Spaß an kulturellen Besonderheiten

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Ingolf Lück moderierte die Revue zum Auftakt der „Spaß.Abende“ im Schauplatz. Foto: de Clerque
Zum Auftakt der „Spaß.Abende“ gab es am vergangenen Freitagabend viel zu lachen. Die dreistündige Revue im Schauplatz, moderiert von Ingolf Lück, macht Lust auf die Einzelgastspiele in den kommenden Wochen.

Moderator Ingolf Lück kommt abgehetzt auf die Bühne, zieht noch schnell die Schuhe und das Sakko an. „Ich bin um 15.35 Uhr von Hamburg kommend am Kölner Flughafen gelandet und habe dann mit dem Auto vier Stunden bis nach Langenfeld gebraucht“, spielt Lück auf das übliche Verkehrschaos rund um Köln an. Er selbst stamme ja aus Ostwestfalen, lebe aber schon viele Jahre in einem Kölner Vor-Vor-Ort. Schließlich bringt er das Heimatgefühl ganz passend auf den Punkt: „Heimat ist da, wo die Leute so sprechen, wie man selbst.“

Seine Heimat verleugnen kann auch Maxi Schafroth nicht und so mussten sich die rheinischen Ohren erstmal an das Bayerische gewöhnen. Doch das ist kein Problem. Maxi Schafroth stammt aus einem 90-Seelen-Dorf im Allgäu und als Landwirtskind blieb ihm nichts anderes übrig als entweder den Hof des Vaters zu übernehmen, oder zur Bank zu gehen.

Er hat sich für letzteres entschieden: „Es gab keine IHK-Grundausbildung für Kabarett, aber die Banklehre kam dem am nächsten.“ Die Waffen des Vertriebs, Silke und Jörn mit ihrer nachhaltigen Molekularküche und natürlich die Kindheit im Allgäu sind die Themen, mit denen der Kabarettist begeistert. Besonders viele Lacher erntet er, als er mit dem Publikum den „Nasal-Lacher“ übt. Der lässt sich immer dann einsetzen, wenn man eigentlich keine Ahnung hat: „Ich habe es nicht verstanden, aber ich bin d‘accord.“

Um kulturelle Unterschiede geht es auch bei Dagmar Schönleber, die ebenfalls aus Ostwestfalen stammt, aber seit 18 Jahren in Köln heimisch ist: „Bei uns sind Bodenschätze Lebenspartner, die nach dem Saufen umfallen“, spricht Schönleber auf die trinkfreudigen Ostwestfalen an. Aber sie steht dazu und kontert sogleich in Richtung Rheinländer: „Dafür muss man sich bei uns noch nicht mal bunt anmalen.“

Schönleber erklärt, warum sie nicht mehr 14 Jahre alt sein wolle: „Du bewegst dich einmal zu schnell und schon wird gleich ADHS diagnostiziert.“ Aber auch als reifere Frau hat man es nicht immer leicht, wie ihr Lied über eine unerwiderte Liebe zeigt.

Ganz ohne Worte kommen dagegen Habbe & Meik aus. Die beiden Pantomimen mit den grotesken Masken zeigen, wie man allein durch Gestik, Leiter, Brett und Zollstock das Publikum zum Lachen bringen kann. Dabei liefern sich die beiden auch noch eine wilde Jagd durch die Zuschauerreihen.

Eine gehörige Portion schwarzen Humors gibt es schließlich von Sebastian Schnoy. Er hat nicht nur einiges Wissen aus der Weltgeschichte humorvoll aufbereitet. Er bietet dazu ebenfalls einen Einblick in kulturelle Verschiedenheiten indem er den Alltag mit seiner französischen Frau, die „einfach nicht zu integrieren ist“, zum Besten gibt. Auch werde er von den Freunden seiner Frau immer wieder gefragt, wo denn sein Opa während des zweiten Weltkrieges gewesen sei. Am Anfang sei er immer sehr verlegen ob einer Antwort gewesen. Inzwischen erkläre er einfach, das sein Opa schon damals für ein Europa ohne Grenzen unterwegs gewesen sei.

Insgesamt ein gelungener Abend, bei dem die Mischung stimmte, das Publikum sich gut amüsierte und der Moderator nicht zu sehr im Vordergrund stand. Der Auftakt des Kabarettfestivals – organisiert vom Atelier Theater Köln und unterstützt von den Stadtwerken – macht definitiv Lust auf mehr. Gelegenheit dazu gibt es bei den Einzelgastspielen in den kommenden Wochen.

Maxi Schafroth
„Faszination Allgäu“, Sonntag, 20 November, 20 Uhr.
Sebastian Schnoy
„Frühstück bei Kleopatra“, Samstag, 6. Dezember, 20 Uhr.
Dagmar Schönleber
„Schöner Leben“, Mittwoch, 10. Dezember, 20 Uhr.
Veranstaltungsort
Die Veranstaltungen finden im Schaustall, Winkelsweg 38, statt.
Karten und Infos
Telefon 02173/7944601, www.schauplatz.de.
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