Im historischen Ortskern von Kranenburg waren Häuser mit Dachgiebeln beliebt

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  Kranenburg: Große Straße | Die Große Straße in Kranenburg ist ein viel besprochenes Thema. Hunderte von Jahren bevor es Kranenburg gab, gab es schon den Verbindungsweg der römischen Armee von Nimwegen nach Xanten: den Limes.
Nachdem die Römer den Niederrhein verlassen hatten, blieb diese Straße übrig und wurde von Handelsleuten weiter benutzt. Nachdem das Gebiet um Kranenburg im 13. Jh. urbar gemacht worden war, sich die Arbeiter der Entwässerung als Bauer in der Nähe des Schlosses des Grafen von Kleve niedergelassen hatten, war eine Siedlung entstanden. Daraus entwickelte sich das Städtchen Kranenburg. Der Graf gab den Auftrag, sein neues Schloss und diese Siedlung mit einer Wehranlage zu befestigen: 1368 mit einem Stadtgraben und Stadtwall, 1388 mit einer 130 cm dicken Stadtmauer. Mit wirtschaftlichen Hintergründen ließ er den alten Handelsweg durch das Städtchen laufen. Durch das Nimweger Tor im Westen verlief diese Straße durch Kranenburg und durch das Klever Tor im Osten setzte diese sich in Richtung Kleve fort.
Nach mehreren Stadtbränden dürften im Ortskern keine Holzhäuser mehr errichtet werden, sondern aus Backsteinen und diese dürften nicht aneinander sondern mit einem Zwischenraum von 30 cm neben einander gebaut werden. Weil die Grundstücke am alten Limes beliebt waren, konnten nur Häuser mit einem schmalen und tiefen Grundriss daran gebaut werden, damit so viel Liebhaber wie möglich war ein Grundstück bekommen konnten.
Der Hobbymaler Johann Hübbers malte die Häuser in der Großen Straße, wie sie vor fast 100 Jahren ausgesehen haben. Bis die Alliierten Ende des Zweiten Weltkriegs durch Kranenburg zogen, sah diese Straße ganz anders aus wie heute. Die meisten waren schnuckelig. Mehrere hatten einen hübschen Dachgiebel. Als die Front durch die Große Straße zog, wurden ihre Frontfassaden und Dächer mit Kugelhageln durchsiebt. Die Bevölkerung war evakuiert. Nachdem die Bewohner nach dem Krieg in die Große Straße zurückgekehrt waren, sahen sie die Schäden an ihren Häusern. Nur ein paar der Häuser war so schwer beschädigt, dass sie abgerissen werden mussten. Die anderen konnten repariert werden. Weil die Bewohner so schnell wie möglich ihre Häuser wieder bewohnen wollten, geschah das leider nicht auf die schönste Weise. Es wurden einfach neue Fassaden vor den beschädigten Fassaden gemauert und es waren bestimmt nicht die schönsten. Die Dächer wurden erneuert. Die Große Straße bekam ein neues Gesicht, das nicht mehr bestimmt wurde durch schnuckelige Fassaden und Dachgiebeln, sondern durch welche, die sachlich und meistens unschön waren.
In den holländischen Städten waren die Häuser in den 16. bis 19. Jh. oft schmal und mit einem Satteldach gedeckt. Um die Sicht darauf zu entnehmen, wurden die Frontfassaden mit einem Dachgiebel hochgezogen. In der Gotik und Renaissance waren das Treppen- und Schnabelgiebel und danach Hals- und Glockengiebel (1660 – 1790). Über die Entwicklungszeit dieser Dachgiebel gab es immer den Leistengiebel, wobei die Frontfassade etwas über die Dachtraufe hochgezogen und waagerecht abgeschlossen ist.
Die Dachgiebel der Häuser in der Großen Straße in der Vorkriegszeit, sind nicht aus der holländischen Baukunst nachgeahmt. Es waren Dachgiebel mit einer Rollschicht.
Das Gebäude Große Straße 34 war ursprünglich eine Metzgerei. Bevor es als Ladenlokal aufgegeben wurde, hatte es noch andere Bestimmungen. Die Gemeinde hat den Ladenraum dieses Gebäudes für die Hälfte des ortsüblichen Preises angemietet und gibt Heinz Nielen nun die Möglichkeit das Projekt „historischer Ortskern“ darin zu verwirklichen. Bürger können ihre Ideen für die Ortsmitte (bei einer Tasse Kaffee) bei ihm aussprechen. Diese werden von Nielen an die Gemeinde weiter vermittelt.
Es hat geheißen, dass dieses Büro in der Zeit des Stüppkesmarkts offen war. Vorher standen Leiter und Putzmittel im Raum, aber das Büro ist noch immer nicht geöffnet. Die Plakaten hängen noch im am Schaufenster. Mal sehen was geschieht!
Dieses Gebäude sah bis 1945 ganz anders aus. Nach dem Krieg bekam es wie die meisten andere eine neue Fassade. Für Hausnummer 34 sollte diese aussehen wie mit einem Leistengiebel. Ist aber kein echter Leistengiebelt. Die Frontfassade ist zwar über die Höhe der Schilddachtraufe hochgezogen, aber versteckt das Dach nicht. Das Schilddach wurde bis auf den abgeschrägten waagerechten Abschluss der Fassade ausgebaut. Ist also eine misslungene Nachahmung eines holländischen Leistengiebels oder eine Neue Kreation.
Die Gemälde von Johann Hübbers hängen in der Seniorenresidenz Kranenburg. Sie bilden aber keine Ausstellung.
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