Das 25. Kinofest Lünen hatte einen großen Gewinnerfilm - Alle Preisträger im Überblick

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Regisseur Benedikt Kuby (l.) nahm den Lüdia-Preis persönlich von Lünens Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick entgegen. (Foto: Eberhard Kamm)
 
Regisseur Benedikt Kuby (2.v.l.) nahm den Lüdia-Preis persönlich von Lünens Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick entgegen. Die Moderatoren Peter Dirmeier und Antje Knapp führten durch den Abend.
 
Die "Perle" (1.800 Euro) ging an SCHÖNEFELD BOULEVARD von Sylke Enders. (Foto: Eberhard Kamm)
 
Den Schülerfilmpreis 10+ (2.500 Euro) erhielt der Film "Jack" von Edward Berger. (Foto: Eberhard Kamm)
 
Dr. Anke Höwing vom Kinofest-Komitee, Moderatorin Antje Knapp und Schauspieler Waldemar Kobus, der auch in der Filmjury saß. (Foto: Eberhard Kamm)
Die Lüner Kinofestzeit verging wieder wie im Flug: Am Ende war vor allem ein Film der große Gewinner des 25. Kinofestes in der Lippestadt: "Der Bauer bleibst Du" - der Dokumentarfilm von Benedikt Kuby erhielt den Hauptpreis "Lüdia", sowie den "Filmmusikpreis" und den "Filmpreis 60+".
 
Mit dem 25. Jahrgang wurde das Kinofest Lünen einmal mehr seinem Ruf als Publikumsmagnet gerecht. Besucherzahlen und Auslastung konnten erneut gesteigert werden. 9.000 BesucherInnen kamen zum 4-tägigen Festival mit 54 aktuellen deutschen Filmen, damit stieg die Auslastung auf knapp 90%. Eine ernorme Steigerung erfuhr auch das Filmprogramm für Schulen. 3.100 Schülerinnen und Schüler kamen in die Vorstellungen, das waren 1.100 mehr als 2013.

Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis Lüdia – der Preis für den besten Nachwuchsfilm – geht in diesem Jahr an den ältesten Debütanten, der bisher im Lüdia-Wettbewerb vertreten war. Benedikt Kubys erster Kino-Dokumentarfilm "Der Bauer bleibst Du" begleitet den 82-jährigen Bauern Heinz Wanner, der sich nach 40 Jahren allein auf seinem Hof um einen Nachfolger für das 400 Jahre alte Anwesen hoch über dem Inn kümmern muss. Regisseur Benedikt Kuby nahm den Preis am Abend persönlich entgegen. Sein Film konnte überdies noch die Jurys des Filmmusikpreises und des Filmpreises 60+ überzeugen.

Am Abschlussabend waren insgesamt zwölf Preise im Gesamtwert von 39.500 Euro vergeben worden, vier davon sind Publikumspreise, acht weitere werden durch Jurys entschieden.
Im Anschluss an die feierliche Preisverleihung wurde die deutsche Komödie "Die Mamba" von Ali Samadi Ahadi gezeigt. Der Regisseur, die Schauspielerin Caroline Schreiber und der Drehbuchautor Arne Notling (Lüdia-Preisträger 2005) waren bei der Vorstellung zu Gast.

Alle Preise im Überblick:


Die Publikumspreise

Lüdia (10.000 Euro): DER BAUER BLEIBST DU von Benedikt Kuby

Erste Hilfe (1.600 Euro): DIE BRUNNENFRAU von Julia Finkernagel

Erster Gang (1.600 Euro): ERLEDIGUNG EINER SACHE von Dustin Loose

Rakete (3.000 Euro): DOKTOR PROKTORS PUPSPULVER von Arild Fröhlich

Die Jurypreise

Perle (1.800 Euro): SCHÖNEFELD BOULEVARD von Sylke Enders
Perle, lobende Erwähnung: PATONG GIRL von Susanna Salonen

Drehbuch-Preis (2.500 Euro): HIGH PERFORMANCE von Johanna Moder

Filmmusik-Preis (2.500 Euro): Enjott Schneider für DER BAUER BLEIBST DU (Regie: Benedikt Kuby)

