Bernhard Weik: „Kommen Sie nächstes Jahr wieder!“

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Der 13. cSc – ein grandioses Sportfest für Sportler mit und ohne Handicap

Langenfeld/Region Köln-Düsseldorf. „Ich bin zum 13. Mal dabei, habe noch kein Rennen ausgelassen“, erklärt freudestrahlend Stefanie Wiegel (22), die in der Lebenshilfe-Sportgruppe trainiert und in der WFB Langenfeld beschäftigt ist. Die ersten drei oder vier Jahre sei sie auf dem Tandem mitgefahren, danach auf Inlinern beim Familien- und Freizeitlauf.
Handbike, Adaptivbike, Rolli, Dreirad, Radtandem, Einrad, Liegerad, Tretroller und Inliner wa-ren als fahrbare Untersätze am Start. Bei meist sonnigem Wetter hatte auch der 13. cSc mit annähernd 500 Sportlerinnen und Sportlern Volksfestcharakter in sehr guter Atmosphäre. „Es ist das erlebte Gemeinschaftsgefühl, das den cSc auszeichnet“, versichern viele Sportler, die immer wieder teilnehmen.

"Du bist aus Langenfeld nicht mehr wegzudenken."

Der cSc (capp Sport cup) „gemeinsam rollt’s“ der Elisabeth & Bernhard Weik-Stiftung ist längst eine Institution in Langenfeld mit bundesdeutscher Auswirkung und in kleinerem Maße auch internationaler Beteiligung. So sah auch Manfred Stuckmann Bernhard Weik: „Du bist aus Langenfeld nicht mehr wegzudenken.“ Schirmherr und Bürgermeister Frank Schneider war es ein Anliegen, dem „riesengroßen cSc-Team, das hoch engagiert arbeitet, für das Sport-Großereignis seinen herzlichen Dank auszusprechen“. Hier werde Inklusion gelebt, die nur so erfolgreich sein könne. Dem schloss sich auch Landrat Thomas Hendele an, der betonte, hier gebe es Zuwendung für Menschen mit und ohne Behinderung „in einer der größten Veranstaltungen, die wir hier im Kreis haben.“ Beeindruckt vom cSc war auch Norbert Killewald, Behindertenbeauftragter des Landes NRW, der sich das dritte Rennen anschaute und sich über viele Aspekte des cSc informieren ließ.



Tandem-Piloten der Stadtsparkasse zum dritten Mal dabei.

Bernhard Weik hob hervor, dass es in diesem Jahr wesentlich mehr Teilnehmer mit Behinderung von der Lebenshilfe im Kreis Mettmann, der Virneburgschule in Langenfeld und der Behindertensportgemeinschaft gegeben habe. Er lobte außerdem das Engagement der diesmal fünf Tandem-Piloten der Stadt-Sparkasse Langenfeld, die zum dritten Mal dabei waren.
Sparkassen-Vorstand Stefan Noack blieb seiner Sozia Vivien Kleinekofort, einer Mitarbeiterin der WFB Langenfeld, auch dieses Jahr treu. Auf ihrem Mixed Radtandem erreichte das Team diesmal Platz 2. „Mit Vivien geht es jedes Jahr besser“, begeisterte sich Noack, der sich als Vorsitzender des WFB-Fördervereins Langenfeld sehr für Menschen mit Behinderung einsetzt.

Fünfköpfige Familie Funke auf dem Tretroller.

Treue zum cSc (capp Sport cup) ist eine der Grundlagen für den Erfolg des cSc. „Wir sind da-bei, seit die Tretroller mitfahren“, berichtete die fünfköpfige Familie Funke aus Benningen bei Stuttgart. „Es ist eine schöne Veranstaltung, da kommt man gerne wieder“, erklärte Mutter Heike Funke. Und Dietmar Funke erzählte: „Wir fahren mit einer Familienkutsche hierher, einem Siebensitzer, da passen auch die Tretroller rein.“ Die Jüngste, Bianca (6) schaffte immerhin 2 Runden, während Dietmar Funke bei den Männern Platz 1 belegte.

