150 Flüchtlinge werden in Sporthallen untergebracht

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Die Anweisung des Landes Nordrhein-Westfalen erreichte das Langenfelder Rathaus keine 30 Stunden vor der terminierten Realisierung: Mit der für eine Kommune bindenden Verpflichtung der Amtshilfe ordnete die Bezirksregierung Arnsberg an, dass die Stadt Langenfeld eine Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge vorzuhalten hat.

Konkret bedeutet dies für die Stadtverwaltung, dass innerhalb weniger Stunden Unterkünfte für 150 Flüchtlinge bereitgestellt werden mussten. „Mit einem enormen personellen und organisatorischen Aufwand ist es uns gelungen, auf die Schnelle 108 Plätze in zwei weiteren Sporthallen einzurichten“ erklärt Bürgermeister Frank Schneider. Weitere 42 Plätze könnte die Stadt Langenfeld erst in vier Wochen anbieten, wenn das angemietete Gebäude Nr. 35 auf dem Gelände der LVR-Klinik bezugsfertig sei.

In Wiescheid an der Parkstraße und im KAG

Bei der Auswahl der beiden Notunterkünfte entschied sich die Verwaltung für die im Vergleich zu den meisten Sportstätten nicht so stark frequentierten Hallen an der Wiescheider Parkstraße und im Schulzentrum des Konrad-Adenauer-Gymnasiums (kleine Halle).

Kurzfristige Unterbringung

Nach Angaben des Landes NRW soll die Unterbringung der kurzfristig zugewiesenen Flüchtlinge bereits nach wenigen Wochen beendet sein.„Wir sind als Stadtverwaltung und als städtische Gemeinschaft nicht nur gesetzlich, sondern vor allem moralisch verpflichtet, diesen Menschen zu helfen und sie bei uns aufzunehmen“, erklärt Bürgermeister Frank Schneider auch in einem Informationsschreiben an die direkten Nachbarn der beiden Sporthallen.
Ihm sei darüber hinaus bewusst, dass auch einige Sportlerinnen und Sportler in den kommenden Wochen nicht ihren geregelten Trainingszeiten oder Kursen an gewohnter Stelle nachgehen können. „Die enorme Hilfsbereitschaft der Langenfelderinnen und Langenfelder gegenüber unseren Flüchtlingen in den vergangenen Wochen und Monaten geben mir aber die Hoffnung und den Optimismus, dass die Bevölkerung diese vorübergehende Einschränkung mitträgt“, so Frank Schneider weiter.

Vorbildliche Willkommenskultur

Für ihn stellt dieses Engagement der Bürgerschaft ein gelebtes Beispiel für eine vorbildliche Willkommenskultur in der Stadt dar.
Von überstürzter Hilfsbereitschaft bittet der Bürgermeister aber zunächst Abstand zu nehmen: „Wir müssen zunächst die konkreten Bedarfe der neu aufgenommenen Flüchtlinge ermitteln, bevor wir Spenden annehmen. Wenn Bedarf besteht, werden wir öffentlich dazu aufrufen.“

Sprachliche Unterstützung

Über sprachliche Unterstützung in der Betreuung der Flüchtlinge würde sich die Stadt schon heute freuen. Es werden aktuell Mitbürgerinnen und Mitbürger gesucht, die arabisch, mazedonisch, serbokroatisch, albanisch oder französisch sprechen können.
Wer hier helfen kann und möchte, kann sich unter Telefon 794-4444 oder per Email unter fluechtlinge@langenfeld.de melden.
Außerdem können dort Interessierte nochmals die wichtigsten Informationen erhalten.

Bürgermeister dankt Helfern

Frank Schneider dankt abschließend den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und den beiden Hilfsorganisationen DRK und Malteser Langenfeld, die innerhalb kürzester Zeit die Unterbringung der Flüchtlinge auf die Beine gestellt haben.
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Siggi Becker aus Langenfeld (Rheinland) | 06.08.2015 | 06:08  
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