Dem Wahlamt stehen noch drei schwere Wochen bevor

Anzeige
Gruppenbild mit Herr und drei Damen: Wahlamtsleiter Stefan Penzkofer an der Urne mit der 1. Beigeordneten Marion Prell, die diesmal auch als Langenfelder Wahlleiterin fungiert. Flankiert werden die beiden von den Wahlamts-Mitarbeiterinnen Rabea Sieger (links) und Jennifer Hille (rechts). Foto: Stephan Köhlen

Stefan Penzkofer, Leiter des örtlichen Wahlamtes, und seinen Mitarbeitern stehen noch gut drei Wochen schwerer Arbeit bevor. Und selbst wenn am 25. Mai um 18 Uhr die Wahllokale schließen, ist noch lange nicht Feierabend: Dann beginnt der zweite Teil mit der Auszählung der Stimmzettel von fünf Wahlen plus einem Beirat.

Von Elfie Steckel

„Uns steht ein echter Wahlmarathon bevor“, bestätigt dann auch die 1. Beigeordnete Marion Prell gegenüber der Presse. Diese sportliche Herausforderung hat ihr ganz nebenbei auch noch ein neues Amt beschert: Sie ist die kommunale Wahlleiterin, denn der üblicherweise leitende Bürgermeister darf als Kandidat natürlich nicht die Aufsicht übernehmen.

So weit ist ja noch alles einfach und verständlich. Wenn man dann allerdings in das Wahlrecht mit allen dazugehörigen nationalen und internationalen Gesetzen hineinschnuppert, möchte man wünschen, dass niemand mehr nach dem 16. Tag vor der Wahl um- oder zuzieht oder gar stirbt. Denn dann beginnt die Bürokratie von vorne.

Wenn man von dem „normalen“ Langenfelder ausgeht, ist die Geschichte relativ einfach. Er darf – wenn er nicht aufgrund einer richterlichen Entscheidung vom Wahlrecht ausgeschossen ist, am Wahltag 18 Jahre zählt und seit mindestens drei Monaten seinen Hauptwohnsitz in Deutschland hat - am 25. Mai sein Kreuzchen auf dem Europawahlzettel machen. Dort findet er übrigens 24 Parteien zur Auswahl; von den meisten wird er noch nie etwas gehört haben.

Dieser Langenfelder erhält wie 48 436 andere auch eine Wahlbenachrichtigung, mit der er zu eben jener Europawahl und auch noch zur Kommunalwahl (wenn er älter als 16 Jahre ist) berechtigt ist. An dieser Wahl dürfen nach aktuellem Stand genau 45 059 Personen teilnehmen (wenn nicht noch wer zu- oder wegzieht oder stirbt, siehe oben). Die Kommunalwahl selbst besteht aus vier Teilen: der Wahl des Bürgermeisters – hier bewerben sich Amtsinhaber Frank Schneider (CDU), Sascha Steinfels (SPD), Dr. Günter Herweg (Bündnis 90 / Die Grünen), Frank Noack (FDP) und der Einzelbewerber Ingo Wenicker- ,und der Wahl des Stadtrates, für den die CDU, SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, BGL und FDP antreten. Dann wird der Verwaltungschef des Kreises Mettmann, der Landrat, gewählt. Auch hier bewirbt sich mit Thomas Hendele (CDU) der Amtsinhaber. Ihn fordern Manfred Krick (SPD) und Martina Köster-Flashar von den Grünen heraus. Und auch das Parlament des Kreises, der Kreistag, wird gewählt. In den vier Langenfelder Kreiswalbezirken treten CDU, SPD, Grüne, FDP, UWG ME, Die Linke, Velbert anders und die Piraten an.

Alles klar? Ach, fast hätte ich es vergessen: Er hält keiner der Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters oder des Landrats mindestens 50 Prozent der Stimmen, gibt es am 15. Juni eine Stichwahl unter den beiden Bewerbern, die die meisten Stimmen einheimsten (die Wahlbenachrichtigung also für den Fall der Fälle mal verwahren!).

Für dieses Prozedere sind die Wahlbenachrichtigungskarten schon verschickt oder treffen in den nächsten Tagen ein. Wer bis zum 5. Mai keine Benachrichtigung hat oder auf seiner Benachrichtigung einen Fehler entdeckt, sollte sich umgehend beim Wahlamt melden.

Am 25. Mai wird aber auch der Integrationsbeirat gewählt, für den in Langenfeld folgende Listen antreten: Internationale Liste, Deutsch-Türkische Integration und Soziale Liste. 14 Sitze sind zu vergeben. 6886 in Langenfeld lebende Menschen sind dazu wahlberechtigt – wenn sie Ausländer oder Deutscher durch Einbürgerung geworden sind, um es mal ganz einfach auszudrücken. Die Bedingungen sind recht kompliziert; bei Fragen wendet man sich am besten direkt an das Wahlamt.

Wer am Wahltag nicht in Langenfeld ist, muss nicht auf sein Wahlrecht verzichten. Schließlich gibt es ja die Briefwahl, die immer beliebter wird. Bis zum 23. Mai 18 Uhr kann man die Unterlagen noch beim Wahlamt beantragen. Bei plötzlicher Erkrankung geht das sogar noch am Samstag und selbst am Sonntag bis 15 Uhr.

Die Wahlbriefe für die Europa- und Kommunalwahl müssen am Wahltag bis spätestens 16 Uhr, die für den Integrationsbeirat bis spätestens 18 Uhr im Wahlamt im Rathaus abgegeben sein. Das Wahlamt im 1. Stock des Rathauses (Sitzungssaal 188) ist übrigens schon seit einer Woche geöffnet.

Und wenn die Wahl beendet ist und die Wähler es sich vor dem Fernseher gemütlich machen und die eingehenden Ergebnisse diskutieren, geht es für Penzkofer und seine haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter erst richtig zur Sache. Erst wird die Europawahl ausgezählt, dann der Landrat und der Kreistag, dann der Bürgermeister und der Stadtrat und danach noch der Integrationsbeirat. Sind alle Unterlagen komplett, gibt es eine kurze frühmorgendliche Ruhepause, bevor alle Wahlscheine und sonstige amtlichen Papiere am frühen Montagmorgen nach Mettmann zum Kreiswahlleiter gebracht werden müssen…


Spannung im Bürgersaal

Wer die Ergebnis der Wahl live verfolgen möchte, der kommt am besten am Wahlsonntag ab 18 Uhr in den Bürgersaal des Rathauses. Dort trifft er nicht nur die Bürgermeisterkandidaten und die künftigen Ratsherren und -damen, sondern viele weitere interessierte Mitbürger, die die fortlaufend eingehenden Auszählungen auf Großleinwand verfolgen. Gleichzeitig werden die vorläufigen Einzelergebnisse und das vorläufige Gesamtergebnis in minütlicher Aktualisierung im Internet dargestellt.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.