Der Basti-Bus ist ein Magnet für die Kinder.

Als „super“ bezeichnete Liegeradfahrer Hajo Eckstein vom Dünnwalder Turnverein die lockere Atmosphäre beim cSc. „Ich war bestimmt schon achtmal hier, als die Kinder klein waren, fuhren wir Inliner.“ Er kenne einen Kollegen, der komme sogar aus München, weil es ihm so gut gefalle. Zahlreiche Kinder und Jugendliche waren zur großen Freude von Bernhard Weik sowohl als Teilnehmer der Rennen wie auch als Zuschauer gekommen. Die Hüpfburg der Malteser war den ganzen Tag über stark frequentiert. Und der Basti-Bus zeigte sich ebenfalls als Magnet, wie Jo Ruppel, pädagogischer Leiter dieser Einrichtung, feststellen konnte. Ein cSc-Herz, das bereits roh zugeschnitten war, konnten die Kinder mit Feile und Schmirgelpapier bearbeiten, mit Etiketten bekleben und mit einem Band zum Umhängen versehen.


Kein cSc ohne die Malteser.

„Außer ein paar Schrammen gab es keine besonderen Vorkommnisse“, berichtete Einsatzleiter Markus Arenz von den Maltesern. Sie waren mit einem großen Aufgebot dabei, um im Ernstfall erste Hilfe leisten zu können. Arenz wies die Streckenposten ein, die mit Sprechfunk ausgerüstet waren. „Der cSc ist eine immer wiederkehrende, schöne Veranstaltung mit sehr schöner Atmosphäre und guter Kommunikation“, so sein Fazit. Zu den Maltesern gehörte eine Technik-gruppe für den Stromanschluss der Schlemmermeile und den Aufbau der Hüpfburg, ein Sanitätszelt, zwei Krankenwagen, ein Einsatzleitwagen, ein Still- und Wickelzelt und zwei Motorrad-fahrer, die für die Strecke eingeteilt waren.



Schlemmen und zuschauen gehört zusammen.

Die internationale cSc-Schlemmermeile erfreute wie immer sich großen Zuspruchs. Die ständig ankommenden Zuschauer konnten die riesige Auswahl der 14 Vereine und Gruppen in vollen Zügen genießen, ebenso die Sportler nach den jeweiligen Rennen. Chili con Carne gab es beim Deutsch-Mexikanischen Kulturverein, mit Pasta verwöhnte der Italienische Kulturverein, Kuchen und Waffeln bot der Förderverein der Dancing Sweethearts an. Die Koreaner waren mit ihren speziellen Pfannkuchen vertreten. „In den Teig kommen verschiedene Gemüse: Zuccini, Möhren, Zwiebeln, Porree und Knoblauch-Schnittlauch, alles ist aus biologischem Anbau“, wurde man aufgeklärt. Mehl, Eier, Sprudelwasser, Salz und Pfeffer sind weitere Zutaten. Die Behindertensportgemeinschaft (BSG) präsentierte eine riesige Vielfalt wohlschmeckender Salate, der Exprinzenclub Obstspieße mit Schokolade und die kroatische Gemeinschaft Cevapcici, Bratwurst, kroatisches Bier, Wein und Juliska. Viel zu schnell waren die leckeren Reibekuchen mit Apfelmus beim Schützenverein von 1834 ausverkauft. „Dabei hatten wir schon mehr Teig als sonst gemacht, nämlich 80 kg“, versicherten die Schützen. Im nächsten Jahr wolle man noch eins drauflegen. Für den ersten Durst nach den Rennen hatten die Stadtwerke zwei Zapfstellen mit Langenfelder Wasser aufgestellt. Mit oder ohne Kohlensäure zapften Claudia Usai und Dustin Kozolek das gute Langenfelder Wasser.

