Langenfelds Bevölkerung wächst

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Hat die Bevölkerungsentwicklung unter die Lupe genommen. Foto: Michael de Clerque

Im Jahre 2002 hat sich der Stadtrat mit der Bevölkerungsentwicklung im Hinblick auf die Altersstruktur, ihre Auswirkungen und die nötigen Steuerungsmaßnahmen beschäftigt, die bis zum Jahr 2030 wirksam werden sollten. Nun hat die zuständige Beigeordnete Marion Prell Halbzeitbilanz gezogen – und deren Fazit lautet: „Wir haben viel erreicht, aber es bleibt noch jede Menge zu tun!“

Wichtige Erkenntnisse aus der Statistik zur demografischen Entwicklung

Im Pressegespräch vor der Sitzung des Sozialausschusses, bei dem es unter anderem auch um dieses Thema ging, sagte Prell, die Ergebnisse „können sich sehen lassen, aber wir können uns noch nicht zurücklehnen“. Erfreulich ist auf jeden Fall die Tatsache, dass Langenfeld – im Gegensatz zu fast allen anderen Städten in Land und Bund in dieser Größenordnung – nicht nur die Bevölkerungszahl hält, sondern wächst. Daran ist nicht – wie man vielleicht voreilig annehmen möchte -, der Zuzug von Asylbewerbern schuld, sondern ein stetiger Zuwachs aus anderen Orten dank reger Bautätigkeit in den letzten Jahren.

"Sterbeüberschuss"

Beim Ausgangspunkt all dieser Überlegungen im Jahre 2002 war man von einem Rückgang der Bevölkerung bis zum „Zieleinlauf“ im Jahre 2030 von 7.100 Personen ausgegangen. Der Rat hatte sich damals dennoch zum Ziel gesetzt, ein Wachstum von 200 Menschen pro Jahr anzustreben. Das hätte aber unter dem Strich immer noch eine Abnahme der Einwohnerzahl bedeutet, weil wegen der Vielzahl der alten Menschen ständig ein „Sterbeüberschuss“ vorhanden war.
Wer nicht genauer hinschaut, der freut sich in der Statistik der folgenden Jahre zunächst über einen Geburtenüberschuss in Langenfeld – der kommt aber nicht durch junge Langenfelder zustande, sondern durch die Geburt beispielsweise junger Monheimer, die im Langenfelder Krankenhaus das Licht der Welt erblickten. Rechnet man nur die Langenfelder Geburten und Sterbefälle gegeneinander auf, dann ergibt sich bis zum tatsächlich erfassbaren Jahr 2015 noch immer eine „Sterbeüberschuss“ von 884 Fällen.

Erfolgreiche Ansiedlungspolitik

Aber jetzt kommt die Gute Nachricht: Langenfeld konnte gegenüber der Prognose dennoch absolut 1.218 Einwohner hinzugewinnen, was nur durch Zuzüge zu begründen ist. Die Stadtverwaltung sieht die erfolgreiche Ansiedlungs- und Wohnungsmarktpolitik als Ursache dafür an. Die Zahl der Baugenehmigungen ist in den letzten Jahren stetig weiter gestiegen, und die Stadt hat an Attraktivität gewonnen, besonders in der Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen. Das bedeutet, dass die hier angesiedelten Firmen gute Arbeitsplätze bieten, dass der Wohnort im Ballungsraum Rhein-Ruhr für viele attraktiv ist und auch die „weichen Standortfaktoren“ wie Schulangebot, Kultur und Freizeiteinrichtungen ihren Teil beitragen. Der Zuzug von Kindern und Jugendlichen ist dagegen noch steigerungsbedürftig – trotz starken Ausbaus der vorhandenen Angebote an Kitas, Schulen, Ogata, Familienhebamme, Elternschule..., wohingegen ein Zuwachs bei älteren Menschen zu verzeichnen ist. Das muss aber nicht weiter verwundern; älter werden wir alle, und zwar automatisch.

Flüchtlinge gleichen Altersstatistik aus

Es erstaunt nicht, wenn Marion Prell als Sozialdezernentin bei ihren Betrachtungen zur Bevölkerungsentwicklung auch das Thema Flüchtlinge unter die Lupe genommen hat. Schließlich war sie damit im vergangenen Jahr besonders betroffen, man möchte fast sagen, es war ihr „Lieblingsthema“. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung von 59 688 Menschen liegt bei 5.731 (9,6 Prozent), unwesentlich höher als zu Beginn der Erhebungen im Jahre 2002 (58.851 Menschen, davon 9,4 Prozent Ausländer). 863 anerkannte Flüchtlinge leben zur zeit in der Stadt. Die meisten von ihnen sind zwischen 20 und 45 Jahre alt, aber auch die Kinder und Jugendlichen sind stark vertreten. Legt man ihre Altersstatistik über die der deutschen Bevölkerung, dann sind die Höhen und Tiefen ausgeglichen. Das heißt: „Sie passen genau in unsere Lücke. Das ist irre..“, meinte Prell, eher etwas locker und nicht fürs Protokoll bestimmt.
Unter dem Strich ist festzuhalten, dass der Bauboom anhalten wird. In der Statistik des nächsten Jahres wird sich das neue Viertel am Berghausener Blumentopf bemerkbar machen, ebenso wie etwas später das auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände, und auch wie die unzähligen Neubauten in allen Ecken der Stadt. Die Nachfrage ist da.
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