Johanneskirche: Protest geht weiter

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Bei der Gemeindeversammlung am Sonntag, 13. November, 11 Uhr (nach dem Gottesdienst) wir der Protest gegen den Abriss der Johanneskirche fortgesetzt. Archiv-Foto: Michael de Clerque
Langenfeld (Rheinland): Johanneskirche Langenfeld |

Die Protestanten protestieren, und zwar gegen den Beschluss des Presbyteriums, Johanneskirche und Gemeindehaus aufzugeben. Schon 2000 Unterschriften wurden gegen diesen Beschluss gesammelt, und optisch und akustisch soll er noch einmal bei der Gemeindeversammlung am Sonntag, 13. November, um 11 Uhr (nach dem Gottesdienst) in den Räumen an der Stettiner Straße zum Ausdruck kommen.

"Wir fühlen uns überrumpelt"


Langenfeld. „Wir fühlen uns überrumpelt vom Presbyterium“, sagte Walter Kirch gestern im Gespräch mit dem Wochen-Anzeiger. Er hat zusammen mit weiteren sieben Gemeindemitgliedern einen Arbeitskreis zum Erhalt von Johanneskirche und Gemeindezentrum Mitte gegründet. Sie wollen in jedem Fall verhindern, dass dieser zentrale Standort „ohne Not“ aufgegeben und das „Tafelsilber“ (Grundstück in zentraler Innenstadtlage) „verscherbelt“ wird.

Baufälligkeit am Turm?


Wie berichtet, hatte das Presbyterium der evangelischen Gemeinde Langenfeld, das in die vier Bezirke Mitte, Richrath, Immigrath und Reusrath aufgeteilt ist, den Abriss der Gebäude beschlossen mit dem Hinweis auf Baufälligkeit unter anderem am Turm. Das lassen die engagierten Protestler nicht gelten: „Hier ist alles in gutem Zustand, ob das die Säle, die Küche oder die behindertengerechten Sanitärräume sind“, so Kirch. Die „Stimme der Vernunft“ müsse sich endlich durchsetzen, und daher sollten möglichst alle 2000, die sich durch ihre Unterschrift schon gegen den Abriss ausgesprochen haben, aber auch alle weiteren Langenfelder zur Gemeindeversammlung kommen, um dem Protest Ausdruck zu verleihen.

Treffpunkt in der Innenstadt


„Ein Ruck muss durch die Gemeinde und auch durch das politische Langenfeld gehen, um zu verhindern, dass 35 Gruppen unterschiedlichster Couleur ab kommendem Jahr keinen Treffpunkt in der Innenstadt mehr haben“, so Frank Klarmann, der sich unter anderem sowohl in der Quartiersarbeit als auch im Reparaturcafé engagiert. So zentral, meinte er, lasse sich keine Alternative für die vielen (Senioren-)Aktivitäten finden.

Erinnerungen an die Anfangsjahre


Ingeborg Mollenhauer erinnert sich noch an die Anfangsjahre der Kirche: „Die Johanneskirche wurde in den 50er Jahren als erste evangelische Kirche in der Stadt gebaut – wegen der Flüchtlinge. Der Turm wurde von Gemeindegliedern gestiftet, viele andere Einrichtungsgegenstände ebenso. Der ganze Trakt mit dem Gemeindesaal und den Nebenräumen wurde 1984 angebaut. Es ist alles im Schuss, und wir wollen, dass es erhalten bleibt“.

Gibt es finanzielle Gründe


Auch Rolf Kramer, der in der Kommunalpolitik seit Jahrzehnten mitwirkt, kann den Beschuss des Presbyteriums nicht nachvollziehen. „Wir wissen nicht, ob es finanzielle Gründe sind. Der Bezirk Mitte ist im Presbyterium schlichtweg unterbesetzt. Von den etwa 20 Mitgliedern kommt nur einer aus Mitte, und der ist natürlich schnell überstimmt. Schon die Gemeindeversammlung sollte turnusmäßig in Reusrath stattfinden, das muss man sich mal vorstellen! Wer fährt denn aus der Stadtmitte nach Reusrath?!“

Beschluss soll aufgehoben werden


Kirch und die anderen Mitglieder des Aktionskreises hoffen nicht nur auf viele Unterstützer bei der Versammlung am 13. November, sondern auch auf die Einsicht der Presbyter, noch einmal eine außerordentliche Versammlung einzuberufen mit diesem einzigen Tagesordnungspunkt – und danach den Beschluss zum Abriss aufzuheben. Für die Zukunft und den Fortbestand der Gemeinde sind ihrer Ansicht nach Kirche und Gemeindezentrum in der Stadtmitte unverzichtbar.
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