Liebesglück am Unglückstag

Anzeige
Freitag der 13. vor 50 Jahren auf dem Hochzeitsfoto und am gestrigen Freitag in ihrem Haus im Negerdorf: Gundula (69) und Fritz Eilers (72) feierten den Tag der Goldenen Hochzeit bei Tochter Anke in Lanstrop. Die Kinder hatten das zur Überraschung der Eltern geplant, ebenso wie die Erneuerung des Eheversprechens in der Stadtkirche.
Er ist nicht abergläubisch, sie schon. Egal. Für Gundula und Fritz Eilers ist Freitag der 13. jedenfalls ein echter Glückstag. Denn an diesem speziellen Tag vor 50 Jahren heiratete das Liebespaar um 13 Uhr.

Und fünf Jahrzehnte später erneuerten die zwei ihr Eheversprechen. Natürlich auch am Freitag den 13., um 13 Uhr in der Kirche von damals, der Stadtkirche.
„Es war der schönste Junge von Lünen“, sagt Gundula über die erste Begegnung der beiden am Wallgang, am alten Kino. Mit Elvis-Tolle und der flotten Mofa hatte es der 17-jährige Jungspund der 14-Jährigen angetan. Bei ihr funkte es sofort. „Bei ihm funkte es zwischendurch erst ein paar Mal woanders“, erinnert sich Gundula.

Die beiden näherten sich aber nach und nach an. „Gut gefallen hat sie mir ja schon beim ersten Mal“, erinnert sich Fritz, bei dem es dann später auch ordentlich funkte. Sie trafen sich dann jeden Tag. „Aber um 21 musste sie immer Zuhause sein, sonst gab es Stubenarrest“, erinnert sich Fritz. Da war er um die 20, sie 17. Als seine Schwiegermutter Elisabeth, die mittlerweile 97 Jahre ist, der Verlobung zustimmte, rannte das Paar direkt durch den strömenden Regen zum Goldschmied, um die breiten Ringe anfertigen zu lassen.
1963 wurde dann geheiratet. Drei Kinder bekamen die zwei: Manuela, Anke und Kai. Dazu gehören auch die beiden Enkel Angela und Robin. Urenkel Mona ist das Nesthäkchen der Familie.

Gemeinsam reisten Fritz und Gundula stets in die warmen Ecken der Welt. Mallorca, Kanaren oder die Türkei. „Wir lieben beide warmes Meerwasser und Sonne“, so Fritz, der ein besonders erfolgreiches Hobby seit seinem zehnten Lebensjahr hat. Die Brieftaubenzucht. Dort holte der Bergmann, der mit 13 auf der Zeche Victoria begann und dann unter Tage in der Gewinnung arbeitete, zahlreiche Erfolge. Eigentlich alle, die ein Brieftaubenzüchter holen kann. Auch das Taubenhobby teilte sich das Ehepaar stets, bis sie es aus gesundheitlichen Gründen aufgeben mussten. Jetzt züchten die zwei Rosen.

Das Geheimnis der Ehe? „Man muss sich vertragen können. Zwei Dickköppe, das geht nicht. Einer muss immer mal nachgeben“, sagt Gundula. Und Humor scheint auch wichtig zu sein. „Ich weiß gar nicht ob ich gleich nochmal Ja sage“, scherzte Gundula, wenige Stunden vor der Erneuerung Eheversprechens.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.