Bester Filmtitel (Marketingleistungen in den Medien des Berndt-Media-Verlages im Wert von 7.500 Euro): ZERRUMPELT HERZ von Timm Kröger

RuhrPott (1.500 Euro): DAS SALZ DER ERDE von Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado

Filmpreis 60+ (2.500 Euro): DER BAUER BLEIBST DU von Benedikt Kuby

Schülerfilmpreis 10+ (2.500 Euro): JACK von Edward Berger

Schülerfilmpreis 16+ (2.500 Euro): LIEBE MICH! von Philipp Eichholtz
 
LÜDIA 2014
Der mit 10.000 Euro dotierte Publikumspreis LÜDIA geht an den Dokumentarfilm DER BAUER BLEIBST DU von Benedikt Kuby. Er porträtiert den 82-jährigen Bauern Heinz Wanner, der sich nach 40 Jahren allein auf seinem Hof um einen Nachfolger für das 400 Jahre alte Anwesen hoch über dem Inn kümmern muss. Der sucht sich den 22-jährigen Johannes aus, der eben die Landwirtschafts-schule abgeschlossen hat. Während Wanner noch mit Techniken arbeitet, die heute kaum noch jemand kennt, ist Johannes der gelehrige Jungspund. Er lernt die alten Methoden und so finden die Männer ihren Weg zueinander.
Die LÜDIA wird von dem Ehepaar Höwing, der Remondis AG & Co.KG und den Stadtwerken Lünen gestiftet. Der Preisträgerfilm wird außerdem bei den 29. Bozner Filmtagen 2015, dem Partnerfest des Kinofest Lünen, präsentiert.
 
ERSTE HILFE
Den Wettbewerb für kurze Kurzfilme „Erste Hilfe“ konnte Julia Fingernagel mit ihrem Spielfilm DIE BRUNNENFRAU für sich entscheiden. Er erzählt von Karla, die gerade in Afghanistan angekommen ist und helfen will, einen Dorfbrunnen zu bauen. Doch sie muss lernen, dass der gute Wille allein nicht immer reicht. Julia Finkernagel erhält am Abend den mit 1.600 Euro dotierten Preis, gestiftet von den Lüner Apotheken Brüning. Außerdem erhält der Film eine von Holland Subtitling gesponserte Untertitelung.
 
ERSTER GANG
Den Preis für den besten mittellangen Kurzfilm „Erster Gang“ geht an Dustin Loose für ERLEDIGUNG EINER SACHE. Sein atmosphärisch dichtes Kammerspiel nach einer Kurzgeschichte von Hakan Nesser ist mit Nina Petri und Ludwig Trepte besetzt. Der mit 1.600 Euro dotierte Preis wird von Lüner Gastronomen gestiftet.
 
RAKETE Kinder- und Jugendfilmpreis
Den Publikumspreis „Rakete“ erhält Arild Fröhlich für seinen Film DOKTOR PROKTORS PUPSPULVER. Das junge Lüner Publikum war begeistert von der lustigen Erfindung des Pupspulvers, das sich sogar der NASA als Treibstoff verkaufen lässt. Die von Lüner Familien gestiftete RAKETE ist mit 3.000 Euro dotiert.
 
Die Jurypreise
PERLE – Preis für Frauen in der Filmbranche
Der Preis zeichnet Frauen in der Filmbranche aus und war in der Sparte Regie Spielfilm ausgelobt worden. Gestiftet wird die PERLE vom Lüner „Netzwerk Frau“ und ist mit 1.800 Euro dotiert. Die Jurymitglieder – Antonella Arseni-Longhin (Bozner Filmtage), Britta Imdahl (Schauspiel-Agentin), Erica von Moeller (Regisseurin) – werden den Preis am Abend an SCHÖNEFELD BOULEVARDvon Sylke Enders vergeben. „In ihrem Film erzählt die Regisseurin durch Ihre Protagonistin Sindy Zwei von der positiven Kraft der Wiederstände. Dabei nimmt die offene und liebenswerte Hauptfigur den Zuschauer mit, sich auch den eigenen Wiederständen zu stellen. In einer Hervorragen Inszenierung schafft die Regisseurin dabei immer wieder unerwartete Momente. Positiv zu bemerken sind darüber hinaus die eindringlichen Bilder, die der Geschichte eine ganz besondere Kraft verleihen“ so die Jury.
Die Jury spricht außerdem eine lobende Erwähnung für den Film Lobende Erwähnung für das mutige Projekt PATONG GIRL aus. „Susanna Salonen führt uns mit ihrer Geschichte nach Thailand. Die Liebesgeschichte zwischen einen jungen deutschen Mann und dem Ladyboy Fay wird zum Leitfaden durch ein Wechselspiel von Vorurteilen und Entwicklungen für alle beteiligen Figuren.“
 
