärt: „Wir haben die Vereins-Aufgaben inzwischen auf mehrere Schultern verteilt. Im Verein gibt es viele kompetente, ehrenamtliche Helfer, die unter anderem die Büroarbeiten erledigen, aber auch hier im Laden die Öffnungszeiten garantieren. In meiner Wohnung passte das alles nicht mehr.“
Stoffe, Tischdecken, Platzdeckchen, Taschen, Schmuck und Vieles mehr stellen die Menschen in Indien und Ghana her. Wilhelm Hawerkamp sorgt für den Absatz im Kleverland - ist auf Floh- und Weihnachtsmärkten vertreten. Mit den Einnahmen werden die Kunsthandwerker in Indien und Ghana bezahlt - die Familien erarbeiten sich so ein geregeltes Einkommen.

Besonders liegt Wilhlem Hawwerkamp aber Bildung und Ausbildung am Herzen. Der pensionierte Berufskolleg-Lehrer gründete 1999 gemeinsam mit der Erzieherin Susie Ennin und Pastor Franklin Asamoah den „Wilhelm Educational Complex”. Hier werden Kinder bis 16 Jahre unterrichtet - Wilhelm Hawerkamp ist immer wieder vor Ort. Gemeinsam mit Gerlinde Bofenschen, ehemalige Fachleiterin für Chemie am Lehrerseminar und Lehrerin für Chemie und Hauswirtschaft an der Realschule, hat sich dem Projekt ebenfalls verschrieben. Seit vielen jahren ist auch sie immer wieder in Ghana unterwegs, sorgt unter anderem für den Aufbau einer Bibliothek, von der sie im neuen Klever Ladenlokal begeistert erzählt. „Die Kinder standen Schlange, als die neuen Bücher zur Ausleihe standen. Manche fanden den Raum so schön, dass sie an einem Tag das erste ausgeliehe Buch zurückgaben und ein anderes mitnahmen.“ Sie erzählt von begeistert lesenden Kindern, davon, dass sie auch den Lehrerinnen und Lehrern mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung unter die Arme greift. „Lehrer haben in Ghana keinen gesellschaftlich hohen Stellenwert. Es gibt eine Pädagogische Hochschule, aber die dort ausgebildeten Lehrkräfte bekommen meist Stellen in der Stadt. Die Lehrer auf dem Land haben im allgemeinen keine Ausbildung.“
Gerlinde Bofenschen hat erst vor Kurzem einige Wochen in Ghana verbracht. „Einige Lehrkräfte kommen direkt auf mich zu, bitten mich in ihren Unterricht. Ich gebe dann Tipps und helfe, den Unterricht besser zu gestalten.“
Unterstützung gibt es auch von den Realschülern, Realschule an der Hoffmannallee: Unter anderem konnte Gerlinde Bofenschen mit ihrer Hilfe ein kleines Chemielabor einrichten. Gespendet werden aber auch Stifte, Hefte, Bücher - und Geld.

Wilhelm Hawerkamp: „Wir suchen immer wieder Paten, die ein Kind begleiten. Mit zehn bis 15 Euro im Monat ist das Mittagessen sichergestellt, mit 25 Euro auch der Schulbesuch.“ Wer helfen möchte, findet im Geschäft an der Kavarinerstraße kompetente Ansprechpartner.

Gesucht wird auch gut erhaltene Kleidung für Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren. Schuhe, Socken, Unterwäsche - „Aber bitte gut erhalten“, so Gerlinde Bofenschen. Schultaschen, Etuis und andere Schulmaterialien können im Ladenlokal ebenfalls abgegeben werden. Und: „Wir sind immer auf der Suche nach englischsprachiger Kinder- und Jugendliteratur.“

Öffnungszeiten: Montags von 13-18 Uhr, dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr
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