Auf Lünener Weihnachtsmarkt - Nikolaus meets Rollifahrer

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  Lünen: Weihnachtsmarkt |

Pflegezentrum Cakir in Lünen geht neue Wege in der Betreuung.

Leben im Rollstuhl, 24 Stunden am Tag an ein Beatmungsgerät angeschlossen und auf Intensivpflege angewiesen zu sein - bleibt da noch Raum für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben? Für die Betroffenen, aber auch für die nächsten Angehörigen bedeuten schwere Behinderungen in aller Regel einen schmerzhaften Verlust an Lebensqualität.

Dass es auch anders geht, zeigt das jüngste Projekt des Pflegezentrums Cakir in Lünen - ein Ausflug auf den Lünener Weihnachtsmarkt mit vier Schwerstbehinderten im Rollstuhl, um den Bewohnern der Pflege-Wohngemeinschaft neben fürsorglicher und professioneller Fachpflege auch ein Stück subjektives Wohlbefinden und Lebensfreude zu schenken. Malena Saric Perisic, Leiterin der Intensiv-WG des Pflegezentrums Cakir in Lünen: „Wir haben einen so großen Ausflug zum ersten Mal gemacht - aber es war ein Herzenswunsch von mir, es einmal auszuprobieren.“

Der Erfolg gab Malena Saric Perisic Recht. Alle hatten plötzlich das elektrisierende Gefühl, „mittendrin im Leben“ zu sein. Die Vorfreude in der familiären Atmosphäre der kleinen Patienten-WG mit insgesamt sieben Schwerstbehinderten steigerte sich von Tag zu Tag: „Endlich mal wieder richtig rauskommen!“, freute sich Werner V.: „Oh, ich würde so gerne mal wieder einen Glühwein trinken,“ und Katharina P., liebevoll Paulinchen genannt, durfte sich sogar per Katalog ein ganz neues Outfit für den großen Tag aussuchen. Für die anderen Ausflügler hatte das Pflegepersonal ausreichend warme Jacken, Schals und Mützen von zuhause mitgebracht.

Nachdem zuvor die Erlaubnis der Angehörigen eingeholt und alles akribisch durchorganisiert war, konnte es am Samstag vor Nikolaus dann endlich losgehen - mit Beatmungsgerät, gepackten Notfallkoffern für alle Eventualitäten und Sauerstoffgeräten für jeden Patienten sowie dick vermummt in warme Decken. Begleitet wurden die fünf Ausflügler von ihren Pflegekräften Frank Hagemann, Regine Evert, Zvonimir Oamazic und Malena Saric Perisic sowie sechs Krankenpflege-Schülerinnen und -Schülern des Cakir-Pflegezentrums, die voller Engagement und Begeisterung in ihrer Freizeit bei dieser Exkursion dabei sein wollten.

Malena Saric Perisic: „Es war so wunderbar, die Reaktionen der Patienten zu beobachten - egal wie krank sie waren.“ Alle waren hellwach, lachten glücklich und folgten mit glänzenden Augen dem bunten Geschehen. Naschkatze Paulinchen durfte sich ihre Lieblingssüßigkeiten aussuchen und wurde am Ende ganz fest vom Nikolaus umarmt und Werner V. bekam natürlich seinen heißgeliebten Glühwein. Elke G., eine Wachkomapatientin vergaß das Schlafen und verfolgte alles neugierig mit großen Augen. Aber auch die Reaktionen der anderen Besucher stimmte die 15-köpfige Gruppe mit fünf Rollstuhlfahrern durchweg positiv. „Das ist so was von großartig, was ihr da macht“, so der anerkennende Kommentar einer älteren Dame zu der ungewöhnlichen Aktion.

Und weil alle „so schööön“ war und so gut klappte, denkt Malena Saric Perisic bereits darüber nach, wohin sie denn als nächstes mit ihren Schützlingen gehen könnte: „Vielleicht Fantasialand - das würde bestimmt auch allen viel Freude machen.“
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