Preis für das beste Drehbuch
Die Jury für das beste Drehbuch hatte die Filme des LÜDIA-Wettbewerbs zur Auswahl. Sie vergibt den Preis an den Film HIGH PERFORMANCE von Johanna Moder aus Österreich. In der Jurybegründung von Sabine Holtgreve (NDR), Waldemar Kobus (Schauspieler) und Hans Kohl (Goethe Institut) heißt es:
„Daniel, Schauspieler an einem Off-Off-Theater kämpft an mindestens drei Fronten: Kunst, Kommerz, Esoterik und Liebe. Das Drehbuch, dem man vier Jahre professioneller Entwicklungsarbeit deutlich anmerkt, besticht durch kluge und lebensnahe Dialoge, Einfallsreichtum und überraschende Wendungen. Wir wuenschen uns und dem deutschsprachigen Film mehr solcher Drehbuecher!
Gestiftet wird der Preis vom Lüner Verlag systemed. Er ist mit 2.500 Euro dotiert.
 
PREIS FÜR DIE BESTE FILMMUSIK
Der Preis für die beste Filmmusik wird in diesem Jahr vom Komponisten Karim Sebastian Elias, dem Journalisten Jörg Gerle und Regisseur Peter Timm vergeben. Sie zeichnen den Komponisten Enjott Schneider für seine Arbeit in dem Psycho-Thriller DER BAUER BLEIBST DU (Regie: Benedikt Kuby) aus:
„Benedikt Kuby erzählt in seinem Dokumentarfilm von den einfachen Dingen: vom Älterwerden, vom Abschied nehmen, vom Bewahren der Tradition, vom Weitergeben der Erfahrung, von Gottesfurcht und harter Arbeit und vom Leben in Bescheidenheit und Glück. Enjott Schneiders Musik ist eine Reflexion dieser Einfachheit. Im Zusammenspiel lässt er ursprüngliche und traditionelle Instrumente wie Harfe, Zither oder Hackbrett vom Leben des Heinrich Wanner auf seinem Berghof in Tirol erzählen. Scheinbar einfache Melodiefolgen schaffen Sinnabschnitte und strukturieren die erzählte Zeit. Sie ergeben ein komplexes, zu keiner Zeit aufdringliches Ganzes, das bewegt und fasziniert. Eine Filmmusik, die neugierig macht auf das was kommt, die durch die Handlung trägt, gleichzeitig transparent bleibt und dem Film ein berührendes musikalisches Gesicht verleiht.“
Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert, gestiftet von der Lüner Kanzlei Skok & von Bohlen.

BERNDT-MEDIA-PREIS
Seit 2001 stiftet der Bochumer Berndt-Media-Verlag den Preis für den besten Filmtitel um die Bedeutung des Titels für die Vermarktung und Akzeptanz eines Kinofilms zu betonen. Der Preis wurde zum Jubiläum aufgestockt und ist mit Marketingleistungen im Wert von 7.500 Euro dotiert. Die Jury-Mitglieder Sabine Holtgreve (NDR), Waldemar Kobus (Schauspieler) und Hans Kohl (Goethe Institut) zeichnen den Spielfilm ZERRUMPELT HERZ von Timm Kröger aus. In der Jury-Begründung heißt es:
„Angesiedelt Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, erzählt der Film eine rätselhafte trauma-ähnlichen Ménage à quatre. Genie und Wahnsinn im deutschen Wald. Ähnlich wie der sperrige altmodisch schoene Titel, wirkt auch der Film lange nach. Mit seinen beeindruckenden Bildern, erzählt er von drei jungen Künstlern, die sich selbst suchen und dabei zum Teil verloeren gehen. Wir hoffen dass, dieser Preis dem Film zu einem Verleih und der Aufmerksamkeit verhilft, die er verdient.“
 
