Jan tourte mit dem Zirkus durch Australien

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Jan auf dem Zirkusdach. (Foto: Jan Havers)
 
Zirkusromantik Down Under. (Foto: Jan Havers)

Reisen und etwas von der Welt sehen! So war der Plan von Jan Havers nach dem Abitur vor einem Jahr. Er ging voll auf, denn offensichtlich verfügt der junge Lüner über das Abenteuer-Gen. Es führte ihn nach Australien, wo Jan neun Monate lang in einem Zirkus arbeitete!

Doch der Reihe nach. Zunächst standen die Planungen auf dem Programm. Und das Geldverdienen, denn Australien musste schließlich finanziert werden. Am 22. September 2014 war es dann soweit. „Unvorbereiteter als jeder Backpacker und voller Freude und Spannung setzte ich mich in den Flieger“, berichtet Jan. 26 Stunden später kam er um Mitternacht in Melbourne an. Und lebte für ein Woche mit acht Leuten in einem Zimmer in einem Hostel in St. Kilda. 24 Stunden am Tag die ganze Woche über Partymusik.

Arbeit und Geld waren erst mal kein Thema

Als Jan das zu viel wurde, machte er sich auf Wohnungssuche und zog schon bald in ein „Shared House“, ein riesiges Zwei-Familienhaus. „Dort wohnte ich mit 23 Leuten aus allen Ecken der Welt zusammen.“ Der junge Lüner genoss das Leben in den nächsten eineinhalb Monaten in vollen Zügen – ausgehen, im Meer schwimmen, die Großstadt entdecken. „In dieser Zeit dachte ich nicht an Arbeit und Geld“, so Jan. Doch die Realität holte ihn ein – ein Job musste her. „Recht planlos klapperte ich Bars und Restaurants ab, doch so richtig sagte mir keiner dieser Orte zu.“ Das Abenteuer-Gen meldete sich wieder zu Wort, Jan wollte weiterhin etwas erleben.

Online-Anzeige brachte Stein ins Rollen

Dann kamen Zufall und gutes Timing ins Spiel. In einem Online-Kleinanzeigen-Portal fielen dem Lüner folgende Zeilen ins Auge: „Circus staff wanted – call me, I never read my E-Mails, Dominic.“ Die Anzeige war erst drei Minuten aktiv. Von da an ging alles ganz schnell. Jan rief die Nummer an, fuhr mit dem Rennrad zur Adresse und sah schon aus der Entfernung drei riesige Zelte, eine Wasserrutsche und mehrere Hüpfburgen – der „Silvers Circus“. „Sie hatten eine Weihnachtswelt mit Fahrgeschäften, Elfenkostümen und Schneemaschinen aufgebaut, und das alles im November bei 37 Grad!“

Auftritt vor 1.400 Zuschauern

Ohne lange zu zögern nahm Jan das Jobangebot an und zog schon am nächsten Morgen in einen eigenen Wohnwagen. Gerade rechtzeitig, denn am Abend eröffnete der Zirkus. Jan erhielt hektisch drei Outfits und letzte Instruktionen. Und schon war er mittendrin. Im schwarzen Anzug begrüßte er Gäste und beantwortete Fragen, von denen er selbst noch mehr als genug hatte. Und dann war Showtime! Vor 1.400 Zuschauern stand Jan auf der Bühne. „Meine Aufgabe in der Show war es, alles für die Artisten aufzubauen und bei den Acts mitzuhelfen, zum Beispiel dem Jongleur die Bälle reichen. Es kostete zuerst Mut, vor so vielen Leuten im Scheinwerferlicht zu stehen“, gesteht Jan. „Aber ich liebte es!“

So vergingen die sechs Wochen der Weihnachtshow in Melbourne wie im Flug, drei Shows pro Tag bei Spitzentemperaturen von 46 Grad Celsius. Danach begann das richtige Zirkus-Leben. Es ging von einem Ort zum nächsten – Leben auf der Straße. Die Zirkusleute wurden zur zweiten Familie für Jan. Nach der Weihnachtsshow kam die normale mit Hochseil und Todesrad mit Motorradfahrern in einer Stahlkugel. Und auf den Lüner wartete eine neue Herausforderung. „Ich trug unser Showgirl Cassie auf meiner Schulter durch die Manage. So stand ich bei einem der Acts im Mittelpunkt. Dieses Gefühl war unbeschreiblich!“

Neun Monate lang das halbe Land bereist

Insgesamt neun Monate tourte Jan Havers mit dem „Silvers Circus“ durch Australien, doch jetzt geht es bald zurück nach Hause. „Es fällt mir sehr schwer, die Leute sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich möchte studieren, weiß aber nicht, wie das Ganze in Deutschland für mich wird. Ich habe allerdings Angst davor, dass das Leben dort etwas langweilig wird. 26 Mal habe ich mit dem Zirkus das Zelt auf- und abgebaut, mehr als 300 Shows absolviert und Freunde fürs Leben gefunden. Ich habe halb Australien bereist und mehr Erfahrungen gemacht, als ich je in Worte fassen könnte!“ Dem Abenteuer-Gen sei Dank!
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