Rundgang durch die neue Prisma-Schule

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Projektleiterin Christiana Schwarz im Gespräch mit einem Handwerker im Schulhof vor dem neuen Schulgebäude. Foto: Michael de Clerque
Langenfeld (Rheinland): Metzmacher Straße |

Es wird nicht nur ein neues Gebäude sein, sondern ein ganz neuer Schultyp. Mit Architektin Christiana Schwarz machten wir einen Rundgang durch den Rohbau, der nach den Ferien bezogen wird und der schon jetzt große Unterschiede zu den Schulen von einst ahnen lässt.

Neue Schulform

Langenfeld. Seit Ihrer (und erst recht seit meiner) Schulzeit ist schon viel Zeit vergangen. Im heutigen Schulalltag würden wir uns kaum zurecht finden. Zu vieles hat sich verändert, unzählige Reformen schufen in allen Schulformen neue Lernbedingungen. Und die heutigen Schulen, die die Erwachsenen von morgen ausbilden, sehen noch einmal anders aus. Es gibt Fächer und Lerninhalte, von denen unsereins noch nicht einmal träumte. Diesen Ansprüchen muss aber auch das heutige Schulgebäude Rechnung tragen.

Das sagt die Architektin Christina Schwarz


Bevor wir uns in der nächsten Woche mit dem pädagogischen Konzept der neuen Gesamtschule befassen, nutzten wir die Gelegenheit zu einem Rundgang mit einer der vier im Team arbeitenden Projektverantwortlichen, mit Christiana Schwarz, die als Architektin und stellvertretende Referatsleiterin im Gebäudemanagement der Stadt Langenfeld arbeitet.

Arbeiten laufen auf Hochtouren


Bei unserem Besuch werden gerade die Innentüren angeliefert. Im zweiten Stock werden Fliesen und Wandpaneele in den Toilettenräumen angebracht, das Erdgeschoss hat eben den Estruch erhalten und darf nicht betreten werden, Handerker hantieren in der Mensa – kurz: es herrscht Betrieb auf der Baustelle, und das wird auch noch so andauern bis zum Umzug (und in einigen Bereichen sogar noch länger).

Große Glasdronten


Was schon beim ersten Blick auffällt, sind die großen Glasfronten. In einigen Klassenräumen reichen die Fenster sogar bis zum Boden. Die Flure sind breit, alles wirkt hell und großzügig. Ein Klassenraum wird heute mit einem Nebenrum zur „Lernraumeinheit“, zwei Einheiten verfügen zudem über ein Auditorium, in dem auch Arbeiten in Kleingruppen erledigt werden können, beispielsweise am „Prisma-Tag“. Doch dazu mehr in der nächsten Woche. In Selbstlernzentren im 1. und 2. Obergeschoss soll Ruhe herrschen für stilles Arbeiten am Computer oder mit Büchern, die man sich hier auch ausleihen kann.

Neuer Bogenbau


Der neu entstandene Bogenbau entlang der Metzmacherstraße erstreckt sich über drei Etagen. Das Erdgeschoss bietet Platz für die Aula im Foyer, Räume für Kunst und Design und nebenan die Verwaltung. Pro Etage können 180 Schüler unterrichtet werden. Die Lehrer können sich ebenfalls auf den Etagen im Team besprechen oder ihre Arbeitsmaterialien deponieren, ohne das große Lehrerzimmer aufsuchen zu müssen. Hier werden die Klassen 6, 7 und 8 einziehen. Die neuen Fünftklässler gehen nebenan in Räume der ehemaligen Gutenberg-Realschule.
Beim Gang durch die Räume macht die Architektin auf zahlreiche Besonderheiten aufmerksam: „Tafeln“ mit Beamer und W-Lan für die Smartphones der Schüler, Schallschutzdecken für eine bessere Akustik, Fußböden in Holzoptik, Lasur auf den etwas kalt wirkenden Betonwänden, eine aufwendige Brandmeldeanlage mit Rauchschutzvorhänge zu den Treppenhäusern hin, eine enorme Technik im Keller mit der kompletten Belüftung des Gebäudes, mit einem Eisspeicher für die Heizung sowie für die Kühlung nach der neuesten Wärmeschutzverordnung, schließlich noch der komplette Bereich für die Mensa mit Kühlhaus, Spülküche, Vorratsräumen. Hier können bis zu 400 Essen pro Schicht vom Mensaverein, der sich auch weiterhin um die Versorgung kümmern wird, zubereitet werden.


4000 Quadratmeter Bodenbeläge


Noch einige wenige Besonderheiten: im Neubau sind 4000 Quadratmeter Bodenbeläge verlegt, die Fensterausrahmung ist einen Kilometer lang. Der ganze Bau ruht auf einer bis zu 18 Meter tiefen Pfahlgründung. Das alte Metzmacher-Gebäude, das dem Neubau wich, stand genau 100 Jahre. Ob die neue Schule so lange durchhält? Architektin Schwarz kann diese Frage nicht beantworten, sie ist sich aber sicher, dass „Geschichte auch weiterentwickelt werden muss“, und dass „das Geld gut angelegt ist“. Elfie Steckel

- Es ist wohl recht ungewöhnlich, dass ein 15-Millionen-Projekt wie die neue „Prisma-Schule“ unter der Leitung stadtischer Mitarbeiter und nicht eines externen Planungsbüros entsteht. An dieser Schule ist eben manches anders.

- Neben Christiana Schwarz, die die Projektsteuerung in Händen hat, sind drei weitere Frauen aus dem Gebäudemanagement verantwortlich: Sabine Leuchs-Pelkmann und Ulrike Schleinitz, beides Architektinnen und mit der Planung und Bauleitung betraut, sowie Kirstin Timm, Dipl.-Ing. und in der Bauleitung für die Haustechnik verantwortlich. Elfie Steckel
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