Facebook-Beiträge: Eltern sind in Sorge

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Eltern sollten Kinder fit machen für das richtige Verhalten gegenüber Fremden, auch auf dem Schulweg. (Foto: Magalski)
Sarah* ist am Dienstag in Horstmar auf dem Heimweg von der Schule, da spricht sie ein fremder Mann an - das berichtet ihre Mutter bei Facebook. Ein Vorfall mit einem Fremden in Alstedde sorgt im Moment ebenfalls im Internet für Aufsehen. Der Lüner Anzeiger recherchierte in beiden Fällen, sprach unter anderem mit der Polizei.

"Sarah kam am Mittag gerade aus dem Unterricht an der Schule am Lüserbach und ging mit einer Freundin nach Hause. Der Mann folgte ihnen auf der anderen Straßenseite und als die Freundin abbiegen musste und meine Tochter alleine weiter ging, kam der Mann zu ihr, sprach sie an und fragte, wohin sie denn wolle", berichtet ihre Mutter im Gespräch unserer Redaktion. Die Neunjährige reagierte richtig, gab dem unbekannten Mann keine Antwort und erzählte zu Hause ihrer Mutter von dem Vorfall. Ihre Mutter informierte die Polizei. Mittwoch tauchte dann ein Bericht über einen weiteren Vorfall bei Facebook auf: Ein Mann habe am Dienstag an der Heikenbergschule in Alstedde einen Jungen angesprochen, habe diesem Videospiele verkaufen wollen und außerdem angekündigt, am Mittwoch wiederkommen zu wollen, heißt es in dem Posting. Der Junge rannte weg und meldete die Sache der Polizei.

"Polizei ist immer der richtige Ansprechpartner"

Kim Freigang, Pressesprecher der Polizei in Dortmund, bestätigte auf Anfrage die Information der Polizei über den beschriebenen Fall aus Alstedde. Die Polizei nehme solche Hinweise immer ernst und habe daher Ermittlungen in dieser Richtung aufgenommen und auch ein Auge auf die Situation in Horstmar. Freigang hat - unabhängig von den aktuellen Facebook-Postings - einige generelle Hinweise. "Eltern sollten ihre Kindern im Umgang mit Fremden sensibel machen und mit ihnen besprechen, wie sie sich in so einem Fall, wenn sie etwa von einer Person auf der Straße angesprochen werden, verhalten müssen", sagt der Pressesprecher. Aufmerksamkeit herstellen gehört dazu, zum Beispiel durch lautes Schreien oder sich Hilfe zu suchen bei anderen Erwachsenen, etwa in einem Geschäft. "Die Polizei ist zudem immer der richtige Ansprechpartner, wenn man ein ungutes Gefühl hat oder etwas passiert ist, am besten ohne Scheu direkt über den Notruf", so Freigang.

Schule steht mit Polizei in Kontakt

Eltern, die abseits eines konkreten Falls Fragen zum Thema haben, bekommen auch Hilfe bei den Fachleuten aus dem Kommissariat Vorbeugung bei der Polizei in Dortmund. Kim Freigang warnt zugleich aber davor Panik und Hysterie zu schüren, ebenso wie Bernhard Egermann, Schulleiter der Schule am Lüserbach. "Unsere Schule ist präventiv tätig, wir wollen die Kinder selbstbewusst und stark machen, sie kennen auch die Verhaltensregeln", erklärt der Rektor. Im Unterricht und Projekten, wie etwa dem Theaterstück "Mein Körper gehört mir", spricht man regelmäßig mit den Schülern über das Thema. Egermann: "Kinder sollten aber nicht mit Angst durch die Welt laufen müssen, das überträgt sich auf das ganze Leben." Die Schule stehe mit der Polizei in Kontakt.

* Name geändert

Thema "Kinder" im Lokalkompass:
> Theater macht Kids stark gegen Missbrauch
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