Richrath ein Ort zum Wohlfühlen

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Richrath Glück gehabt: Kräftiger Wind hatte die Regenwolken weggeblasen und sogar die Sonne schaut herunter, als die RP gestern Vormittag mit ihrer mobilen Redaktion vor dem Kirchturm von St. Martin steht. Die Stelle ist goldrichtig, denn der Radverkehr auf der Kaiserstraße ist in dem Plauderstündchen an den Stehtischen ein beherrschendes Thema. "Schauen Sie dort drüben!", sagt Reiner Müller (69) und deutet auf einen Van auf den Schrägparkplätzen am Fahrbahnrand. "Wenn der Kleinwagen dahinter zurückstößt und gerade ein Radfahrer kommt, dann sieht er den nicht. Ich beobachte immer wieder brenzlige Situationen. Es gibt da Experten, die meinen, mit ihrem Rad ein zurückstoßendes Auto noch unbedingt hinten passieren zu müssen..."

Einig ist sich die Runde mit Gerd von Piwkowski (75), dass die kürzlich von den Stadtpolitikern beschlossene Entscheidung richtig war, in dieser verkehrsberuhigten Tempo-20-Zone der Kaiserstraße durch große weiße Piktogramme mitten auf der Fahrbahn deutlicher auf die entgegen der Einbahnrichtung fahrenden Radler aufmerksam zu machen. "Vor allem auswärtigen Autofahrern ist das nicht bewusst und sie zeigen einem Radler schon mal den Vogel", sagt Müller. Hillu Hermanns (60) nickt. "Ich fahre mit dem Rad deswegen auch lieber einen Bogen über die kleine Brücke bei der Lukaskirche."

Als Mitglied der seit zehn Jahren bestehenden Gemeinschaft Richrather Geschäftsleute (GRG) ist der Immobilienmaklerin Hermanns nach eigenen Worten sehr an guten Bedingungen für die in der Ortsmitte ansässigen Läden und Dienstleistungsbetriebe gelegen. "Bei unserem alljährlichen Herbstmarkt zeigt sich ja, dass hier sehr viel geboten wird." Mit der Entwicklung seit dem verkehrberuhigenden Umbau der Kaiserstraße 2003 könnten "alle wirklich sehr zufrieden sein", bescheinigt ihr Rolf Gassen (73). "Das war damals ja ein hoher Investitionsaufwand, aber es hat sich gelohnt." Das sieht Reiner Müller ähnlich, der indes eines dringend vermisst: "Eine öffentliche Toilette wäre wichtig. Es können ja nicht alle im Café nachfragen..."

Eine schöne Abrundung für die Ortsmitte wäre auch ein Trinkbrunnen, meint Peter Speldrich (64). Der Vorsitzende des Langenfelder Umweltschutz- und Verschönerungsvereins erinnert an das Angebot des Wasserwerk-Chefs Kersten Kerl in der RP, geeignete Standorte für Trinkbrunnen im Stadtgebiet vorzuschlagen. "Genau hier zwischen Kirchturm und Edeka an der Bushaltestelle wäre doch ein passender Platz."

Der ehemalige CDU-Ratsherr Hans-Josef Gladbach (75) bedauert, dass die seit mehr als 30 Jahren diskutierte und geplante Bahnunterführung Kaiser-/Hildener Straße immer noch nicht gebaut ist; ebenso, dass der von ihm als langjährigem Vorsitzenden des Planungsausschusses maßgeblich vorangetriebene Entwurf einer ohrförmigen Großunterführung zugunsten eines kleinen Tunnels verworfen wurde. Gladbach bezweifelt, dass dieser gerade Tunnel wirklich in fünf Jahren fertig sein wird, wie angekündigt. "Die Bahnschranken müssen endlich weg, weil der Übergang einfach zu gefährlich ist. Gerade auch, weil dort viele Schüler unterwegs sind."
Quelle: RP
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