Künstler & Kämpfer: Kai Eicklers Leinwände sind nun im Borusseum des BVB zu sehen

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Kai Eickler im Borusseum mit seinem Bild "Die Stadionrevue"
Für den Lüner Kai Eickler geht ein Traum in Erfüllung. Zwei Kunstwerke des BVB-Fans werden dauerhaft im Borusseum des BVB zu sehen sein. Was für eine Leistung, denn Kai ist an „Friedreich-Ataxie“ erkrankt, sitzt im Rollstuhl und kann auch nur mit abgestützter Hand malen.

Zwei neue Bilder hängen im Borusseum in Dortmund, dem Fußballmuseum des BVB im eigenen Stadion. Ein Blick auf die beeindruckenden und detailreichen Leinwände mit Acrylfarbe zeigt sofort: Hier war ein akribischer Künstler am Werk. Aber der Zeichner Kai Eickler ist nicht nur Künstler, sondern auch ein echter Kämpfer.

Schon in seinem neunten Lebensjahr wurde festgestellt, dass Kai an der „Friedreich-Ataxie“ erkrankt ist, sie greift das zentrale Nervensystem an. „Warum rutscht der Junge ohne Grund vom Stuhl“, fielen Kais Mutter die ersten Anzeichen der schweren Krankheit auf.

Mit 18 saß Kai bereits im Rollstuhl, durch die Nervenkrankheit ist auch seine Feinmotorik sehr stark angegriffen. „Ich kann nicht schreiben, aber beim Malen klappt es irgendwie dann doch, wenn ich die Hand abstütze. Aber es dauert alles länger“, erklärt er. Mit unendlicher Geduld und viel Kreativität sitzt der 28-Jährige aus Brambauer rund ein Jahr an einem Bild, malt mit Acryl. „Mit Öl könnte ich auch malen, aber die Farben benötigen sehr lange zum Trocknen, dann könnte ich bei einer Bewegung dann alles wieder verwischen.“

Für Kai erfüllte sich jedenfalls mit der dauerhaften Ausstellung seiner Bilder im Borusseum einen Traum. Als BVB-Fan durch und durch, schenkte er das Bild sogar dem Verein. Einen Lieblingsspieler hat Kai übrigens nicht. „Ich liebe den Verein, mein ganzes Leben lang. Nicht bestimmte Spieler.“

Von Kais Kampfgeist jedenfalls könnte sich so mancher Bundesligaprofi eine Scheibe abschneiden. Denn Resignieren kommt für ihn trotz seiner schlimmen Krankheit nicht in Frage. „Mein Sinn des Lebens ist seitdem eben ein anderer, es geht für mich darum, mich lange fit zu halten und dagegen anzukämpfen. Wenn man was erreichen will, muss man was dafür tun!“

Gemalt hat Kai schon immer gerne, mit einer geschenkten Leinwand im Jahr 2003 ging es dann richtig los. An der Idee, Kais Bilder dem Borusseum anzubieten, hatte auch Freund Markus Kreutzberger seinen Anteil. Er sitzt auch im Rollstuhl und hatte Wilfried Winrich angesprochen, er hat Kontakte zum BVB.

So landete der Einfall bei Museumsleiterin Nicole Kayser. Sie war sofort begeistert: „Es sind so viele Emotionen im Bild und man sieht den enormen Aufwand, mit dem gemalt wurde. Kai erzählte mir, wie er experimentiert hat, damit die Schatten des Flutlichtes richtig wirken.“ Kayser war zudem nach dem persönlichen Kennenlernen beeindruckt, wie Kai sich mit dem BVB identifiziert. „Eine tolle Geschichte für das Museum und für Kai!“
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Peter Eisold aus Lünen | 03.11.2015 | 19:37  
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