Gerettet! Hund Lotte lebt mit Herzschrittmacher

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Andrea und Christian Böse mit ihren beiden Hunden Lotto (hell) und Nelson. (Foto: pra)

Diesen Tag im Oktober 2015 wird Andrea Böse aus Brambauer nicht vergessen. Sie war mit ihren zwei Labradorhunden – Nelson und Lotte – auf der Gassirunde. Plötzlich bricht Lotte ohne Vorwarnung zusammen.

Andrea Böse trägt die 30 Kilogramm schwere Hündin sofort nach Hause. Dort muss sich das vierjährige Tier extrem übergeben. Die Lünerin bringt Lotte zum Tierarzt, der vermutet, dass es eine Magen-Darm-Geschichte oder womöglich auch Gift sein könnte. Er gibt ihr eine Spritze.

Doch am Morgen ist die Lage nicht besser, Lotte hat stark abgebaut. Wieder geht Andrea Böse zum Tierarzt. Er hört Lotte ab und schickte sie in die Tierklinik nach Ahlen. In der Kardiologie wird festgestellt, dass Lotte einen extrem niedrigen Herzschlag hat. „18 in der Minute, normal sind 80 bis 100. Man sagte mir, dass Lotte das Wochenende so nicht überleben würde“, erinnert sich Andrea Böse an die schrecklichen Momente. Durch ein Medikament konnte der Herzschlag zumindest etwas stabilisiert werden, er lag nun bei 35.

Herzschrittmacher ist die einzige Chance

Am Montag war dann klar, dass Lotto nur noch eine Chance hat: Sie braucht einen Herzschrittmacher! Andrea Böse gibt zu, dass sie noch nie davon gehört hatte, dass so etwas für Hunde möglich ist. Auch viele Tierärzte wüssten das nicht, sagt sie und ärgert sich darüber.Denn Hunde würden deshalb eingeschläfert. „Es gibt in Deutschland vier Kliniken – in München, in Gießen und zwei in Berlin“, erzählt die Hundebesitzerin. „Eine weitere soll in Duisburg entstehen.“

Operation in Berlin

Lotte bekommt einen Termin in Berlin. Christian Böse fährt mit dem Hund in die Hauptstadt. Nach Vorbesprechungen und Untersuchungen wird Lotto schließlich am 27. November operiert, erhält einen Zweikammer-Schrittmacher. Die OP ist die gleiche wie bei einem Menschen, ebenso der Schrittmacher. Es werden Geräte verwendet, die beim Menschen entfernt wurden, weil es neuere Modelle gibt oder um Restbestände, Überproduktionen und Spenden.

Einen Tag nach der OP konnte Lotte schon wieder nach Hause. Noch bekommt sie ein Herzmedikament, aber das wird im Sommer vielleicht schon abgesetzt. Einmal im Jahr muss Lotte weiterhin zur Kontrolle. Und einen eigenen Patientenausweis besitzt die Hundedame auch.

"Nicht gezögert!"

Eine solche Operation hat natürlich ihren Preis – im Fall von Lotte rund 2.240 Euro. Andrea und Christian Böse haben nicht gezögert, das Geld auszugeben. Und sind überglücklich. „Lotte kann jetzt ein ganz normales Hundeleben führen und mit den anderen toben!“ Der vierjährige Labrador ist sehr aktiv, deswegen wurde der Herzschrittmacher auf sportlich-aktiv eingestellt.

Kontakt gesucht

Andrea Böse sucht Kontakt zu anderen Hundefreunden, die vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben. „Ich würde mich gerne austauschen“, sagt sie. Wer Interesse hat, kann sich beim Lüner Anzeiger melden.
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