FILMPREIS 60+
Der erstmalig vergebene Filmpreis 60+ - dotiert mit 2.500 Euro und gestiftet vom Regisseur und Produzenten Hans W. Geissendörfer geht an Benedikt Kuby und DER BAUER BLEIBST DU. Die Jury – An Dorthe Braker (Casting-Agentin), Sabine Brandi (Journalistin) und Hans W. Geissendörfer begründeten ihre Entscheidung folgendermaßen:
„Dieser Film ist ehrlich, cineastisch brillant, und löst im Zuschauer eine Fülle von Gefühlen aus. Vor allem: Sehnsucht. Uns als 60+-Jury berührt auch die Übergabe von scheidender und kommender Generation – aber dieser Film birgt auch Schätze für Menschen, die zu jung sind, um sich an das zu erinnern, was Benedikt Kuby mit einem unvergleichlich ruhigen Auge gedreht hat. Eine schönere Filmmusik, als die Stimme von Tobias Moretti, können wir uns kaum vorstellen.“
 
SCHÜLERFILMPREIS 10+
Tjorven Ole Bahr, Steven Deeke, Kay Robin Angelie Müller, Máxima Najem, Jan Steinkamp, Hannah Steinweg, die Mitglieder der Schülerjury 10+, zeichnen JACK von Edward Berger aus, der auch das 25. Kinofest Lünen eröffnet hatte. Der Film erzählt die Geschichte Jack, einem Jungen in Berlin, der – viel zu früh auf sich gestellt – durch die Stadt rast auf der Suche nach seiner Mutter.
Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird gestiftet Michael Makiolla, Landrat des Kreises Unna.
 
SCHÜLERFILMPREIS 16+
Die Jury 16+ zeichnet LIEBE MICH! von Philipp Eichholtz mit dem Schüler-Filmpreis des Kreises Unna aus. Die Geschichte einer Heldin, die immerzu kämpft und sich dabei selbst im Weg steht, hat die Jurymitglieder Lennard Bohle, Beatrix von Hundt, Teresa Kleine-Frauns, Lena Neukirchen, Katia Schwichtenberg, Franziska Stoewer überzeugt:
„LIEBE MICH! zieht den Zuschauer mit seiner ausdrucksstarken Schlichtheit und seiner authentischen Art von der ersten Sekunde an in den Bann. Getragen vom starken Spiel aller Akteure regt der Film zum Nachdenken an und vermittelt das alltägliche Auf und Ab.“
Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wird ebenfalls vom Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla, gestiftet.
 
RUHRPOTT-Leserfilmpreis
Zum vierten Mal wird der Preis der Ruhr Nachrichten, der mit 1.500 Euro dotierte Ruhrpott, von einer dreiköpfigen Leserjury vergeben. Der Preis zeichnet in diesem Jahr einen Dokumentarfilm aus der Sektion „Extra Fotografie“ aus. Die Jury hat sich für den Film DAS SALZ DER ERDE von Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado entschieden:
„Der von uns gewählte Film zeigte uns eindringlich dass der Mensch ein unersättliches Raubtier sein kann und zeigte uns gleichzeitig, dass wenn wir umdenken, ein Happy End im Bereich des Möglichen liegt.“
 
Das Team um die Festivalleiter Michael Wiedemann und Kathrin Bessert freuen sich auf die 26. Ausgabe vom 12. bis 15.  November 2015!
 
Das Kinofest Lünen ist eine Veranstaltung des PRO Lünen e.V. mit Förderung der Filmstiftung NRW und der Sparkasse Lünen in Kooperation mit der Stadt Lünen. Außerdem wird es durch viele Spenden von Lüner Bürgern und aus der Lüner Wirtschaft getragen.
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