Entwarnung - keine Bombe am Wüstenknapp

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Arbeiter begannen am Morgen mit der Suche nach der mutmaßlichen Bombe im Boden nahe der Gleise. (Foto: Magalski)
 
Der Auslöser der Bombensuche - ein Metallkorb tief in der Erde. (Foto: Magalski)
Aufatmen bei vielen Anwohnern rund um das Wüstenknapp in Lünen - es gibt keine Bombe im Boden. Untersuchungen der Kampfmittel-Experten beförderten einen Korb aus Metall ans Tageslicht. Lesen Sie die Ereignisse des Tages in unserem Live-Ticker.

Im Bereich einer Baustelle nur wenige Meter neben der Bahnlinie Richtung Werne hatten die Kampfmittel-Räumer auffällige Veränderungen im Boden bemerkt, diese Stellen nahmen sie seit dem Dienstagmorgen genauer unter die Lupe. Sieben Stunden nach dem Beginn der Baggerarbeiten dann die Gewissheit Im Boden liegt kein Blindgänger, sondern ein Metallkorb in einer Beton-Ummantelung. Ein Bombenfund hätte breite Auswirkungen gehabt: Tausend Menschen hätten nach Angaben der Stadt ihre Wohnungen verlassen müssen, in der Turnhalle der alten Hauptschule Wethmar gab es für diesen Fall eine zentrale Sammelstelle.

TICKER:

14.33 Uhr: Wir beenden an dieser Stelle unseren Ticker und danken für Ihr Interesse.

14.02 Uhr: Die Feuerwehr informiert nun über Lautsprecher-Durchsagen die Anwohner: "Achtung, hier spricht die Feuerwehr! Der Verdacht auf einen Bombenblindgänger in der Straße am Wüstenknapp hat sich nicht bestätigt. Es findet daher keine Evakuierung statt. Sie können in Ihren Wohnungen bleiben."

13.46 Uhr: Entwarnung! Im Boden am Wüstenknapp haben die Experten keine Bombe gefunden - das Signal gab laut Feuerwerker Volker Lenz ein Beton-Trog mit einem Eisenkorb in der Erde. Der Sandboden sei zudem sehr erzhaltig, das verstärkte laut dem Experten in Kombination mit dem Trog die Messung.

12.42 Uhr: Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben gerade mit den Kampfmittel-Räumern vor Ort gesprochen - die graben weiter nach dem "Ding" im Boden. Das Warten auf Ergebnisse geht in eine neue Runde.

12.20 Uhr:Eine Frage aus Facebook: Was ist mit Haustieren in den Wohnungen? "Ob Haustiere im Fall einer Evakuierung in dem Wohnungen bleiben sollen, liegt im Ermessen der Besitzer", so Wiesner. Die Eigentümer seien hier in der Pflicht.

12.14 Uhr: Kräfte der Berufsfeuerwehr Lünen und freiwilliger Löschzüge sind für den Fall einer Evakuierung auf dem Schulhof der Viktoriaschule in Stellung gegangen, dazu kommen Polizei, Bundespolizei, Stadt Lünen und ein privater Sicherheitsdienst. Eine Evakuierung des Gebietes würde laut Bernd Wiesner vom Ordnungsamt der Stadt Lünen etwa zwei Stunden dauern, denn Helfer gehen tatsächlich von Haus zu Haus und informieren die Anwohner. Zum Abschluss erfolgt kurz vor Beginn einer potenziellen Entschärfung noch einmal eine Kontrolle der Häuser.

11.55 Uhr:Ursula Leppich wohnt im Haus gegenüber der Fundstelle. Die Lünerin weiß aus Erzählungen von mehreren Bomben im Bereich des Wüstenknapps. Eine Brandbombe steckte das Nachbarhaus in Flammen, eine weitere Bombe traf ein anderes Gebäude. Angst hat Ursula Leppich nicht, sie kennt solche Situationen aus dem zweiten Weltkrieg. "Die Erlebnisse haben mich nie groß belastet, ich bin ein sehr positiver und immer gut gelaunter Mensch." Im Garten des Nachbarhauses liegt ein großer Stein, ihn schleuderte im Krieg ein Bombentreffer durch die Luft, weiß Ursula Leppich. Jahre lag das Relikt auf dem Dachboden. Heute wohnt Svenja Schenker in dem Haus und brachte den Stein vom Dachboden in den Garten - als Erinnerung an die Ereignisse des Krieges. Ihre Schwägerin Jessica Schenker aus Wernigerode im Harz ist gerade zu Besuch - und bekommt statt Erholung in der alten Heimat die Spannung bis vor die Haustür.

11.12 Uhr: Volker Lenz ist - wenn da tatsächlich eine Bombe im Loch liegt - der Mann des Tages. Lenz ist Fachkundiger des Kampfmittelbeseitigungs-Dienstes Westfalen-Lippe, im Volksmund nennt man diese Leute Feuerwerker oder Entschärfer. Volker Lenz würde die mutmaßliche Bombe also unschädlich machen. Luftbildauswertungen ließen die Kampfmittel-Experten zunächst auf einen möglichen Blindgänger an der Stelle am Wüstenknapp aufmerksam werden, Bohrungen in einem Raster an über dreißig verschiedenen Stellen in sieben Metern Tiefe ergaben dann Messignale und damit den Hinweis auf einen metallischen Gegenstand im Boden.

10.45 Uhr: Das Ersatzteil ist da, der Bagger läuft wieder und nun geht es weiter mit dem Arbeiten am Schacht.

9.46 Uhr: Die Suche verzögert sich, denn es fehlt ein Ersatzteil für den Bagger. Das Teil wird nun aus Dortmund geholt und sobald es an der Fundstelle eingetroffen ist, geht es weiter mit den Arbeiten.

9.16 Uhr: Im Falle eines Falles soll alles schnell gehen - an verschiedenen Punkten an den Zufahrten zum Sicherheitsgebiet liegen deshalb schon Schilder und Warnbaken zum Absperren des vorgeschriebenen Radius.

8.41 Uhr: Vor Ort haben die Arbeiten an der möglichen Fundstelle schon begonnen, ein Bagger gräbt sich zum verdächtigen Objekt in etwa drei Metern Tiefe. Anwohner bleiben an der Absperrung stehen und verfolgen die Maßnahmen - alle interessiert im Moment nur die eine Frage: Ist es eine Bombe?

8.30 Uhr: Guten Morgen zum Live-Ticker des Lüner Anzeigers. Die Stadt Lünen informierte am Mittwoch vergangener Woche über den Bomben-Verdacht am Wüstenknapp. Im Laufe des Vormittags werden Mitarbeiter des Kampfmittel-Räumdienstes aus Arnsberg die Stelle untersuchen und liegen Ergebnisse vor, entscheidet sich das weitere Vorgehen an diesem Tag.

Thema "Bombe" im Lokalkompass:
> Experten suchen nach Kriegsblindgängern
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