Zyfflich: Auf dem Krinneshof bekommt die „150.000-Liter-Kuh Wega“ ihr „Gnadenbrot"

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Ihr letzter wichtiger Job: Die 19-jährige Wega kümmert sich nun die nächsten Monate als Mutterkuh um ein blau-weißes Belgier Kälbchen.
 
Die Kühe sind der ganze Stolz auf dem Krinneshof. (v.r.): Gerd Dreßler von der Kreiszüchterzentrale, Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers, die WfG-Praktikantin Marie-Christin Rohnke, Thomas und Franz Janssen wie auch Alexandra van der Flierdt, ebenfalls Kreiszüchterzentrale.
Kranenburg: Krinneshof | Wären da nicht die völlig kaputten Milchpreise – die Welt auf dem Krinneshof im Kranenburger Ortsteil Zyfflich wäre in Ordnung. Die Eheleute Monika und Franz Janssen leben nach wie vor auf dem Hof, in den sie ihre Lebensarbeitszeit gesteckt haben. Vor wenigen Jahren hat Sohn Thomas mit der Rückendeckung von Frau Manuela – heute stolze Eltern zweier Kinder – den Stab übernommen. Mit allem Wenn und Aber haben sie „Ja“ gesagt zu der generationenübergreifenden Herausforderung, sie haben auf dem Hof, wo Vater einst für 60 Kühe investierte, Stallungen für 180 Tiere realisiert. Eine Investition von über einer Million.

Obwohl ihnen bewusst war, dass der durchschnittliche Hof im Kreisgebiet 123 Tiere beheimatet, sollte es diese Stallung sein. Und zwar nach allen Regeln, die der Kuhcomfort heute so vorsieht. Dreimal täglich werden die Schwarz-Bunten zum Melk-Roboter gelockt. Alle zwei Tage rollt der Milch-LKW von Arla vor – unlängst noch stand Walhorn aus Belgien drauf. Auch der Krinneshof leistet seinen Beitrag dazu, dass die Groß-Molkerei unweit von Aachen tagtäglich etwa zwei Millionen Liter verarbeiten kann.

„Wenn hohe Qualität gefordert wird, dann sollten wir auch kostendeckende Preise haben“, so Thomas Janssen nachdenklich. Im Gespräch mit Gerd Dreßler von der Kreiszüchterzentrale und Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers tauscht man sich aus über die 28 Cent, die es heute für jeden Liter Milch gibt – und die 7 Weiteren, die zur Kostendeckung pro Liter fehlen.

Als Vater Franz Janssen noch das Regiment über die damals 60 Vierbeiner in Zyfflich anführte, da stand man im Wettbewerb mit Berufskollegen aus Deutschland, vielleicht aus dem Europäischen Raum. „Heute“, so sagt Thomas Janssen, „heute setzt der Weltmarkt unseren Maßstab.“ In Irland bedankt man sich für die EU-Gelder, baut Blechhütten dafür und lagert die Gülle in Lagunen“, behauptet der Senior.

Im tiefsten Inneren der landwirtschaftlich geprägten Seele sind die Janssens vom Krinneshof zufriedene Menschen. Sie wissen, dass Zyfflich einst 40 Betriebe hatte, heute nur noch neun. Und diese Wenigen schaffen die doppelte Milchmenge von einst. Für 11.000 Liter pro Kuh und Jahr steht der Krinneshof – und macht die Janssens damit zu den Top-Betrieben in Deutschland. Er bekommt nicht nur von der Kreiszüchterzentrale immer wieder Schulterklopfen für das Tier-Handling und das Herden-Management. Auch die Tiere selbst werden hier wohl älter als anderswo – zwei Jahre, so munkelt man, stehen die Schwarz-Bunten hier länger im Stall als anderswo – trotz hoher Milchleistung.

Und dann gibt es noch Wega, die mittlerweile 19-jährige Kuh, die hier in Zyfflich seit neustem nun ihr „Gnadenbrot“ bekommt. Wega brachte es in fast zwei Jahrzenten auf 150.000 Liter Milch als Lebensleistung. „In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es nur eine Kuh, die hier besser ist“, so Gerd Dreßler gegenüber dem ungläubig wirkenden Wirtschaftsförderer. 17 Kälber hat Wega in ihrem langen Kuhleben zur Welt gebracht. Fakten, die den Janssens etwas bedeuten und das „Gnadenbrot“ begründen.
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