Kater Puma und die lange Reise zum Glück

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Anja Müller versteht die Welt nicht mehr: Kater Puma darf am Ende seiner langen Reise nicht zurück nach Hause. (Foto: Magalski)
Puma ist ein Landstreicher der süßesten Sorte. Der Kater war über zwei Jahre auf Tour, mehr als hundert Kilometer von seinem Zuhause entfernt strandet der hübsche Kerl letzte Woche bei Anja Müller. Die Geschichte einer langen Reise zum Glück - noch ohne Happy End.

Menschen verstehen kein Wort von der Katzen-Sprache. Schade, denn Puma hat nach seiner abenteuerlichen Reise sicher viele Geschichten auf Lager. Zweieinhalb Jahre strich er durch die Lande, von seiner Heimat in Lübbecke bei Herford an der Grenze zu Niedersachsen rund hundertfünfzig Kilometer bis in unsere Region. Anja Müller aus Brambauer erreicht der Notruf einer Bekannten am vergangenen Freitag. Ein Katzen-Streuner läuft am Schloss Westhusen in Dortmund-Westerfilde herum, das Tier hat Durchfall und ist in keinem guten Zustand. Vom Schwanz fehlt - vermutlich nach einem Unfall - ein ganzes Stück. Krusten zeugen von Verletzungen an Kopf und Brust. Eine Stunde später holt Anja Müller das Findelkind schon mit der Transportbox in Dortmund ab und bringt es zur gründlichen Untersuchung zu einer Tierärztin.

Schock im Telefongespräch

Tätowierungen in den Ohren geben erste Hinweise auf die Herkunft der Streuners. Anja Müller legt sich ins Zeug, kontaktiert über die Postleitzahl im rechten Ohr des Katers erst das Tierheim in Lübbecke und bekommt von dort die Adresse eines Tierarztes. Der Arzt hat Puma vor einigen Jahren tätowiert und findet in einer Liste den Namen seiner Besitzer. Puma ist scheinbar ein Kater im Glück, denn ihn trennt nur noch ein Anruf vom großen Happy End. Im Telefongespräch dann der Schock! Seine Besitzer haben in der Zwischenzeit eine neue Katzenliebe gefunden, da ist wohl kein Platz mehr für ein weiteres Tier. "Der Mann schickte mir am Abend eine E-Mail, in der verzichtet er auf alle Besitzansprüche an Puma", erzählt Anja Müller. Traurig. Nur Meter vor dem Ziel hat die Lünerin es schwarz auf weiß: Puma, der arme schwarze Kater, darf nicht zurück nach Hause.

Puma braucht ein Zuhause

Anja Müller würde Puma gerne selbst ein gutes Heim geben, doch die engagierte Tierschützerin kümmert sich in ihrem Haus immer wieder um akute "Notfelle". Das Telefon klingelt fast ohne Pause, dazu kommen viele Anfrage aus ihrer Facebook-Gruppe "Hund/Katze/Maus...Brambauer sucht und hilft!" Im Sommer warfen Unbekannte Anja Müller sechs Kaninchen über den Zaun. Zuviel Unruhe für den Kater. "Puma ist ein verschmuster Typ, benutzt das Katzenklo und nach intensiver Pflege in den letzten Tagen geht es ihm wieder richtig gut", sagt Anja Müller. Die Lünerin wünscht sich für ihren Schützling nette Menschen mit viel Zeit für Streicheleinheiten. Puma soll endlich ankommen - auf seiner langen, schweren Reise zum Kater-Glück.

Wer Puma helfen möchte, meldet sich unter Telefon 02306 / 750 44 20 beim Lüner Anzeiger.

Thema "Katze" im Lokalkompass:
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