125 Jahre Langenfelder Feuerwehr

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Fabian Ršsgen, Max Wadenpohl
Langenfeld (Rheinland): Feuerwehr |

Es war am 28. Dezember 1892, als sich einige beherzte Männer entschlossen, in Eigeninitiative eine Gemeinschaft zum Schutz der Ortschaft Immigrath zu unternehmen und eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

Blick auf die Geschichte des Löschzuges

Das Original-Protokoll der Gründungsversammlung existiert noch, und Egbert John, Brandinspektor und emsiger Archivar des örtlichen Feuerwehr-Lebens, hat sie für das Jubiläum noch einmal aufarbeiten lassen. In Fotokopie hing sie am Wochenende in einer der Hallen, in der historische Uniformen, Geräte und Dokumente präsentiert wurden. Führungen durch diese Ausstellung bot sein Kollege Hans-Joachim Zumkier an, der sich auch besonders freute, dass rund 30 historische Feuerwehrfahrzeuge aus der gesamten Region zum Fest gekommen waren und bestaunt werden konnten.

Mit 20 Wehrmännern fing alles an

Dass sich aus den damals knapp 20 aktiven Wehrmännern (hauptberuflich meist Handwerker oder Landwirte) heute eine starke Truppe von über 150 Aktiven entwickeln würde, darauf machte Frank Noack, Pressemann der Feuerwehr, im Gespräch mit dem Wochen-Anzeiger aufmerksam. Das Motto damals wird aber wohl dem heutigen ähnlich gewesen sein: Retten, löschen, bergen, schützen. Etwas anders formuliert: Menschen helfen, Brände löschen, Leben retten und die Umwelt schützen. Besonders erfreulich ist auch Noacks Feststellung, dass es aktuell wieder mehr jungen Menschen gibt, die sich für den aktiven Einsatzdienst interessieren.

1909 zog die Feuerwehr an den Marktplatz

Die Geschichte der Feuerwehr, deren Standort heute an der Lindberghstraße ist, begann mit dem Löschzug 1 in Immigrath, und zwar an der Ecke Solinger / Leichlinger Straße. Alte Bilder rufen bei den Betrachtern Staunen hervor: Über die heutige Güterbahnstrecke verlief dort eine Brücke für die Straßenbahn nach Solingen. 1909 zog die Feuerwehr an den Marktplatz, der damals noch eine unbefestigte Wiese, später ein Sand- und Schotterplatz war. Die Gebäude wurden mehrfach erweitert und existierten dort bis 1981, als der Umzug erfolgte zu In den Griesen (Abriss 2014). 2009 entstand die heutige Hauptfeuer- und Rettungswache mit modernsten technischen Möglichkeiten.

Organisation ist alles

Die hauptamtlichen Feuerwehrmänner arbeiten seit Jahrzehnten als städtische Bedienstete eng zusammen mit ihren freiwilligen Kollegen, die im Hauptberuf ganz anderen Beschäftigungen nachgehen, deren Unterstützung für die Schlagkraft der Wehr aber unverzichtbar ist. John fasst es so zusammen: "Alles, was größer ist als ein Papiercontainer- oder ein Pkw-Brand, braucht zu den Hauptamtlichen auch noch den Einsatz der Ehrenamtlichen". Ist die Lage also größer, dann treffen beispielsweise bei einem "klassischen Wohnungsbrand" nach den Haupt- auch die Ehrenamtler ein -- und zwar 13 Minuten nach dem Alarm. Sie gehören den Löschgruppen Reusrath, Richrath und Wiescheid an.

Übungen am Sonntag um 6 Uhr

So perfekt das heute auch alles ist, so improvisiert war es meist in der Vergangenheit. Beispielsweise fanden sie Übungen - so berichtet John - stets am Sonntagmorgen um 6 Uhr statt. Dazu ging ein Hornist als "Wecker" um 5 Uhr durch die Straßen und blies laut ins Horn (die Proteste stelle man sich heute einmal vor!). Oder in Kriegszeiten, als die elektrischen Verbindungen zerstört waren und weder Telefon noch Telegraf einsatzbereit waren: Da setzte die Feuerwehr für Benachrichtigung und Alarmierung weiterer Kräfte Brieftauben ein. Oder als die Rettungsleiter zwar schon ausfahrbar, aber noch aus Holz gebaut waren und im Einsatz am Ende auch noch Feuer fingen....

Schau mit historischen und modernen Fahrzeugen

Auch davon und noch von viel mehr zum Thema Feuerwehr einst und jetzt konnte sich jeder beim Fest ein lebhaftes Bild machen. Dazu gab es neben einem sensationellen Festzug mit historischen und aktuellen Fahrzeugen quer durch die Innenstadt auf dem Feuerwehrgelände unterschiedliche Übungen und Ausstellungen und viele Mitmach-Angebote auch für Kinder, die die ganze Familie begeisterten. Und vielleicht wurde bei dieser Gelegenheit auch das eine oder andere Neumitglied für die Kinderfeuerwehr (ab 6 Jahren) gewonnen?!
Elfie Steckel
Die historischen Aufnahmen hat uns Egbert John von der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung gestellt.
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