Gedenken am Wenzelnberg

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Kranzniederlegung
Langenfeld (Rheinland): Wenzelnberg | Viele hatten sich heute am Wenzelnberg versammelt, im Gedenken an die 71 grausam und unnötig ermordeten Häftlinge am 13.04.1945. So unnötig wie der gesamte 2. Weltkrieg. Im Zuge der Niederlage wollten die Befehlshaber den Alliierten nur noch Tote und verbrannte Erde hinterlassen, wie es Oberbürgermeister der Stadt Solingen Norbert Feith kommentierte und da es auch in den letzten Kriegstagen nicht an Befehlsfolgern, Mitläufern und Wegschauern mangelte, konnten nicht nur hier, sondern in vielen anderen Städten diese Verbrechen nicht verhindert werden.

Nur ein Tropfen im bodenlosen Fass des Genoziden Wahnsinns, welchen Hilter losgetreten hatte. Ebenfalls sehr erschreckend ist die Tatsache, dass sich kaum einer dieser blinden Befehlsfolger seiner gerechten Bestrafung stellen musste. Von 105.000 eingeleiteten Strafverfahren, wurden gerade mal 6.500 Personen verurteilt, viele Verbrecher und Unterstützer wurden sogar von den Alliierten explizit für den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft eingesetzt und somit wurde das Blut an deren Händen niemals abgewaschen, wurden sie nie Ihrer gerechten Strafe zugeführt und lebten und leben - viele ohne die geringste Anerkennung von Schuld - weiter.

Das ist unter anderem ein Grund, warum 70 Jahre nach diesem Horror, kaum eine vernünftige Aufarbeitung stattgefunden hat. Es gibt viele, die nicht entsprechend über das was damals passiert ist aufgeklärt sind und Verbrechen gegenüber Ausländern oder Flüchtlingen stehen nahezu an der Tagesordnung. In den sozialen Netzwerken wächst die Zahl derer, die dumme, menschenverachtende und faschistische, oder fanatisch-religiöse Ideologien ebenfalls unbeheligt verbreiten und unterstützen. Mit PEGIDA haben es rechte Organisationen geschafft Tausende zu vereinen, die unter dem Motto „Wir sind keine Rassisten, aber…“ durch die Straßen ziehen. Und was macht die Politik? Sie spricht von Vorratsdatenspeicherung und Austausch der Fluggastdaten, anstatt sich mit den Ängsten der Bevölkerung auseinanderzusetzen und mit ihnen in den Dialog zu gehen. Was haben diese Maßnahen Anfang des Jahres z.B. in Frankreich genutzt, als feige, fanatische Islamisten den Anschlag auf Charlie Hebdo durchgeführt haben? Nichts. Nicht alle sind Faschisten, oder fanatisch. Aber sie haben Angst und hier muss angesetzt werden diesen „Mitläufern“ die Angst zu nehmen und nicht die Freiheit weiter einzuschränken. Benjamin Franklin hat einmal gesagt „Wer Freiheit aufgibt um Sicherheit zu erlangen, wird beides verlieren“.

Heute am Wenzelnberg, wurden wir erneut erinnert was die Folgen von Fanatismus - egal in welcher Form – sein können. Der gänzliche Verlust der Menschlichkeit im Namen einer Ideologie, einer Religion, oder irgendeiner anderen Wahnvorstellung, darf einfach keinen Nährboden mehr finden. Niemals wieder!
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