Gelungene Aufführungen der Theatergruppe „Mir för Öch“

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Die turbulente Komödie hielt trotz Situationskomik und Sprachwitz immer auch den Blick für die Realität. Foto: Michael de Clerque
Langenfeld (Rheinland): Pfarrheim St. Paulus |

Im gut besetzten und ausverkauften Pfarrheim St. Paulus führte die Theatergruppe „Mir för Öch“ der kfd St. Paulus Berghausen bereits das zweite Wochenende den Schwank in drei Akten „Dreistes Stück im Greisenglück“ von Bernd Gombold auf. Wie man uns versicherte, seien alle Personen und Handlungen frei erfunden – wir hoffen wirklich, dass in den Seniorenheimen nicht annähernd solche chaotischen Zustände herrschen.

Es allen Recht machen

Langenfeld. Fatima (Marion Pohlmann) als gute Seele und geringfügig beschäftigte Putzhilfe und treue Seele des Hauses versucht, es allen Recht zu machen: Der resoluten und unberechenbaren Schwester Oberin (Birgit Konstanty), genauso wie dem leicht verwirrten Opa Paul (Sabine Brinkmann), der/die in immer neuen aberwitzigen Rollen und Verkleidungen auf der Bühne erscheint.

In Ruhe seinen Lebensabend genießen

Die schwerhörige Oma Irma (Marita Janitschek), die alles durcheinanderbringt und sogar mit Opa Müllerschön (Sabine König) in ein Zimmer ziehen und ihn heiraten möchte. Opa Müllerschön derweil möchte einfach in Ruhe seinen Lebensabend genießen, hat aber nicht mit der Hartnäckigkeit seines herzlosen Sohnes Hermann (Sunny Freitag) und dessen krankhaft geiziger Ehefrau Berta (Kerstin Morawe) gerechnet, die ihm unbedingt ein Testament zu deren Gunsten abfordern wollen. Einzig seine hilfsbereite Enkelin Karin (Stephanie Reuter) und ihr total betrunkener Freund und Rockmusiker Alex (Sina Freitag), sind ihm wirklich und ehrlich gesonnen, denn auch sein, seit 12 Jahren verschollener Sohn Josef (Ute Sühs), will nur an sein Geld und Haus, da er sich auf Mallorca um Kopf und Kragen gebracht hat. Als seine damalige Jugendliebe Rosi (Nicole Wollenberg), inzwischen eine aufgetakelte und naive Fußpflegerin, im Heim auftaucht, ist er sich nicht zu schade, sogar sie in Anwesenheit aller zu bestehlen.

Die Zeit verging wie im Fluge

Bei diesem kurzweiligen Schwank verging die Zeit wie im Fluge: Die Damen im Alter zwischen 29 und 78 Jahren schaffen es, mit ihrem Wortwitz, ihrem lebendigen Spiel und der einfachen, aber effektiven Bühnendekoration das Publikum in ihren Bann zu ziehen, und der Sinn einzelner Dekoelemente klärt sich im Laufe des Stückes wie von selbst auf. Natürlich wird auch hier und da einmal improvisiert, weil Text entfallen, oder die Musik nicht abgespielt werden will. Sehr schön auch die Szene, als Rocker Alex aus dem Bett und auf einen Eimer fällt, der weitläufig zerbricht – das war bestimmt nicht so geplant und Gott sei Dank hat sich „Alex“ auch nicht verletzt….
Natürlich braucht es auch Helfer hinter den Kulissen, wie unter anderem Souffleusen (A. Friedensdorf, M. Siemann, F. Decker) sowie fleißigen Visagistinnen (Team „Schnittpunkt Berches“) die die Spielerinnen in ihre jeweiligen Charaktere verwandeln.

Headsets für die Spielerinnen

Erstmalig standen den Spielerinnen Headsets zur Verfügung, die mit Mitteln der Bürgerstiftung Sparkasse und des Fördervereins Pfarrheim St. Paulus sowie der kfd angeschafft werden konnten.

Getränke, kleine Snacks, Kaffee und Kuchen

Selbstverständlich wurde das Publikum nicht nur gut unterhalten, sondern auch perfekt versorgt. Durch die Unterstützung der Mitarbeiterinnen der kfd St. Paulus, den Ehemännern und einigen anderen hilfsbereiten Bercheser Damen und Herren wurden Getränke, kleine Snacks, Kaffee und Kuchen angeboten.

Erlös für caritative Projekte

Der Gewinn aus den Aufführungen, nebst Einnahmen aus Speis und Trank sowie der Tombola sonntags fließen übrigens ausschließlich in caritative Projekte, zum Beispiel das Indienprojekt von Pastor Schäfer, ebenso werden caritative lokale Projekte gefördert.
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