Brand war versuchter Mord in dreißig Fällen

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Leitern lehnen an der Hauswand, Rauch steigt auf - es sind die Momente nach der Rettung der Bewohner. (Foto: Magalski)
Autoreifen brennen im Hausflur. Rauch füllt in Minuten das Gebäude. In Panik flüchten Menschen auf das Dach des Hauses - es waren dramatische Szenen in der Nacht zum vergangenen Freitag in Bergkamen. Eine Mordkommission ermittelt, bisher aber ohne heiße Spur.

Polizei und Staatsanwaltschaft waren schon nach ersten Untersuchungen am Brandort sicher, dass das Geschehen kein Zufall war, schließlich brannte es zur gleichen Zeit an zwei Stellen. Ein Auto vor dem Gebäude an der Straße In der Schlenke, ein Stapel Reifen im Hausflur. Die Ermittler gehen noch weiter, sie sehen im Handeln der Unbekannten - oder war es ein Einzeltäter - die Merkmale für versuchten Mord erfüllt, insgesamt in dreißig Fällen! Glück: Die Verletzten konnten die Krankenhäuser alle noch am Freitag wieder verlassen, niemand schwebt mehr in Lebensgefahr. Nach Auskunft von Staatsanwalt Felix Giesenregen von der Staatsanwaltschaft in Dortmund waren in dem Gebäude an der Straße "In der Schlenke" rund vierzig Personen gemeldet, sie stammen aus Rumänien und Moldawien.

"Ermittlungen laufen in alle Richtungen"

Die Osteuropäer arbeiten in Deutschland laut Staatsanwaltschaft im Baugewerbe. Ob Rauchmelder in dem Gebäude installiert waren, dazu hatte Giesenregen am Dienstag keine Informationen. Der Bauunternehmer, für den die Betroffenen arbeiten, kümmerte sich nach der Erstversorgung durch die Stadt Bergkamen um die Unterbringung seiner Mitarbeiter in anderen von ihm angemieteten Wohnungen. Zum Motiv oder den Tätern gibt es im Moment noch keine Hinweise. Staatsanwalt Giesenhagen: "Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen." Zeugen melden sich weiter unter Telefon 0231 / 132 74 41 bei der Kriminalpolizei in Dortmund.

Thema "Brand" im Lokalkompass:
> Feuer fordert viele Verletzte in Bergkamen
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