Ulli Eike versenkt Leichen im Horstmarer See

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Im Horstmarer See finden Kinder eine Leiche - in "Thanatos" der erste Fall für Hauptkommissarin Lena Stern. (Foto: Schmälzger)
 
Ex-Dortmunder Ulli Eike lebt und schreibt an der Costa Blanca. (Foto: Eike)
Ulli Eike entsorgt die Leichen seiner Opfer mal im Horstmarer See, mal in den Gräbern anderer Leute. Der Mann hat einige Menschen auf dem Gewissen, ist ein mehrfacher Mörder - zum Glück aber nur mit Stift und Papier. Eike ist Schriftsteller.

Zwanzig Jahre schon lebt Ulli Eike mit seiner Frau Gabi an der Costa Blanca in Spanien, doch seine Bücher spielen nicht an der sonnigen Küste, sondern mitten im Ruhrpott. Kein Wunder, ist Eike doch gebürtiger Dortmunder. Seine Frau verbrachte ihre Kindheit in Lünen und ihre Mutter und ihr Stiefbruder leben noch heute in Horstmar, in unmittelbarer Nähe des Sees. Wenn die Exil-Spanier in der Heimat auf Verwandtschafts-Besuch sind, führen Spaziergänge sie oft auf das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau. Vom Vorbild aus der Realität bis hin zum Tatort im Buch war es nur ein kurzer Weg. In Thanatos, dem ersten Buch mit Kommissarin Lena Stern, hat der - so heißt es im Krimi wörtlich – „etwas größere Tümpel, in dem man baden und Boot fahren kann“ seinen Auftritt.

Lena Stern auf der Spur eines Verrückten

Lena Stern kommt nach einigen Jahren als verdeckte Ermittlerin beim Landeskriminalamt zurück zu ihrer alten Dienststelle, dem Polizeipräsidium Dortmund. Die Hauptkommissarin wird Leiterin der dritten Mordkommission und bald wartet der erste Fall. Im Horstmarer See in Lünen finden spielende Kinder eine in Plastikfolie eingewickelte Leiche. Der Tote starb eines natürlichen Todes, doch warum versenkte ihn dann jemand im See? Lena Stern muss in ihrer Ermittlung zwischen Bestattern und Grabsteinen nicht nur sprichwörtlich unter die Oberfläche schauen, sich dabei immer wieder den Problemen ihrer eigenen Vergangenheit stellen und kommt schließlich einem perversen Künstler des Todes auf die Spur… Eike würzt seine spannende und oft überraschende Geschichte mit viel Lokalkolorit und wer sich in Lünen, Dortmund und Umgebung auskennt, hat Kopfkino und taucht mit jedem Satz tiefer ab in die Story.

Joggen am Mittelmeer befreit den Kopf

Die Bücher um Lena Stern haben Sucht-Potenzial und so ist es für alle Krimifans gut, dass Ulli Eike offenbar ein Quell der Kreativität ist und seine Bücher im Selbstverlag vertreibt, denn das erhöht enorm die Schlagzahl. Seine Frau liest Korrektur, dann gehen die Manuskripte in die Nachbearbeitung. Im August kam „Thanatos“ als Start der Nemesis-Trilogie auf den Markt, einige Wochen später folgte „Nemesis“ und den dritten Fall mit dem Titel „Hades“ gibt es bereits in wenigen Tagen. Die Schriftstellerei verlangt ein Mindestmaß an Disziplin - mit über dreihundert Seiten pro Exemplar sind die ersten beiden Taschenbücher keine Leichtgewichte. „Mein Mann hat einen festen Arbeitstag, schreibt in seinem Büro und wenn er eine Auszeit braucht, geht er an den Strand“, erzählt Gabi Börger. Joggen ist der Ausgleich des Schriftstellers, das Mittelmeer vor der Haustür macht den Kopf frei für neue Zeilen.

Toter am Lippewehr in Beckinghausen?

Ulli Eike verdient seine Brötchen schon seit dreißig Jahren als Redakteur, zusammen mit seiner Frau arbeitete er in Deutschland zuletzt in München bei einer Computer-Zeitschrift. In Spanien brachte er vor sechs Jahren seine erste Geschichte zu Papier. Agentur Valeska, Caro und Nessie, Joey Marx oder die Katzenbücher um Katharina und Karl stammen ebenfalls aus seiner Feder. Ulli Eike und seine Frau haben übrigens weitere Verwandte in Lünen, ein Cousin etwa wohnt in Beckinghausen. Gute Voraussetzungen für noch mehr Lokalkolorit in den nächsten Geschichten. Eine Tote am Lippewehr nahe der alten Westfalia-Brücke wäre doch eine Idee - natürlich aber wie bei allen Fällen Eikes nur auf dem Papier.

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