Flüchtlingssituation: Kapizitäten erschöpft / Wilhelm-Würz-Halle wird vorbereitet

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Langenfeld (Rheinland): Wilhelm-Würz-Halle |

Neben der Erstaufnahme werden der Stadt Langenfeld auch zahlreiche Flüchtlinge zugewiesen, die bis zum Abschluss des Asylverfahrens hier bleiben. Insgesamt leben nach Angaben der Ersten Beigeordneten Marion Prell in der Posthorngemeinde zurzeit 546 Flüchtlinge, ohne die 130 in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes. 50 seien alleine in der vergangenen Woche hinzubekommen. „Eine bislang unvorstellbar hohe Zahl“, bilanziert sie und verweist als Vergleich auf das Jahr 2012. Damals seien insgesamt 90 Flüchtlinge in Langenfeld gewesen.

Es kann keine Familie mehr untergebracht werden

Langenfeld. „An dieser Entwicklung zeigt sich, dass die Registrierungen in den Erstaufnahmeeinrichtungen erkennbar voll angelaufen sind und die Flüchtlinge immer zügiger den Kommunen dauerhaft zugewiesen werden“, so Holger Hammer, stellvertretender Leiter des Referates Soziale Angelegenheiten. Nach derzeitiger Lage verfüge Langenfeld Ende der Woche über keine ausreichenden Kapazitäten mehr. „Kommt eine vielköpfige Familie, können wir diese schon nicht mehr unterbringen“, so Holger Hammer.

Krisenstab der Verwaltung

Aus diesem Grunde hat am vergangen Mittwoch ein Krisenstab der Verwaltung beschlossen, die Wilhelm-Würz-Turnhalle ab nächster Woche zur Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen.

Einschränkungen beim Schulsport

Obwohl dieser Schritt erhebliche Einschränkungen beim Schulsport und erstmals auch beim Wettkampfsport mit sich bringt, sah der Krisenstab keine Alternative.
Von der „Schließung“ betroffen sind die Grundschule in Richrath-Mitte, Jahnstraße 113 und die Kopernikusschule. Ebenso betroffen sind diverse Vereine, darunter auch einige, die für ihren Ligenerhalt zwingend auf die Verfügbarkeit einer entsprechenden Halle angewiesen sind.
Der Fachbereich Jugend, Schule, Sport wird unverzüglich mit den Schulen und Vereinen Kontakt aufnehmen.

100 bis 130 neue Plätze

„Da wir gar nicht so schnell bauen und umbauen können, wie wir Unterkünfte brauchen, habe ich den Versuch unternommen, bei der Bezirksregierung Arnsberg zu erreichen, dass wir für den Zeitraum von zwei Wochen keine Flüchtlinge aufnehmen müssen“, so die 1. Beigeordnete. In dieser Zeit könnte die Wilhelm-Würz-Halle vorbereitet werden. Dort hätten wir dann Kapazitäten von 100 – 130 Plätzen, so Holger Hammer. Im November steht eine weitere Unterkunft – Leichtbauhalle, wintertauglich – mit etwa 60 Plätzen zur Verfügung.

Weitere Plätze

Unabhängig von diesen beiden Objekten sind derzeit ganz aktuell Gebäude in Bau oder Umbau mit Kapazitäten von 350 Plätzen. Weitere Standorte werden darüber hinaus derzeit einer Machbarkeitsstudie unterzogen.

"Wilhelm-Würz-Halle hoffentlich nur als Übergangslösung"

„Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir die Wilhelm-Würz-Halle nur für einen kurzen Übergangszeitraum nutzen müssen, um so den Schulen und Vereinen möglichst schnell die Sporteinrichtung zurückgeben zu können“, so Ulrich Moenen, Leiter des Fachbereiches Jugend, Schule, Sport.
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