Wo viel gegessen wird, müssen auch Berge von Tellern und Besteck gespült werden. Seit vielen Jahren besorgen dies die St. Georgs- Pfadfinder vom Stamm „Castanea“ von der Kirche „Christus König“. „Wir haben zwei Stunden gebraucht, bis wir die beiden Spülmaschinen zum Laufen brachten, aber jetzt klappt es“, berichteten die vier Leiter der Pfadfindergruppe. Etwa 20-25 Pfandfinder waren emsig dabei, die Geschirr- und Besteckberge in Zwei-Stunden-Schichten vorzuspülen, ein- und auszuräumen und nachzutrocknen.

Soziales Engagement der Johann-Gutenberg-Realschule.

Die Terrasse vor dem AWO-Seniorenheim wurde wieder zum Treffpunkt von Bewohnern und Gästen, die sich köstliche Speisen sowie Kaffee und Kuchen schmecken ließen. „Mit einer Paella haben wir uns diesmal etwas Besonderes einfallen lassen, die auch von unseren Bewohnern sehr geschätzt wird“, so Küchenleiter Jérôme Stocker. Dem Küchenteam halfen wie in den Vorjahren zum cSc-Lauf die Schüler der Johann-Gutenberg-Realschule unter der Leitung von Gudula Oster. Dazu Seda (14), eine der Schülerinnen: „Ich bin zum zweiten Mal in diesem Jahr hier, es ist sehr schön und es freut mich, den älteren Menschen helfen zu können.“ Einmalig gut fand es auch eine Bewohnerin, die es genoss, von den Schülern verwöhnt zu werden.

Auch das Rahmenprogramm konnte sich sehen lassen.

Zur Unterhaltung trug die koreanische Trommelgruppe bei, die sich tanzend mit ihren Rhythmen gegenüber der cSc-Schlemmermeile bewegte. Die Dancing Sweethearts zeigten als Vize-Europameister einmal mehr ihr Können. Im Schützenhaus des Schützenvereins von 1834 zeigten die Schießmeister Heinz Müller und Dirk Schäfer von der Richrather St. Sebastianus Schüt-zenbruderschaft das „akustische Schießen“ nach Gehör, wie es vor allem blinde und sehbehin-derte Menschen praktizieren. Dazu werden den Schießenden Kopfhörer aufgesetzt. „Man muss auf den höchsten Ton achten und diesen eine Weile halten, um zu treffen“, erläuterte Müller einen wichtigen Punkt.
Eine Überraschung für die Zuschauer war das „Fahnenbild“ von Christian Rönner, der annähernd 300 Fahnen auf ein Fahrrad und zwei Anhänger montiert hat. „Ich bin der Fahnenmann von Langenfeld und Düsseldorf“, erklärt er seine Idee, auf die ihn 2006 sein Sohn brachte. Mit 17 Fahnen habe er damals angefangen. 400 kg müsse er jetzt bewegen. „Ich bin auch Ersthelfer bei den Maltesern“, erzählt der Ex-Langenfelder.

Die Polizei ist gerne beim cSc.

Die Polizei – Freund und Helfer – unterstützt das cSc-Team mit dem Referat Recht und Ord-nung der Stadt Langenfeld. Die Polizeihauptkommissare Frank Scheffler und Gernot Petersik (zu Fuß) und Dietmar Silbermann (auf dem Krad) hatten einen relativ ruhigen Einsatz. „In den Anfangsjahren mussten wir viel Überzeugungsarbeit wegen der Straßensperrungen leisten“, erinnerten sich die Beamten der Polizei.
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2 Kommentare
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Myriam Weskamp aus Castrop-Rauxel | 10.09.2013 | 13:29  
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Jürgen Steinbrücker aus Langenfeld (Rheinland) | 10.09.2013 | 17:50  
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