Johanneskirche: Kleines Gemeindehaus?

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Die Johanneskirche in der Stadtmitte ist seit 29. Januar entweiht. Die unermüdlichen Kämpfer um den Erhalt ringen nun um die Zukunft der Kirche: Sie möchten wenigstens ein multifunktionales Haus für die Gemeinde erhalten.
Langenfeld. Die Johanneskirche in der Stadtmitte ist seit 29. Januar entweiht. Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde in der Stadt will das 2.400 Quadratmeter große Gelände an einen Investor veräußern. Die unermüdlichen Kämpfer um den Erhalt ringen nun um die Zukunft der Kirche: Sie möchten wenigstens ein multifunktionales Haus für die Gemeinde erhalten.

In den 1950er Jahren gebaut

Walter Kirch und eine Handvoll Mitstreiter haben schon in der Vergangenheit gemeinsam um den Erhalt der Kirchengebäude in der Stadtmitte gekämpft, die in den 1950er Jahren als erste evangelische Kirche überwiegend für die Bedürfnisse der damaligen Flüchtlinge gebaut worden war – übrigens in weiten Teilen gestiftet von Gemeindemitgliedern. Finanzielle Überlegungen der Kirchenleitung hatten dagegen gestanden. Wie wir mehrfach berichteten, hatten Besprechungen, Versammlungen und selbst die mehr als 2.000 Unterschriften nichts genutzt. Das Presbyterium hat den den Abriss und den Verkauf des Geländes beschlossen.

160 Quadratmeter großen Mehrzweckraum

Im Gespräch ist seither quasi als Kompromiss die Idee, innerhalb der angedachten Wohnbebauung auf dem Gelände einen 160 Quadratmeter großen Mehrzweckraum einzuplanen, der für kirchliche Zwecke angemietet und genutzt werden könne. Wie die Aktion nun berichtet, habe Fredhelm Stippich, der einzige Presbyter aus dem Bezirk Stadtmitte, gegenüber Lektor Bertram Friese angedeutet, es sei auch noch eine andere Lösung denkbar: Wenn auf dem angrenzenden, 700 Quadratmeter großen Gelände des alten Pfarrhauses ein neues Mehrzweckgebäude für gemeindliche Zwecke entstehe, sei sicher allen mehr gedient.

"Heimatgefühl"

Im Gespräch mit dem Wochen-Anzeiger hoben Kirch und seine Mitstreiter die Vorzüge eines solchen eigenständigen Gemeindehauses hervor: Es befände sich im Eigentum der Gemeinde, zu ihm könne man wieder eine Beziehung aufbauen und so etwas wie „Heimatgefühl“ entwickeln; auch die Schätze der Gemeinde könnten hier einen würdigen Rahmen finden. Kreuz, Altarbild, Glocke und Glockentürmchen könnten hierhin umziehen ebenso wie die Kanzel, die doch „auf keinen Fall an einen Karnevalsverein als Bütt verscherbelt“ werden dürfe.
Die vom Presbyterium ursprünglich geäußerte Idee, innerhalb der möglichen Neubebauung einen Raum (mit Nebenräumlichkeiten) für Gemeindezwecke bauen zu lassen und anzumieten, sei entschieden schlechter auch für den Investor, da ein solcher Raum den Wert der umliegenden Wohnungen schmälere. Besucher unterschiedlicher Veranstaltungen zu allen möglichen Tageszeiten und Parkplatz suchende Autofahrer seien hier als Stichworte genannt.

Dialog mit dem Presbyterium

Die „Aktion für die Zukunft der Johanneskirche“ will auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken und fordert das Presbyterium auf, in der nächsten Versammlung den alternativen Vorschlag zumindest zu diskutieren und die Aktiven und ihre Argumente anzuhören. Elfie Steckel
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