Familie streitet nach Sturmschaden mit Stadt

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Birken säumen die Ernst-Becker-Straße, zwei stehen noch vor dem Haus der Hollers.Foto: Magalski
Sturm Friederike braust im Januar über Lünen und Katja Holler blickt aus dem Fenster. Die Birke vor dem Haus an der Ernst-Becker-Straße schwankt und kurze Zeit später kippt der Baum mit einem Krachen auf das Grundstück der Familie.

Die Birke, die da nach Friederike im Garten lag, haben Arbeiter längst in Stücke gesägt und abtransportiert, was fast zwei Monate später bleibt, ist der Schaden am Zaun und Pflanzen im Garten und - so berichtet Katja Holler gegenüber unserer Redaktion - viel Ärger. Familie Holler macht sich um die Kosten zunächst keine Gedanken, sie meldet den Schaden bei der Stadt Lünen und glaubt an eine Art "Verursacherprinzip": Der Baum gehört der Stadt und so erwartet die Familie von der Stadt beziehungsweise ihrer Versicherung auch die Übernahme der Kosten. "Wenn ein Baum von meinem Grundstück auf städtisches Eigentum kippen würde, müsste ich ja sicher ebenso für die Schäden zahlen", so Katja Holler und schreibt das auch so der Versicherung der Stadt Lünen. "Ihr Hinweis, wonach sich die Haftung unseres Mitgliedes allein aus der Eigentümerstellung für den Baum ergeben soll, ist unzutreffend und steht mit der tatsächlich Geltung beanspruchenden Rechtslage nicht in Einklang", lautet die Antwort. Die Versicherung schreibt den Hollers in einem weiteren Brief, es "fehle an einem schadensursächlich gewordenen haftungsbegründenden Verschulden unseres Mitglieds oder einem seiner Mitarbeiter." Im Klartext: Geld gibt es nicht für Familie Holler.

Stadt: "Keine Zeichen für Erkrankung"

"Unsere Versicherung hat den Schaden begutachtet, der Baum wäre ohne den Sturm nicht umgestürzt", erklärt Julia Schmidt, Sprecherin der Stadt Lünen. Nach Angaben der Stadt führe man regelmäßig Kontrollen durch, am nun umgestürzten Baum vor Sturm Friederike zuletzt im Oktober vergangenen Jahres. Wie Julia Schmidt berichtet, hatte der Baum dabei keine sichtbaren Zeichen einer Erkrankung. Im Falle einer zu vermutenden Gefährdung reagiere man natürlich sofort, so die Stadt-Sprecherin. Katja Holler sieht das anders, denn das die Birken an der Ernst-Becker-Straße nicht im besten Zustand seien, das sei keine neue Information. Friederike habe auch eine weitere Birke genau gegenüber des Hauses der Familie zu Fall gebracht, dazu gab es in der Vergangenheit bei Unwettern ähnliche Vorfälle. "Die Birke, die uns in den Zaun und Garten gekippt ist, war im Inneren komplett morsch, das Holz ganz weich", erzählt Katja Holler. Die "Morschung im Wurzelbereich" sei im Vorfeld schlicht nicht erkennbar gewesen, schreibt die Versicherung.Für Katja Holler geht es am Ende aber nicht nur um die Übernahme der Kosten, sondern auch um die Sicherheit ihrer Familie und eventuell unbeteiligter Passanten. Birken säumen nämlich die ganze Ernst-Becker-Straße und zwei der Bäume stehen noch vor dem Haus der Familie. Katja Holler: "Wenn die Bäume umkippen, stürzen sie uns in Wohnzimmer und Kinderzimmer." 

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6 Kommentare
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Anna L. Uehse aus Lünen | 09.03.2018 | 15:56  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 09.03.2018 | 17:22  
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Anna L. Uehse aus Lünen | 09.03.2018 | 17:48  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 09.03.2018 | 20:05  
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Stefan Gersmann aus Lünen | 10.03.2018 | 14:11  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 12.03.2018 | 09:23  
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