Gedenken an den jüdischen Kinderarzt Dr. Hugo Zade, Richrather Krankenhaus

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Gedenken an Dr. Hugo Zade im Martinus Krankenhaus

Vor 71 Jahren wurde Auschwitz befreit. In diesem Konzentrationslager starben auch Langenfelder Bürger und Bürgerinnen. Es gilt die Erinnerungen an diese Menschen lebendig zu halten.
Der erste Langenfelder Kinderarzt Dr. Hugo Zade, der um 1905, also vor 111 Jahren, auf der Solinger Straße die erste Kinderarztpraxis Langenfelds betrieb, starb im Konzentrationslager Auschwitz.
Bereits 1935 boykottierten SA-Männer die Kinderarztpraxis, indem sie die Patienten drängten, einen anderen Arzt aufzusuchen. Man entzog ihm die kassenärztliche Zulassung und das Belegungsrecht am Richrather Krankenhaus.
Wirtschaftlich ruiniert versuchte Dr. Zade vergeblich 1936 mit seiner Familie nach England zu emigrieren. Doch lediglich dem Sohn, Diplom-Ingenieur Hans Peter Zade, gelang es, sich rechtzeitig abzusetzen. Nach dem Krieg blieb er in England und starb dort in den 80er Jahren.
Dr. Hugo Zade zog 1937 mit Frau und Tochter, die inzwischen auch promovierte Ärztin war, nach Köln und arbeitete an dem dortigen angesehenen Jüdischen Krankenhaus. Kurz vor dessen Schließung durch die Nationalsozialisten wurde Dr. Zade als Mitglied einer Sanitätsabteilung mit Frau und Tochter am 22. Oktober 1941 in das KZ Lodz abkommandiert. 1944 fanden sie gemeinsam im Vernichtungslager Auschwitz den Tod in der Gaskammer.
Wir freuen uns, dass das Martinus Krankenhaus in Richrath unseren Vorschlag positiv aufgenommen hat, nach Neugestaltung des Eingangsbereiches dort durch eine Gedenktafel an Dr. Hugo Zade zu erinnern.
Dies ist ein angemessenes Zeichen des Gedenkens für Dr. Zade am Ort seiner langjährigen beruflichen Tätigkeit.
Karl-Heinz König
Rolf D. Gassen
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